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Datum | 20.10.2018, 09.30 h - 20.00 h
Ort | Architekturzentrum Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien

Symposium im Rahmen der Ausstellung Roland Rainer. (Un)Umstritten. Neue Erkenntnisse zum Werk (1936–1963) im Architekturzentrum Wien (20.10–26.11.2018). Eine Kooperation der Akademie der bildenden Künste Wien, dem Az W, dem Zukunftsfonds der Republik Österreich und der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Wien, Niederösterreich und Burgenland.

 

Roland Rainer: Stadthalle Wien, Wien 15, AT, 1954–1958
Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto: Margherita Spiluttini

 

Um die gegenwärtige Gestaltung und die heutige politische Funktion von Stadt begreifen zu können, ist es unabdingbar, die historischen Voraussetzungen zu kennen und die Entwicklungen im historischen Kontext zu verstehen.

Der Architekt und Stadtplaner Roland Rainer hat die Entwicklung Wiens und der österreichischen Architektur nachhaltig beeinflusst. Seine zielstrebig verfolgte berufliche Vita unter den wechselnden politischen Verhältnissen bezeugt eine Elastizität und Anpassungswilligkeit, welche nicht unhinterfragt bleiben soll. Aufgrund seiner persönlichen und beruflichen Vernetzung muss sein Leben und Werk über die Grenzen Österreichs im europäischen Umfeld betrachtet werden. Die auf diesem Forschungsgebiet ausgewiesenen Wissenschaftler_innen leisten beim Symposium Roland Rainer im Kontext einen wichtigen Beitrag, um Rainers Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus sowie nach 1945 in einen überregionalen und transnationalen Zusammenhang zu stellen. Ebenso sind der Handlungsspielraum und die gesellschaftspolitische Verantwortung Rainers und damit stellvertretend des Berufsstandes der Architekt_innen zu thematisieren. Sowohl seine biografischen Verflechtungen mit dem Netzwerk der Architekten Hitlers und den späteren deutschen Stadtplanern des Wiederaufbaus als auch die Kontinuität seiner Planungskonzepte vor und nach 1945 gilt es aufzuspüren. Dabei ist vor allem die politische Dimension von Leitbildern der Stadtplanung bei der Demokratisierung nach 1945 neu zu beleuchten.

Gäste:
Eva Blimlinger, Rektorin, Akademie der bildenden Künste Wien
Ralf Dorn, Vertretungsprofessor für Architekturgeschichte, Hochschule Mainz
Jörn Düwel, Prof. Geschichte und Theorie der Architektur, HafenCity Universität Hamburg
Hartmut Frank, Prof. em., Dipl.-Ing. Architekturtheorie, HafenCity Universität Hamburg,
Resident Professor, History of Contemporary Architecture, Politecnico di Milano, SAUI
Ulrich Höhns, Leiter Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst Schleswig-Holstein (AAI), Schleswig
Ingrid Holzschuh, Architekturhistorikerin, Wien
Waltraud Indrist, Architekturtheoretikerin, Akademie der bildenden Künste Wien
Gottfried Pirhofer, freies Mitglied der Akademie für Stadt- und Landvermessungen
Monika Platzer, Leiterin Sammlung, Architekturzentrum Wien
Wilfried Posch, em. O. Univ.-Prof. für Städtebau, Wohnungswesen und Stadtbaugeschichte, TU Graz / UfG. Linz
Eva Rubin, Architektin, Klagenfurt
Rudolf Schicker, Koordinator in der Europäischen Strategie für den Donauraum (EUSDR)
Angelika Schnell, Prof. für Architekturtheorie, Akademie der bildenden Künste Wien
Marta Schreieck, Architektin, Wien
Snezana Veselinovic, Architektin, Wien

Konzept:
Ingrid Holzschuh, Monika Platzer

1 Roland Rainer: Stadt der Zukunft, Beitrag IBA, 1957
Architekturzentrum Wien, Sammlung
 

Das Symposium findet im Rahmen der Ausstellung Roland Rainer. (Un)Umstritten. Neue Erkenntnisse zum Werk (1936–1963) im Architekturzentrum Wien (20.10–26.11.2018) statt. 

Spätestens seit der von der Stadt Wien in Auftrag gegebenen Studie über personenbezogene Straßennamen, worin der Roland-Rainer-Platz als „Fall mit Diskussionsbedarf“ eingestuft wurde, traten Fragen zu den biografischen Selbstauslassungen des Architekten in Bezug zur NS-Zeit auf.

Roland Rainer (1910–2004) zählt zu den bedeutendsten österreichischen Architekten des 20. Jahrhunderts. Seine Bauten sind Identitätsträger für ein modernes und demokratisches Wien. Rainers Siedlungskonzept für die „gegliederte und aufgelockerte Stadt“, in Ansätzen realisiert am Mauerberg in Wien (1962–1963) und in Puchenau bei Linz (ab 1963), gelten bis heute als wichtiges Modell für den verdichteten Wohnbau. In der NS-Zeit eignete sich Rainer in der Deutschen Akademie für Städtebau, Reichs- und Landesplanung das Wissen der städtebaulichen Grundlagenforschung an, das ihm nach 1945 als Basis für eine Reihe von theoretischen Publikationen diente. Die Kontinuität der Konzepte im Werk Rainers und seine berufliche Karriere verweisen auf seine Anpassungsfähigkeit an die verschiedenen politischen Systeme. In Publikationen und Texten von und über Rainer wurde bisher die NS-Zeit aber ausgeklammert.

Die Übernahme des Nachlasses in die Sammlung des Az W 2015 gab Anlass, sein Œuvre und seine Biografie neu zu befragen. Im SammlungsLab #3 werden nun in Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste Wien die ersten Ergebnisse einer im In- und Ausland erfolgten umfassenden Archivrecherche präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Kuratorinnen: Ingrid Holzschuh, Waltraud Indrist, Monika Platzer
Gestaltung/Grafik: Waltraud Indrist


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