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Preisverleihung | 25.04.2008, 18.00 h
Präsentation der Arbeiten der Birgit-Jürgenssen-Preisträgerin | 26.04.2008 - 27.04.2008
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Hauptgebäude, Schillerplatz 3, 1010 Wien, Aula, 11.00 – 18.00 h, Eintritt frei

 

© Ulrike Köppinger:
Film Still aus "bis zum morgen I", 2007

 

Begrüßung | Stephan Schmidt-Wulffen, Rektor der Akademie der bildenden Künste Wien
Festrede in memoriam Birgit Jürgenssen | Felicitas Thun-Hohenstein, Kunsthistorikerin, Kuratorin und Professorin am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien
Laudatio Preisträgerin | Dorit Margreiter, Künstlerin und Professorin am Institut für bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien
Verleihung der Auszeichnung | Andrea Ecker, Leiterin der Kunstsektion des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur

Als Lehrende und als Mitglied diverser akademischer Gremien war Birgit Jürgenssen der Akademie der bildenden Künste Wien in besonderer Weise verbunden und bestimmte die Entwicklung des Hauses über Jahrzehnte entscheidend mit. Seit den frühen 80er Jahren war sie am Aufbau einer spartenübergreifenden Arbeitsplattform (Zwischenbereich Malerei/Fotografie) im Rahmen der Meisterschule Arnulf Rainer und später der Klasse Peter Kogler beteiligt, wobei ihr bis zu ihrem frühen Tod der Umgang und der Kontakt mit den Studierenden im Rahmen ihrer Lehre ein zentrales Anliegen blieb.

Kurz bevor sie verstarb, erhielt Jürgenssen für ihre künstlerische Arbeit, deren Ansatz – weit über die Grenzen eines Mediums hinaus – so verschiedene Ausdrucksformen wie Zeich-nung, Performance, Fotografie, Video und Objekte beinhaltet, den Würdigungspreis für Fotografie des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur zuerkannt. Der Preis-verleihung konnte sie persönlich nicht mehr beiwohnen und es ist dem Wunsch ihres Lebensgefährten Hubert Winter zu verdanken, dass der ihr zugesprochene Geldbetrag von EUR 11.000 als Preis für Studierende der Akademie der bildenden Künste Wien gestiftet wurde.

Laut einer Vereinbarung zwischen dem Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, der Akademie der bildenden Künste Wien und Herrn Hubert Winter wird somit heuer zum fünften Mal der Birgit-Jürgenssen-Preis im Gedenken an die Künstlerin in der Höhe von EUR 2.000,-- vergeben. Der Preis wird jährlich an eine Studentin oder einen Studenten der Akademie der bildenden Künste Wien für ihre/seine Arbeit im medialen Bereich verliehen, insbesondere unter Bedachtnahme auf Werke der künstlerischen Fotografie, der Video- oder (digitalen) Medienkunst.

Die Jury, bestehend aus Matthias Herrmann, Dorit Margreiter, Peter Noever und Felicitas Thun-Hohenstein hat den Birgit-Jürgenssen- Preis 2008 einstimmig Ulrike Köppinger zuerkannt. Sie zeichnet damit eine Künstlerin aus, deren Videos von einer komplexen, poetischen Visualität bestimmt sind.

Für ihre filmischen Essays entwirft Köppinger fiktive Szenarien, die die jeweilige Protagonistin bespielt und sich aneignet. Daraus ergeben sich Erzählungen über Körper und Raumrelationen in meist surrealen Welten, in denen Frauen die Hauptdarstellerinnen sind.

In der Doppelprojektion "bis zum morgen I" (2007) beispielsweise, sehen die BetrachterInnen aus der Perspektive einer Standkamera minutenlang einer Frau zu, die sich unruhig im Schlaf wälzt, sich immer wieder aufsetzt und schließlich den einen Bildausschnitt verlässt, um in den anderen zu gehen.

In der Arbeit "39˚" (2006) durchschreitet die Protagonistin in sehr kurzen Schnittabfolgen und teilweisen Überblendungen abwechselnd Außen- und Innenräume, die sowohl eine reale Ebene wie auch die fiktive Vorstellung davon darstellen. Sie geht dabei im Sand am Meer über den Abfluss der Badewanne in die Stadt Tokio und von dort in das Interieur einer Altbauwohnung.

Auch bei "gradiva" (2006) geht die Kamera einer Frau nach, die sich immer wieder von dieser entfernt und dabei durch Gänge und Kanäle schließlich ins Freie läuft um dort in einem Close-up die Verfolgung zu beenden.

Allen Arbeiten ist die Überwindung großer physischer Distanzen durch ein filmisches Nebeneinander gemein. Diese im bewegten Bild mögliche Aneinanderreihung von zunächst nicht zusammenhängenden Orten ergeben Handlungen, in denen sich Frauen Räume zu eigen machen, sie wieder verlassen, aber dennoch präsent bleiben.

(Text zu den Arbeiten der Preisträgerin: Dorit Margreiter)

Biografie Ulrike Köppinger
1984 in Schwerin (D) geboren, lebt und arbeitet in Wien.
Seit 2004 studiert sie an der Akademie der bildenden Künste Wien Bildende Kunst bei Matthias Herrmann (Kunst und Fotografie).

Birgit-Jürgenssen-Preisträger 2004: Pirmin Blum
Birgit-Jürgenssen-Preisträgerin 2005: Marlene Haring
Birgit-Jürgenssen-Preisträger 2006: Andreas Duscha
Birgit-Jürgenssen-Preisträger 2007: Björn Kämmerer


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