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Datum | 15.11.2013, 19.30 h
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Atelierhaus, Lehargasse 8, 1060 Wien, 2. Stock, Mehrzwecksaal

Eine öffentliche Veranstaltung der ERSTE Stiftung in Englisch.
Eintritt frei.

 
Von links nach rechts
Suzana Milevska (Foto: ERSTE Stiftung),
Ruth Noack
 

Zum Thema sprechen Suzana Milevska und Ruth Noack.
Einführung von Christine Böhler (Direktorin Programm Kultur,
ERSTE Stiftung), das anschließende Gespräch moderiert
Georg Schöllhammer (Herausgeber und Kurator).

Am Freitag, den 15. November 2013, fragen die Kunsthistorikerinnen und Kuratorinnen Suzana Milevska und Ruth Noack, wie man eigentlich Kurator_in wird. Im Rahmen der mehrtägigen Konferenz "PATTERNS Lectures" an der Akademie der bildenden Künste Wien berichten die beiden Dozentinnen in einem Gespräch von ihren Erfahrungen bei der Ausbildung von Kurator_innen.

Suzana Milevska, derzeit Stiftungsprofessorin für Zentral- und Südosteuropäische Kunstgeschichten an der Akademie der Bildenden Künste Wien, hat in den letzten Jahren beobachtet, dass der Kunsthistoriker zum Kurator wird ("Art Historian Becoming-Curator"). Ihr Vortrag beleuchtet den sich auflösenden Gegensatz vom theoretisch arbeitenden Kunsthistoriker und dem praktisch operierenden Kurator und die veränderte Ausbildung für beide Berufe. In Anlehnung an Gilles Deleuze fragt Milevska, "wie jemand weiß, welches Wissen er oder sie als Kurator oder Kuratorin hat und wie man die Gegensätze und Konflikte, die sich aus dem "Kunsthistoriker-Sein" und "Kurator-Werden" ergeben, in Einklang bringt".

Ethische und pädagogische Überlegungen stellt Ruth Noack an.
Ihr Vortrag "After the Royal College" basiert auf den Erfahrungen der Leiterin des Fachbereichs "Curating Contemporary Art" am Royal College of Art in London. Die Karrierechancen für angehende Kuratoren seien nicht besonders groß, so Noack. "Die finanziellen Mittel sind begrenzt und die Arbeitsbedingungen oft schlecht. Dennoch boomen Kurse zur kuratorischen Praxis". Sie fragt konkret: "Soll man diese Kurse überhaupt abhalten, wenn man bedenkt, dass es möglicherweise bereits genug ausgebildete Kuratorinnen und Kuratoren gibt, die den Bedarf decken? Und können wir vielleicht das System von Angebot und Nachfrage generell umgehen?"

Suzana Milevska ist Kunst- und Kulturtheoretikerin, Kuratorin und Stiftungsprofessorin für Zentral- und Südosteuropäische Kunstgeschichten an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie absolvierte ihren PhD am Goldsmiths College in London. 2004 war sie Forschungsbeauftragte der Fulbright Stiftung und 2001 P. Getty Curatorial Research Fellow. Von 2006 bis 2008 leitete sie das Zentrum für Visuelle und Kulturelle Forschung in Skopje/Mazedonien. Seit 1992 hat sie über 70 internationale Ausstellungen kuratiert. Ihre Texte zur Konstruktion nationaler Identität und geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Kunst und visuellen Kultur des Balkans sind in zahlreichen Publikationen erschienen. Ihr interdisziplinäres Langzeitprojekt The Renaming Machine (2008-2010) umfasste eine Reihe von Ausstellungen und Konferenzen (Ljubljana, Skopje, Pristina, Zagreb, Wien etc.) und eine Publikation. Sie veröffentlichte außerdem das Buch Gender Difference in the Balkans (Saarbrücken: VDM Verlag, 2010). Milevska recherchierte für die Projekte Gender Check (ERSTE Stiftung/Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien) und Call the Witness (Roma-Pavillon der 54. Biennale von Venedig 2011) und kuratierte die Ausstellungen Call the Witness (BAK, Utrecht) sowie Roma Protocol im österreichischen Parlament. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Erforschung der Kunst in postsozialistischen und Übergangsgesellschaften, auf kollaborative und partizipatorische Kunstpraktiken sowie feministische und queere Themen. Sie wurde dafür 2012 mit dem Igor Zabel Award for Culture and Theory und dem ALICE-Award für politische und kuratorische Arbeit ausgezeichnet.

Ruth Noack hat eine Ausbildung als bildende Künstlerin und Kunsthistorikerin und arbeitet seit den 1990ern als Autorin, Kunstkritikerin, Universitätsdozentin und Ausstellungsmacherin. 2007 kuratierte sie die documenta 12 in Kassel. Sie zeichnete für Ausstellungen wie Szenen einer Theorie (Depot, Wien, 1995), Dinge, die wir nicht verstehen (Generali Foundation, Wien, 2000), Formen der Organisation (Kunstraum der Universität Lüneburg; Škuc, Ljubljana; Hochschule für Graphik, Leipzig, 2002 - 2003) und Die Regierung/The Government (Witte de With, Rotterdam; MAC, Miami; Secession, Wien, 2005) verantwortlich. 2012 plante sie u.a. das Ausstellungskonzept für die Busan Biennale (Garden of Learning). Derzeit arbeitet sie an Sleeping with a VengeanceDreaming of a Life (2015) und Fragments and Compounds (Ethnologisches Museum, Berlin; Neue Galerie, Kassel; Johann Jacobs Museum, Zürich, 2014). 2012/2013 leitete Noack den Bereich „Kuratieren Zeitgenössischer Kunst“ am Royal College of Art in London und war Forschungsleiterin des EU-Projekts MeLa – European Museums in an age of migrations. 2013 veröffentlichte sie die Sanja Ivekovic: Triangle (Afterall Books) sowie Agency, Ambivalence, Analysis. Approaching the Museum with Migration in Mind für das Polytechnikum Mailand.

Weitere Informationen unter www.patternslectures.org