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Datum | 21.05.2013, 19.00 h
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Atelierhaus, Lehargasse 6-8, 1060 Wien, Prospekthof

On Urban Mobilities
Gregor Stratil-Sauer, MA18, department of city development (Wien)
Aglaee Degros (Rotterdam), Socrates Stratis (Nicosia)

Eine Kooperation zwischen der Akademie der bildenden Künste Wien, Institut für Kunst und Architektur und Europan Österreich, mit einer besonderen Unterstützung durch die Stadt Wien

 

Ist es möglich Stadtplanung als einen hartnäckig vorgebrachten, kulturellen Auftrag zu etablieren, um die bestmögliche Zukunft für eine "Stadt", die wir als Schauplatz des radikalen Nebeneinanders verstehen, zu erlauben?

Ist es nicht unumgänglich, "Stadtplanung" ohne Kompromiss als kulturelles Projekt zu diskutieren, wenn wir uns vor Augen halten, dass dieses Projekt stets in den Bereich der technischen Disziplinen abgeschoben wurde?

Kann die ambivalente Figur der ArchitektIn - der SpezialistIn für den Kontext - überhaupt noch zwischen Human-, Sozial- und Ingenieurswissenschaften vermitteln?

Das STÄDTEBAU-QUARTETT ist ein fortlaufendes Diskussionsformat: eine offene, in englischer Sprache geführte Serie, welche die in Wien sehr ambitioniert geführte Diskussion über Stadtplanung anheizen soll.

Das STÄDTEBAU-QUARTETT sind 4 Personen: Roland Rainer Professor Bernd Vlay (Gastgeber) heißt einen Vertreter der Wiener Stadtplanungskultur und 2 internationale Gäste willkommen. Die Gäste werden die Diskussion provozieren, indem sie "heiße" Themen zum internationalen Stadtplanungsdiskurs in den Raum stellen.

21. Mai 2013, 19.00 Uhr

DAS STÄDTEBAU-QUARTETT 1
On Urban
Mobilities
Gregor Stratil-Sauer, MA18, department of city development (Wien)
Aglaee Degros (Rotterdam), Socrates Stratis (Nicosia)

Aglaee Degros is architect, teacher and researcher, based in Rotterdam, co-founder of Artgineering (w. Stefan Bendiks); 2010/11 she was visiting professor on "Urban Culture and Public Space", TU-Wien; she is member of the Scientific Council of Europan Europe.

Socrates Stratis, based in Nicosia, architect and urbanist, Tenure Track Professor at the Department of Architecture, University of Cyprus; co-founding member of AA & U for Architecture, Art and Urbanism, an agency for interdisciplinary activities regarding the public domain; he is member of the Scientific Council of Europan Europe.

Warum ist der städtebauliche Praxisdiskurs zur Mobilität so faszinierend weit von dem entfernt, was uns die Vernunft, unsere empirischen Grundlagen und das, was wir weithin Ökologie nennen, raten würden? Ist Mobilität als reine Fortbewegung nicht die reinste Phantasie, "pragmatisiert" unter dem funktionalistischen Deckmantel der Erreichbarkeit?

Das Quartett widmet sich einem erweiterten Mobilitätsbegriff, der einerseits die Spezialisierung auf technische Fragestellungen, andererseits die Fortbewegung als Zweck der Mobilität in Frage stellt. Inder kulturgeschichtlich motivierten Annäherung von Aglaee Degros und Socrates Stratis wird Mobilität als eine in der Planung desaströs unterschätzte, über das Design der "Zwischenräume weit hinausgehende "Kultur" des Städtebaus sichtbar.

Ist Mobilität vielleicht der heimliche Code, der das urbane Potenzial von Orten - Gebäuden, Quartieren, Regionen - bestimmt? Generiert die Struktur der Mobilität möglicherweise das, was wir das Programm der Stadt nennen?

28. Mai 2013, 19.00 Uhr
DAS STÄDTEBAU-QUARTETT 2
Is growing growing? How does a city [Vienna] grow?
Robert Temel, researcher (Wien)
Ines Weizman (London), Eyal Weizman (London)

Ines Weizman is architect and critic, teacher at the London Met, Faculty of Architecture & Spatial Design, based in London.

Eyal Weizman is intellectual and architect, professor of Spatial and Visual Cultures at Goldsmiths, University of London, and Director of the Centre for Research Architecture - a "laboratory for critical spatial practices".

25.000 mehr Menschen jedes Jahr in Wien. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach dem richtigen Wachsen und einem im Raum stehenden Kidnapping: entzieht der derzeitige Wohnungsdruck der Stadt Wien möglicher Weise wichtige Spielräume hinsichtlich ihrer sozialen und politischen Ansprüche an die Form ihres Wachstums?

Die Nachfrage am Wohnungsmarkt ist mit einem Mangel an Ressourcen in der sozialen Infrastruktur ebenso verbunden wie mit dem Machtdiktat der Quantität. Welche Qualitätskriterien, welche Ideologien, welche Strategien steuern einen derartig unter Druckstehenden Wohnungsbau?

Die analytischen Werkzeuge von Ines Weizman und Eyal Weizman konzentrieren sich auf die Freilegung der politischen und ideologischen Konzepte, die in der Diskussion über städtebauliche Strategien ausgeblendet bleiben. Wohnmodelle sind immer auch gesellschaftspolitische Modelle, Wohnbauten ihre physische Manifestation. Innerhalb dieses Betrachtungsraums werden die unbemerkten Essenzen des Wachstumsprogramms Wohnen - sein gesellschaftspolitisches und damit auch städtebauliches Wirken - aufgespürt und formuliert.

6. Juni 2013, 19.00 Uhr
DAS STÄDTEBAU-QUARTETT 3
Campus City,
Open City, Gated City?
Angelika Fitz, curator (Wien)
Didier Rebois (Paris), Kaye Geipel (Berlin)

Didier Rebois is architect, author, and teacher, based in Paris; professor at ENSAPLV, General Secretary of EUROPAN Europe, urban expert at the Institut pour la Ville en Mouvement IVM;

Kaye Geipel is architect, author, exhibition curator and architetural historian. Based in Berlin; vice-editor in chief of the bauwelt-magazine, Berlin;

Der Horizont für die Impulsbeiträge ist der Mythos des durchmischten Stadtquartiers und die Möglichkeiten, es zu planen. Dabei wird die Ambivalenz zwischen "themed development" und "open city" angesprochen: Referenzen zu Didier Rebois Analyse bilden Kees Christianses Projekt "Open City" und die von den jungen ArchitektInnen hartnäckig vorgebrachten Konzepte formal "geschlossener" Anlagen bzw. thematischer Inszenierungen.

Kaye Geipel hat sich in den letzten Jahren konstant die Frage nach der "Integrität" von urbanen Quartieren gestellt. Sein Statement adressiert ein Dilemma des Versprechens nach durchmischter Lebendigkeit: ist dieses Vesprechen etwa das Produkt eines Verwertungsprozesses, der von der Kontrolle sozialer Milieus, dem Vermeiden möglicher Konflikte und dem schrumpfende Anteil öffentlicher Mittel angetrieben wird?

Können eingrenzende Figuren an und für sich - seien sie typologisch wie z.B. ein umgrenzter Binnenraum, seien sie thematisch wie z.B. der Campus - zu initiierenden Faktoren lebendiger Durchmischung werden? Müssen wir offene Enklaven proklamieren, um sie den zahllosen Beschränkungen des offenen Raums entgegenzuhalten? Kann unsere Obsession der offenen Stadt anders als mit einer Paranoia vor geschlossenen Figuren befriedigt werden?