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Mit ihrem fünften Entwicklungsplan steht die Akademie der bildenden Künste Wien vor dem nächsten Entwicklungsschritt und einer weiteren Profilierung, die die Stellung der Akademie als eine der bedeutendsten Ausbildungsstätten vor allem für Künstlerinnen, Künstler und Künstler*innen weltweit weiter ausbauen und für die Zukunft festigen sollen.

Die Akademie der bildenden Künste Wien als eine der prägenden Institutionen des tertiären Bildungssektors in Österreich verfolgt einen künstlerisch und wissenschaftlich geleiteten, generalistischen Bildungsanspruch, der unterschiedliche Bildungswege – je nach Studienziel und persönlicher Lebensplanung – unter möglichst optimalen Bedingungen für Studierende zulässt und dabei versucht, sich gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen. Die Akademie besteht in diesem Zusammenhang auf ihrem Selbstverständnis als Kunstuniversität, welche ganz grundlegend durch die Einheit von Forschung/Entwicklung und Erschließung der Künste und Lehre definiert ist und Bildung hierbei einer wesentlich weitreichenderer Rolle als Aus-Bildung zukommen lässt. Abgesehen von den jeweils spezifischen Bildungszielen der einzelnen Studienrichtungen soll allen Studierenden zur Entwicklung von Kritik- und Urteilsfähigkeit, Selbstreflexion und Toleranz befähigt werden. Es ist Aufgabe der Akademie der bildenden Künste Wien, Bildung durch Kunst und Wissenschaft für die Gesellschaft und ihre Verfasstheit umzusetzen.

Es ist weiters die Aufgabe der Akademie der bildenden Künste Wien, den Mitarbeiter_innen bestmögliche Bedingungen zur Entwicklung und Erschließung der Künste und zur Forschung zur Verfügung zu stellen um damit eine Grundlage für die internationale Positionierung der Akademie und aller ihrer Angehörigen zu sichern.

Die Akademie der bildenden Künste Wien wird diese gesellschaftlichen Aufgaben in besonderer Weise wahrnehmen, verfügt sie doch über künstlerische, künstlerisch-wissenschaftliche, wissenschaftliche, technische und kunstpädagogische Studienrichtungen, über ein umfassendes Werkstätten- und Laborangebot und über einzigartige Einrichtungen, wie die Gemäldegalerie, die Glyptothek, das Kupferstichkabinett, die Universitätsbibliothek und das Universitätsarchiv, die eine Verbindung zwischen Lehre, Forschung und Kunst hin zur Öffentlichkeit, hin zur Gesellschaft gewährleisten. Es ist unser Ziel, das Profil der Akademie in dieser Weise weiterzuentwickeln und dahingehend zu schärfen, sodass die signifikante, klar definierte und international hervorragende Position im Feld der zeitgenössischen Kunstentwicklung, der Architektur, der Kunst- und Kulturpädagogik, der Konservierung und Restaurierung, der Naturwissenschaften in den Künsten, der Kunst- und Kulturwissenschaften und der künstlerischen Forschung weiterhin besetzt und ausgebaut wird. Die Weiterentwicklung der auf allen Ebenen bestehenden nationalen und vor allem internationalen Kooperationen und Vernetzungen ist integraler Bestandteil dieser Perspektive.

Die künstlerische, künstlerisch-wissenschaftliche und wissenschaftliche Produktion und Praxis sind durch vielfältigste Formen geprägt, die in den unterschiedlichsten (Berufs-)Feldern ihre Entfaltung finden und je spezifische Lehrformen erfordern. Der Schwerpunkt der Akademie liegt auf der Entwicklung und Erschließung der Künste. Sie zählt bereits heute zu den angesehensten Bildungseinrichtungen des tertiären Sektors im Bereich der künstlerischen Forschung.

Die künstlerische (Aus-)Bildung an der Akademie der bildenden Künste Wien bewegt sich zwischen der Orientierung an einem immer aggressiver werdenden Kunstmarkt und einer totalen Verweigerung an der Teilnahme an diesem mit der Blickrichtung auf institutionenkritische und nicht zuletzt gesellschaftspolitische Aktionsfelder der bildenden Kunst.

Die Akademie der bildenden Künste Wien versteht sich aber auch als (bildungs-)politische Institution, der es angesichts von sich stark verändernden ökonomischen und sozialen Bedingungen ein Anliegen ist gesellschaftliche Entwicklungen zu analysieren, zu kritisieren und öffentlich zur Debatte zu stellen; das sind zunächst im engeren Sinne bildungspolitische Inhalte wie die immer stärker in Frage gestellte, aus unserer Perspektive jedoch unabdingbare, Differenzierung des tertiären Sektors insbesondere zwischen Universitäten und Fachhochschulen, sowie die zunehmende unhinterfragte Akzeptanz von Privatuniversitäten. Weiters ist die zunehmende Tendenz, das Paradigma Leistung ausschließlich quantitativ zu bewerten und als Grundlage von Finanzierung und Erfolg heranzuziehen, kritisch zu hinterfragen: Die durch diese Vorgehensweise insinuierte Objektivität verkennt und negiert dabei, auf qualitativ zu wertende Prozesse und Ergebnisse einzugehen.

Die Akademie der bildenden Künste Wien hat in den letzten Jahren in vielen Vorhaben Schwerpunkte für Migrant_innen und Geflüchtete gesetzt. Diese sind in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln und auszubauen. Der Akademie ist es ein Anliegen den hier bestehenden gesellschaftspolitischen Herausforderungen und den zunehmenden Verschärfungen im Aufenthalts- und Fremdenrecht auf allen Ebenen entgegenzuwirken.

Dieser für die nächsten sechs Jahre vorzulegende Entwicklungsplan der Akademie der bildenden Künste steht unter der Prämisse angesichts steigender Studierendenzahlen das Betreuungsverhältnis in den notwendigen Bereichen nachhaltig zu verbessern, mittelfristig – angesichts der in den letzten 10 Jahren um rund 50% gestiegenen Studierendenzahl – das Raumangebot zu vergrößern, die bestehenden Studienprogramme weiter, vor allem international, zu profilieren und gegebenenfalls neue Studienangebote zu implementieren, die führende Rolle im Bereich künstlerischer Forschung (Artistic-Research, Arts-based-Research) zu verstetigen und weiter auszubauen, die öffentliche Präsenz der Akademie sowie der Mitarbeiter_innen und Studierenden durch zielgruppenspezifische Aktivitäten zu stärken und das Engagement im Bereich Migrations- und Geflüchtendenpolitik sowie für LGBTQI-Personen fortzusetzen.

Die Akademie der bildenden Künste Wien wird weiterhin ihre Ausnahmeposition in der österreichischen Universitätslandschaft betreffend Gleichbehandlung beibehalten und stärken und diese auch hinsichtlich der Profilierung als »Non-Binary Universität« Maßnahmen zur Stärkung der Geschlechter-Diversität entwickeln und implementieren.

Durch die Einrichtung des neuen Studiensaals für das Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien im Zuge der Bestandsanierung werden nunmehr Wissenschafter_innen und Künstler_innen wieder uneingeschränkt Zugang zu dieser einzigartigen Sammlung haben. Gemäldegalerie | Kupferstichkabinett | Glyptothek werden den bereits eingeschlagenen Weg der stärkeren öffentlichen Präsenz fortsetzen, und die zielgruppenspezifischen Angebote weiterentwickeln.

Das Rektorat der Akademie dankt allen Beteiligten für eine konstruktive und ergebnisreiche Debatte sowie für das gezeigte umfassende Engagement.

Eva Blimlinger, Rektorin
Andrea B. Braidt, Vizerektorin für Kunst I Forschung
Karin Riegler, Vizerektorin für Lehre I Nachwuchsförderung


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