Mit ihrem vierten Entwicklungsplan steht die Akademie der bildenden Künste Wien vor dem nächsten Entwicklungsschritt und einer weiteren Profilierung, die die Stellung der Akademie als eine der bedeutendsten Ausbildungsstätten vor allem für Künstlerinnen und Künstler weltweit weiter ausbauen und für die Zukunft festigen sollen.

Die Akademie der bildenden Künste Wien als eine der prägenden Institutionen des tertiären Bildungssektors in Österreich verfolgt einen künstlerisch und wissenschaftlich geleiteten, generalistischen Bildungsanspruch, der unterschiedliche Bildungswege - je nach Studienziel und persönlicher Lebensplanung - unter möglichst optimalen Bedingungen für Studierende zulässt und dabei versucht, sich gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen. Abgesehen von den jeweils spezifischen Bildungszielen der einzelnen Studienrichtungen soll allen unseren Studierenden das Rüstzeug zur Entwicklung von Kritik- und Urteilsfähigkeit, Selbstreflexion und Toleranz zur Verfügung gestellt werden. Es ist Aufgabe der Akademie der bildenden Künste Wien, Bildung durch Kunst und Wissenschaft für die Gesellschaft und ihre Verfasstheit umzusetzen.

Es ist weiters die Aufgabe der Akademie der bildenden Künste Wien, den Mitarbeiter_innen bestmögliche Bedingungen zur Entwicklung und Erschließung der Künste und zur Forschung zur Verfügung zu stellen um damit eine Grundlage für die internationale Positionierung der Akademie und aller ihrer Angehörigen zu sichern.

Die Akademie der bildenden Künste Wien wird diese gesellschaftlichen Aufgaben in besonderer Weise wahrnehmen, verfügt sie doch über künstlerische, künstlerisch-wissenschaftliche, wissenschaftliche, technische und kunstpädagogische Studienrichtungen, über ein umfassendes Werkstätten- und Laborangebot und über einzigartige Einrichtungen, wie die Gemäldegalerie, das Kupferstichkabinett und die Bibliothek, die eine Verbindung zwischen Lehre, Forschung und Kunst hin zur Öffentlichkeit, hin zur Gesellschaft gewährleisten. Es ist unser Ziel, das Profil der Akademie in dieser Weise weiterzuentwickeln und dahingehend zu schärfen, sodass die signifikante, klar definierte und international hervorragende Position im Feld der zeitgenössischen Kunstentwicklung, der Architektur, der Kunst- und Kulturpädagogik, der Konservierung und Restaurierung, der Naturwissenschaften in den Künsten, der Kunst- und Kulturwissenschaften und der künstlerischen Forschung weiterhin besetzt und ausgebaut wird. Die Weiterentwicklung der auf allen Ebenen bestehenden nationalen und vor allem internationalen Kooperationen und Vernetzungen ist integraler Bestandteil dieser Perspektive.

Die künstlerische, künstlerisch-wissenschaftliche und wissenschaftliche Produktion und Praxis sind durch vielfältigste Formen geprägt, die in den unterschiedlichsten (Berufs-)Feldern ihre Entfaltung finden und je spezifische Lehrformen erfordern. Der Schwerpunkt der Akademie liegt auf der Entwicklung und Erschließung der Künste. Sie zählt bereits heute zu den angesehensten Bildungseinrichtungen des tertiären Sektors im Bereich der künstlerischen Forschung.

Die künstlerische (Aus-)Bildung an der Akademie der bildenden Künste Wien bewegt sich zwischen der Orientierung an einem immer aggressiver werdenden Kunstmarkt und einer totalen Verweigerung an der Teilnahme an diesem mit der Blickrichtung auf institutionenkritische und nicht zuletzt gesellschaftspolitische Aktionsfelder der bildenden Kunst.

Dieser Entwicklungsplan steht unter der Prämisse, dass die nächste Leistungsvereinbarungsperiode von der projektierten Bestandssanierung der Akademie der bildenden Künste Wien geprägt sein wird. Es wird für Lehrende, Studierende und Mitarbeiter_innen der Verwaltung eine besondere Anstrengung und Motivation erfordern, eine Gesamtübersiedlung des Hauses am Schillerplatz in ein Ausweichquartier bei laufendem Betrieb durchzuführen. Es ist vorrangiges Ziel, trotz Übersiedlung und Bestandssanierung die Lehre, die Entwicklung und Erschließung der Künste und die Forschung nicht nur reibungslos weiterzuführen, sondern in hier beschriebener Weise auszubauen und die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Das Rektorat der Akademie dankt allen Beteiligten für eine konstruktive und ergebnisreiche Debatte sowie für das gezeigte umfassende Engagement. Die Inhalte des vorliegenden Entwicklungsplans wurden in mehreren Klausurtagungen gemeinsam mit dem Senat, den Vorsitzenden der Curriculakommissionen, den Leiter_innen der Institute, dem Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen sowie den Vertreter_innen der Österreichischen Hochschüler_innenschaft erarbeitet.

Eva Blimlinger, Rektorin
Andrea B. Braidt, Vizerektorin für Kunst I Forschung
Karin Riegler, Vizerektorin für Lehre I Nachwuchsförderung