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Die Vortragsreihe Feminist Idols bietet einmal jährlich Wegbereiterinnen feministischer Ideen und/oder künstlerischer Praxis eine Bühne und die Möglichkeit, mit dem Publikum in Diskurs zu treten: Theoretische Ideen, praktische Handlungsvorschläge und kreative Kunstpraktiken finden ebenso Raum wie die Formulierung von Utopien und Dystopien.

Der Titel Feminist Idols ist dabei bewusst ambivalent gehalten: Einerseits sollen durch die Einladung an die Akademie der bildenden Künste engagierte feministische Kolleginnen und deren Arbeit honoriert werden. In einer Zeit, die von einigen als post-feministisch bezeichnet wird, möchte die Akademie ein starkes Signal setzen und deutlich machen, dass es feministische Ideen gibt, welche die Kraft haben, Prozesse anzustoßen und Veränderungen herbeizuführen. Um feministische Ideen für die Zukunft zu entwickeln, ist eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Ursprung von Ideen unumgänglich – Grundlagen- und Kontextarbeit im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Reihe Feminist Idols soll analytische Blickwinkel für die feministische Forschung und Kunst präsentieren, hinterfragen und diskutieren. In diesem Sinne ist der Titel durchaus wörtlich zu verstehen: die eingeladenen Ideengeberinnen sind Vordenkerinnen der feministischen Kunst und Theorie. Andererseits stellen sich natürlich auch Fragen: Was macht ein (feministisches Idol) aus? Wie gehen wir mit Hierarchien und Machtstrukturen in feministischen Diskursen um? Wie begegnet ein Kollektiv der Überhöhung einer einzelnen Person? Wie wirkt sich dies auf die Person selbst und ihre Arbeit aus? Welche möglichen Widersprüche lassen sich finden, welche Unterschiede erkennen? Die Person auf dem Podest soll keinesfalls zu einem unkritisierbaren, heroischen Wesen verklärt werden. Die Reihe soll zu einer fundierten Auseinandersetzung und Verortung von Ideen anregen – sowohl mit sich selbst, der eigenen Position, aber auch mit den Vortragenden und deren Theorien und (Kunst-)Praktiken.

Das Logo der Reihe impliziert auch das Augenzwinkern, mit dem der Titel zu verstehen ist. Die Referenz zu einem bekannten amerikanischen Fernsehformat, das neue Stars und Starlets mit höchst zweifelhaften performativen Erfolgen sucht, ist bewusst gewählt und soll der Ambivalenz des Konzeptes der Idolisierung Ausdruck verleihen. Das Logo soll spielerisch die Vieldeutigkeit des Titels versinnbildlichen: die drei roten Linien stellen einerseits Lichtstrahlen darf, die zumal auch einen Heiligenschein bilden. Andererseits formen sie auch Wimpern, die zum Zwinkern bereit sind.

Den offiziellen Auftakt zur Serie gestaltete 2016 die feministische Filmwissenschafterin Laura Mulvey. Ihr Aufsatz Visuelle Lust und narratives Kino bildet eines der grundlegenden Werke feministischer Filmtheorie. In der Konzeptionsphase der „Feminist Idols“- Reihe wurden auch die feministische Künstlerinnengruppe The Guerilla Girls und die feministische Literaturwissenschaftlerin Gayatri Chakravorty Spivak eingeladen, ihre Ideen zu diskutieren. 2017 widmete sich die US-amerikanische Filmwissenschafterin Linda Williams im Rahmen der „Feminist Idols“ den Fragen, inwieweit die Erfindung der Pornografie mit früheren Formen erotischer Kunst gebrochen hat und warum pornografische Bilder gerade im Zusammenhang mit der Entwicklung der Moderne entstanden.


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