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Datum | 26.04.2007 - 29.04.2007
Ort | Messezentrum, Messeplatz 1, 1020 Wien

Ein Projekt des Ordinariats für Kunst und Fotografie der Akademie der bildenden Künste Wien und der VERBUND-Austrian Hydro Power AG

 

© David Payr: Stausee Schlegeis, analoge C-Prints, 2006

 

Seit dem Juni 2006 hat das Ordinariat für Kunst und Fotografie (seit März 2006 unter der Leitung von Matthias Herrmann) gemeinsam mit der VERBUND-Austria Hydro Power AG ein Projekt erarbeitet, das in einer Ausstellung (14.03. - 23.03.2007 im Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste Wien, Lehárgasse 8, 1060 Wien) und einer Publikation mündete.

Weder von Seiten des Verbunds noch vom Ordinariat für Kunst und Fotografie aus gab es inhaltliche oder technische Vorgaben für dieses Projekt; den teilnehmenden Studierenden war es völlig freigestellt, welchen Fokus sie für ihre Arbeiten wählen (und die Teilnahme stand allen Studierenden des Ordinariats für Kunst und Fotografie offen). Die einzige Vorgabe von seiten des Unternehmens war, dass die Studierenden die Wasserkraftwerke des Verbundes in einer ihnen allein überlassenen Art und Weise in die zu erschaffenden Werke einbinden. Im Gegenzug verpflichtete sich der Verbund, eine Betreuung der Arbeiten vor Ort durch das Kraftwerkspersonal sicherzustellen.

  © Julia Müller  

Die Studierenden formulieren ihre Arbeiten von einer grossen Bandbreite an technischen und inhaltlichen Standpunkten aus. Dokumentarische, sowohl die historischen Gegebenheiten als auch die aktuellen Veränderungen der Energiewirtschaft mitdenkende Ansätze wie die von Sandra Kosel, Severin Koller, Markus Oberndorfer und Julia Müller-Maehner stehen gleichberechtigt neben Arbeiten, die eher aus einem wahrnehmungstheoretischen Gedanken heraus entwickelt werden, wie die von Jennifer Elisabeth Fetz und Robert Bodnar. Eine rein konzeptuelle Arbeit von Itai Margula steht klassisch inszenierter Fotografie von Caroline Heider gegenüber - hier zeigt sich deutlich, wie virtuos die Studierenden klassische künstlerische Ansätze für sich adaptieren können. Die beiden Videoarbeiten von Anna Barfuss und Ulrike Koeppinger sind prägnante Minispielfilme, in atmosphärisch dichten Bildern - wogegen Linda Reifs äußerst verknapptes, auf einen einzigen Punkt abzielendes bewegtes Bild erst aufgrund einer Kargheit des Blicks funktionieren kann.

  © Sophie Tiller  

Filip Hirschegger und Sophie Tiller fügen dem Material - was die Kraftwerke in diesem Projekt in erster Linie sind - eine persönlich zu nennende Ebene hinzu, machen es sich so zu eigen, wohingegen Susi Krautgartner dies in erster Linie über eine konzeptuelle Zusammenführung a priori nicht zusammengehörender Bilder, oder Ausschnitte, erreicht. David Payr löst die Kraftwerksarchitektur - die per definitionem eine robuste, Sicherheit und Kraft ausstrahlende ist - in seinen Fotos fast auf, versöhnt quasi Natur und Technik. Kosta Tonev konstruiert in seinen Zeichnungen imaginäre Kreisläufe, die völlig zwischen Realität und Imagination schwanken; in seinem gemeinsam mit David Wiltschek entwickelten Comic skizzieren die beiden eine (nicht sehr erfreuliche) Zukunft der Welt, gesehen aus dem Blickwinkel der Energiewirtschaft, der bei allem Pessimus doch ein Lichtblick eingeschrieben ist: "Die Lage scheint hoffungslos, doch halt! Es gibt jemanden der uns retten kann!". Messianische Heilslehre und aus dem absolut Konkreten kommende Abstraktion wie in den Fotografien von Jennifer Elisabeth Fetz: das Feld ist breit gesteckt.

  © Tonev und Wiltschek  

Teilnehmende KünstlerInnen:
Anna Barfuss
Robert Bodnar
Jennifer Elisabeth Fetz
Caroline Heider
Filip Hirschegger
Ulrike Koeppinger
Severin Koller
Sandra Kosel
Susi Krautgartner
Itai Margula
Julia Müller-Maenher
Markus Oberndorfer
David Payr
Linda Reif
Sophie Tiller
Kosta Tonev
David Wiltschek