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16.7.2011
Der österreichische Maler und langjährige Akademieprofessor Markus Prachensky ist in der Nacht auf Samstag nach schwerer Krankheit 79-jährig verstorben. Prachensky zählte zu den bedeutendsten abstrakten Malern und war - neben Arnulf Rainer, Wolfgang Hollegha und Josef Mikl - in den 1960er Jahren Begründer der legendären Gruppe St. Stephan um Monsignore Mauer.

 
Markus Prachensky, Foto: © Aleksandra Pawloff
 

Prachensky wurde am 21. März 1932 als Sohn des renommierten Malers und Architekten Wilhelm Nicolaus Prachensky in Innsbruck geboren. Mit 20 Jahren ging er nach Wien und studierte Architektur, eher er sich 1953 zusätzlich dem Studium der Malerei an der Akadmie der bildenden Künste widmete. Nach einigen frühen, von Mondrian beeinflussten, geometrischen Bildern brach er aus dem strengen Korsett aus und zeigte mit der abstrakten Expressivität seines unverwechselbaren Rots seine eigene Charakteristik.

Er arbeitete in Deutschland und Frankreich und übersiedelte 1967 für zwei Jahre nach Los Angeles. In Folge unternahm Prachensky viele Reisen nach Italien sowie in den Nahen und Fernen Osten, ließ sich von den Farben und Formen südlicher Landschaften und Architekturen inspirieren und dokumentierte seine Eindrücke durch zahlreiche Bilder. Aufsehen erregte der Künstler 1959 mit der Aktion „Peinture liquide“ im Wiener Theater am Fleischmarkt, bei der er Leinwände von oben mit Farben übergoss.

1983 wurde er Professor an der Wiener Akademie der bildenden Künste Wien und Leiter der Meisterschule für Malerei, 2000 emeritierte er.

Als Galionsfigur des österreichischen Informel ist Prachensky aus dem Kanon der heimischen Kunst nach 1945 nicht wegzudenken. So widmete 2002 das Belvedere „dem wichtigsten Vertreter des abstrakten Expressionismus dieses Landes“ anlässlich seines 70. Geburtstags eine umfangreiche Retrospektive.