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Am 28.06.2018 wurde an der Akademie die Diplomarbeit Untersuchung, Konservierung/Restaurierung und Rekonstruktion des ältesten bekannten Wiener Kontrabasses von Nikolaus Leidolff 1693 vonJosef Rath präsentiert. Anschließend unterzeichneten Eva Blimlinger, Rektorin Akademie und Sabine Haag, Generaldirektorin KHM-Museumsverband den Kooperationsvertrag.

 

Unterzeichnung Kooperationsvertrag mit dem KHM/Sammlung alter Musikinstrumente
von li nach re: Eva Blimlinger (Rektorin), Josef Rath (Diplomand am Institut für Konservierung-Restaurierung), Sabine Haag (Generaldirektorin KHM), Wolfgang Baatz (Leitung Institut für Konservierung-Restaurierung)

 

Seit vielen Jahren besteht ein reger künstlerisch-wissenschaftlicher Austausch zwischen dem Institut für Konservierung und  Restaurierung und der Sammlung alter Musikinstrumente. Die Verbindung der jeweiligen Expertisen hat zu einer europaweit einzigartigen Möglichkeit geführt, in dem Fach Konservierung-Restaurierung historischer Musikinstrumente eine Ausbildung auf universitärer Ebene im Rahmen einer der weltweit prominentesten einschlägigen Sammlungen zu etablieren.

Im Europäischen Kulturerbejahr 2018 und anlässlich der Fertigstellung der Restaurierung des ältesten bekannten Wiener Kontrabasses von Nikolaus Leidolff 1693 schließen nun die Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien, Eva Blimlinger und die Generaldirektorin des KHM-Museumsverbandes, Sabine Haag, ein umfassendes Kooperationsabkommen ab. Zukünftig werden Lehrende und Studierende in der Sammlung alter Musikinstrumente gemeinsam mit Kurator_innen Exponate für Restaurierungen auswählen und diese dann im Rahmen ihres Studiums fachgerecht durchführen.

Kontrabass_ Kontrabass N. Leidolff Vorzustand
© Josef Rath
 

Das im Rahmen der Diplomarbeit von Josef Rath restaurierte Instrument mit geschnitztem Engelskopf stammt von Nikolaus Leidolff. Er war Begründer einer Geigenbauerdynastie in Wien und Graz und Gründungsmitglied der Wiener Geigenmacherinnung. Die Zustandsanalyse zeigte die Geschichte und Entwicklung des Kontrabasses: Vom einstigen edlen Topinstrument führte der Abstieg im Zuge von Umbauarbeiten und zahlreichen, vielfach dilettantischen Reparaturen bis hin zum Gebrauchsinstrument in der Volksmusik. Bevor das Instrument in den Handel kam, war seine letzte Station in Ungarn - eine der Saiten war am Ende durch ein Elektrokabel ersetzt worden.

Ein großer Teil der Diplomarbeit beschäftigte sich nun mit der minutiösen Untersuchung des Instrumentes und mit dem historischen Kontext in den es vermutlich eingebettet war. Auch eine hypothetische Spielbarkeit und deren Konsequenzen wurden von Josef Rath und seinem Betreuer an der Sammlung alter Musikinstrumente, Priv.Doz.Mag.Dr. Alfons Huber diskutiert. In der praktischen Arbeit wurde der Kontrabass von dickem Streichbogen-Kolophoniumstaub befreit, gefährdete Bereiche konsolidiert und Risse stabilisiert. Dazu wurde der Korpus geöffnet, wofür eine eigene Stützkonstruktion entwickelt wurde, um den Korpus passgenau wieder schließen zu können. Am Ende wurde aufgrund der Fragilität des Instruments lediglich eine Schaubesaitung angebracht.

Kontrabass_Spuren Spuren alter Reparaturen, UV-Fluoreszenz
© Josef Rath
 

Der originale Wiener Kontrabass befindet sich in der Sammlung alter Musikinstrumente. Mit den in der Restaurierung gewonnenen Informationen wurde im Anschluss an die Restaurierung vom Diplomanden eine genaue Rekonstruktion des ursprünglichen Instruments erstellt, die derzeit am Institut für Konservierung-Restaurierung zu besichtigen ist. 


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