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08.03.2019

 

© Ludwig Löckinger

 

Mit großem Erschrecken und fassungslos mussten wir erfahren, dass unser langjähriger Kollege, Mitarbeiter, Lehrer und Freund Ludwig Löckinger sich am vergangenen Mittwoch das Leben genommen hat. Seine Situation erschien ihm aussichtslos, sein Leben nicht mehr sinnvoll. Der Zweifel war übermächtig geworden.

Geboren 1973 in Linz, wechselte Löckinger aus einem Studium der Theaterwissenschaft (1992-1994) an die Filmakademie in Wien, Studienrichtung Kamera und Bildtechnik (1994) und diplomierte in Bildtechnik und Kamera (2002). Als Kameramann arbeitete er zunächst mit dem Schwerpunkt professionelle HD-Videosysteme und galt hier als absoluter Spezialist. Er realisierte jedoch auch zahlreiche eigene Projekte bei denen er Regie führte, auch immer wieder Kamera (zB: 1994: TRAGÖDIE IN EINEM AUFZUG (16 mm, 5 min); 1996: SPERRSTUNDEEE! (16 mm, 7 min), 2000: 180 – HUNDERTACHTZIG (35 mm, 50 min), Festivals: International Film Festival Sao Paulo, Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken, 2007: DIE FREISETZUNG (35 mm, 11 min) Festivals: Festival du Court Metrage Clermont-Ferrand (in Competition), broadcast on ARTE; 2008: JEANNETTE (HDCAM, 13 min); 2011: DASCHKA (HDCAM, 17 min) Preis: CROSSING EUROPE Award – Local Artist: DASCHKA  - Ludwig Löckinger (AT); 2016: OXYTOCIN) Immer wieder wurde er mit seinen Arbeiten zu Filmfestivals eingeladen.

Löckinger war auf Empfehlung der Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion an die Akademie gekommen, anfänglich um die Videoarbeit “The Fight" des kanadischen Künstlers Marc Lewis umzusetzen, die 2009 auf der Biennale in Venedig gezeigt worden ist. Aufgrund der großen Begeisterung der an diesem Projekt beteiligten Studierenden, setzte er seine Tätigkeit im Bereich der bildenden Kunst, insbesondere im Medienlabor, bis 2015 fort und brachte eine bestechende Qualität ein. Seine Lehrveranstaltung war bei den Studierenden überaus beliebt und viele seiner Kolleg_innen schätzten seinen fachlichen Rat.

Zwischen 2015 und 2017 war er schließlich Projektmitarbeiter am Institut für Kunst und Architektur im von Wolfgang Tschapeller geleiteten FWF-Forschungsprojekt INTRA-SPACE: Die Reformulierung architektonischen Raums als dialogische Ästhetik. Seit 2017 lehrte er mit großem Engagement am Institut für Kunst und Architektur in den Bereichen analoge und digitale Produktion, Kamera, Licht für Film & Video und Postproduktion für Architekturstudierende.

Sein Engagement für die Akademie, seinen Enthusiasmus für neue Projekte vor allem mit Studierenden werden wir vermissen.

Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten seiner Familie und seinen Freund_innen.

Eva Blimlinger, Rektorin
Andrea B. Braidt, Vizerektorin für Kunst und Forschung
Karin Riegler, Vizerektorin für Lehre und Nachwuchsförderung

Wien, am 8. März 2019

Ein Kondolenzbuch ist unter kondolenzbuch@akbild.ac.at  eingerichtet und wird auf dieser Seite veröffentlicht.


Kondolenzschreiben

Danke!
Ich hätte lieber ein Buch vor mir, als ein Screen und ein Touchpad.
Bei Ludwig Löckingers Lehrveranstaltung habe ich das erste Mal eine Kamera in der Hand gehalten. Ich war grade an den Grenzen dessen angelangt, was ich mit Malerei und Zeichnen ausdrücken kann und hatte mich entschlossen Neues auszuprobieren.
So schwer es am Anfang war etwas ganz Neues zudenken-so anschaulich erklärte er. Jedesmal, wenn ich die Belichtungszeit bei einer Kamera einstelle, sehe ich ihn wieder vor mir, mit einer analogen Kamera in der Hand, an der er uns Framerate und Belichtungszeit erklärt.
Seine Begeisterung an der Arbeit mit der Kamera übertrug sich schnell auf mich. Konnte ich nie was mit Fotografie anfangen, habe ich von ihm die Liebe zum bewegten Bild gelernt. Zur Abstraktion dessen. 24fps bilden ein Abstraktum zum natürlichen Sehen von 60fps-wie ich von ihm lernte.
Wenn ich jetzt drüber nachdenke, sind es viele kleine Dinge, die ich von ihm gelernt habe, die inzwischen ein unhinterfragter Teil meiner Arbeitsweise sind. Beispielsweise erst ein Bild zusehen und zudenken und es dann erst mit der Kamera zu suchen.
Ich habe 3 Lehrveranstaltungen bei ihm besucht, ihn also anderthalb Jahre mitbekommen. Auch die Einsamkeit, die er manchmal ausstrahlte.
Als er das IBK verließ, habe ich mich gefragt, woher wohl kommende Studierende eine so professionelle und begeisterte Einführung in das Arbeiten mit der Kamera kriegen sollen.
Durch Ludwig Löckinger bin ich zum filmischen Arbeiten gekommen, die Sache, die mich heute am meisten von allem beschäftigt, begeistert und mir Sinn und Freude am Leben gibt.
Die Arbeit ist tief von der Arbeit Ludwig Löckingers geprägt und ich bin ihm zutiefst dankbar.
In Hochachtung für deine Arbeit,
Luise Müller

In lieber Erinnerung!
Günter Bucher, Götzis

Ich bin tiefbetroffen vom Freitod von Ludwig.
Er hat sich mit soviel Engagement sich in die Lehre eingebracht und stand mir immer helfend in foto- und filmtechnischen Fragen zur Verfügung. Vor allem war er aber auch menschlich ein wunderbarer Kollege, mit dem ich gern mehr Zeit verbracht hätte.
Ich bedaure, dass er für seine eigene Arbeit und Lebenssituation keine ausreichende Perspektive gesehen hat. Sein Schritt ist für mich unfassbar und ich wünschte ich hätte ihm Halt geben können.
Er hinterlässt in mir eine tiefe, schmerzhafte Lücke.
Till Exit

dein freiwilliger Abschied erfüllt mich mit tiefen Schmerz
in vielfacher Hinsicht
hoch talentiert
Experte auf deinem Gebiet
ringend um Anerkennung
durfte dir zur Seite stehen im langen Ringen um deine Zukunft an der Akademie
die schien letztendlich soweit gesichert
in deinem größten Kampf aber konnte ich dir nicht mehr beistehen und helfen
zurück bleibt tiefe Betroffenheit
Trauer um einen feinfühligen Kollegen und wunderbaren Menschen
Wolfgang Hölbling

Den Angehörigen und Freund_innen von Ludwig Löckinger möchte ich mein tiefes Beileid aussprechen.
Es ist unfaßbar, dass er nicht mehr da ist.
In unserer Klasse habe ich ihn als so enthusiastischen, intensiven, liebevollen Menschen erlebt. Seine Begeisterung war so ansteckend und seine Hilfsbereitschaft so groß.
Er fehlt uns und wir sind sehr traurig, dass er wohl keinen Ausweg mehr wußte.
Anna Viebrock

Merci Ludwig pour ta gentillesse et ton soutien
Tu vas nous manquer
Elsa Okazaki

Mein herzliches Beileid an alle die Ludwig nahe stehen. Ich kannte Ihn nicht besonders gut, aber mir werden die angenehmen, interessanten und informativen Gespräche mit Ihm sehr fehlen.
Willi Vetter

Lieber Ludwig, aus den Augenwinkeln sehe ich dich neben meinem Tisch Kreise ziehen, vor dir eine Kamera, die du erforscht, dann platzierst du dein Stativ zwischen unsere Schreibtischreihen, um aus dem Fenster der Augasse hinaus zu fotografieren, und machst dabei alle neugierig, im Vorbeigehen schauen wir dir fasziniert über deine Schulter ... und wenn man nachfragt, dann nimmst du einen mit auf eine ausführliche, detailverliebte Reise in die Welt der Kameras, Belichtungszeiten, Filmmaterial, Linsen – getragen von deiner eigenen Arbeit, deinem so umfangreichen Wissen zu Kamera, Film, Licht und Projektion. Du hast mir soviel gelernt, gezeigt, mein Auge geschärft – ich bin dir zutiefst dankbar für die gemeinsame Zeit, deine Freundschaft, deine Großzügigkeit und aufmerksamen Umgang. Ich werde die gemeinsamen Untersuchungen neu entdeckter Apparate, das akribische Vermessen und Entschlüsseln jeder Funktion, deinen Sinn für Improvisation angetrieben von deinem Perfektionismus und Euphorie gegenüber der Sache so sehr vermissen. Es macht mich unermesslich traurig, dass du nicht mehr in diesem Leben sein wolltest. Ich wünsche dir so sehr, dass du glücklich bist, wo du nun hingegangen bist. Ich bin unendlich dankbar, dass sich unsere Wege gekreuzt haben, du fehlst. deine Christina

Lieber Ludwig,
Nicht vorstellbar, dass Du uns nicht mehr im Labor besuchen kommen wirst. Deine Fragen, was Du wieder herausgefunden hast, das Fachsimpeln mit Dir, das soll es nicht mehr geben? Wann immer Du etwas brauchst, komm vorbei, ich weiß es bei Dir in guten Händen,
Thomas

Lieber Ludwig,
noch immer fällt es mir schwer, die richtigen Worte zu finden, um mich bei dir zu verabschieden, denn ich mag es nicht wahrhaben, dass du für immer gegangen bist.
Ich bin dankbar für die gemeinsame Zeit hier im Institut, in der ich dich als engagierten, hilfsbereiten, freundlichen und sensiblen Menschen kennengelernt habe.
Danke, dass du immer ein offenes Ohr für mich hattest und danke für dein Vertrauen.
Ich vermisse dich! Auf ein Wiedersehen!
Traurige Grüße Ulli

„Die Erinnerung ist ein Fenster
durch das ich Dich sehen kann,
wann immer ich will.“


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