Skip to content. Skip to navigation.
]a[

 

Kerstn von Gabain, Foto: Ismini Adami

 

Ausschlaggebend für die Entscheidung war die aktuelle Thematik, der sich die Künstlerin in besonderer Weise widmet: Die Unversehrtheit der menschlichen Existenz ist nicht selbstverständlich; prekäre Lebenssituationen, Verletzung, Verlust werden von der Künstlerin in Form von wächsernen Gliedmaßen, Kunststoff-Knochenteilen, Bildern von mutierten Konsumgütern visualisiert. Zwischen zuckerlrosa Verführung und erschreckender Irritation changieren die skulpturhaften Objekte und gleichsam museal vorgeführten Versatzstücke aus Kerstin von Gabains plastischem Repertoire.

Die Jury würdigt mit dem Werk von Kerstin von Gabain eine komplexe künstlerische Position, die von der Integrität und Bedrohtheit von Körpern, Menschen und Objekten handelt. Ihren Objekten und Fotografien verleiht die Künstlerin einen ambivalenten Charakter zwischen Verletztheit und Verführung, zwischen ansprechender Ästhetisierung und abgründiger Irritation.

Sie gestaltet Installationen und Ensembles, mit denen sie motivische Bezüge zur Kunst-und Wissenschaftsgeschichte freilegt. Wachsabgüsse und Gipsbandagen geben u.a. Körperteile, Möbelstücke, Knochenquerschnitte wider und lösen beim Betrachter Gefühle zwischen Unbehagen und Faszination aus. Mit ihren Artefakten bezieht sie sich neben medizinischen Präparaten und Designobjekten auch auf Konsumartikel, Reliquien und Votivgaben, um damit aktuelle gesellschaftspolitische und existenzielle Fragestellungen zu berühren. Ihre Vermenschlichung von Gegenständen verweist zugleich auf die pure Materialität und Hinfälligkeit alles Menschlichen und Organischen.

Kerstin von Gabain deutet Bild-Traditionen radikal um; sie spielt auf den Objekt- und Fetischcharakter von musealen Exponaten ebenso an wie auf den manipulativen Charakter von Ausstellungen.

Mitglieder der Jury 2017

  • Dr. Rainer Fuchs (Chefkurator mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien)
  • MMag. Alois Kölbl (Redakteur der Zeitschrift Kunst und Kirche, Graz)
  • MMMag. Hubert Nitsch (Kunstreferent und Diözesankonservator, Linz; Kurator im Kunstraum St. Virgil, Salzburg)
  • Dir. Dr. Angelika Nollert (Die Neue Sammlung – The Design Museum, München)
  • Dr. Margit Zuckriegl (Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin, Salzburg/Wien)

Kerstin von Gabain, geb. 1979 in Palo Alto, USA, studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien (1998 - 2003). Sie arbeitet insbesondere mit Fotografie und Skulptur, und ihre Werke waren u. a. in Museen wie dem 21er Haus, Wien (2016), der Kunsthalle Wien (2015), der Secession (2014) und dem MAK Wien (2014) zu sehen. Vertreten wird die Künstlerin von der Gabriele Senn Galerie Wien. Kerstin von Gabain lebt und arbeitet in Wien.


Permalink