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11.12.2017

 

Foto: Claudia Rohrauer

 

Die Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien, Eva Blimlinger, wurde heute, Montag, bei der Plenarversammlung der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) an der Universität  für Bodenkultur Wien zur Präsidentin der uniko gewählt. Sie ist damit – nach Sonja Hammerschmid – die zweite Frau in der Geschichte der Rektoren- bzw. Universitätenkonferenz, die den Vorsitz übernimmt. Erstmals in der über 100-jährigen Geschichte wird das Gremium der österreichischen Universitäten von einer Rektorin einer künstlerischen Universität geleitet.

Anlässlich der turnusmäßigen Neuwahl des Präsidiums hatte sich Rektorin Blimlinger für die Nachfolge von Präsident Oliver Vitouch, Rektor der Universität Klagenfurt, beworben, der für eine zweite Amtszeit nicht mehr kandidierte und nunmehr Vizepräsident ist. Als weitere Mitglieder des uniko-Präsidiums wurden auf Vorschlag von Blimlinger folgende Rektorinnen und Rektoren gewählt:), Heinz Engl (Universität Wien), Edeltraud Hanappi-Egger (Wirtschaftsuniversität Wien), Markus Müller (Medizinische Universität Wien), Christa Neuper (Universität Graz), Sabine Seidler (TU Wien); Rektor Tilmann Märk (Universität Innsbruck) wurde erneut ins Präsidium kooptiert. Die zweijährige Funktionsperiode des neuen Präsidiums beginnt am 1. Jänner 2018.

Eva Blimlinger studierte Deutsche Philologie, Geschichte und Sozialkunde Lehramt an der Universität Wien. 1991/1992 war sie Gleichbehandlungsbeauftragte der Österreichischen Rektorenkonferenz und zwischen 1992-1999: Leiterin des Büros für Öffentlichkeitsarbeit an der Hochschule (Universität) für angewandte Kunst in Wien. Zwischen 1999-2004 arbeitete sie als Forschungskoordinatorin der Historikerkommission der Republik Österreich, das größte zeitgeschichtliche Projekt in der Zweiten Republik. Sie koordinierte über 50 Forschungsprojekte mit insgesamt 150 Mitarbeiter_innen. Als Ergebnis der Arbeit der Historikerkommission liegen 49 Bände als Veröffentlichungen der österreichischen Historikerkommission. Vermögensentzug während der NS-Zeit sowie Rückstellungen und Entschädigungen seit 1945 in Österreich vor, deren Mitherausgeberin Eva Blimlinger war. Danach war sie zwischen 2004-2011 Leiterin der Abteilung für Projektkoordination und Prozessmanagement an der Angewandten.

Seit 2011 ist sie nun in der zweiten Amtsperiode Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien. Die Akademie ist eine der ältestens in Mitteleuropa und feiert heuer ihr 325-jähriges Jubiläum. Für über 1.400 Studierende aus über 70 Ländern gibt es die Studienangebote Bildende Kunst, Architektur, Szenografie, Restaurierung und Konservierung, künstlerische Lehramtsfächer sowie Doktorrats- und PhD Studien und ein Master in Critical Studies. Und nicht zu vergessen die Gemäldegalerie mit ihrem Meisterwerk von Hieronymus Bosch und einer einzigartigen Sammlung alter Meister und das Kupferstichkabinett mit Zeichnungen, Druckgraphiken und Fotografien.

Neben ihren hauptberuflichen Tätigkeiten lehrte Blimlinger seit 1993 an zahlreichen österreichischen Universitäten und unterrichtete in der Erwachsenenbildung. Ihre Leidenschaft gilt dem Schreiben und so publizierte sie oft auch mit Kolleg_innen zu unterschiedlichen Themen. Der Bogen reicht hier von Weihnachten zwischen Kaiserzeit und Wirtschaftswunder in der Reihe Damit es nicht verlorengeht… über ein Handbuch für die Altenarbeit („Lebensgeschichten“. Biographiearbeit mit alten Menschen), Ernährungsgeschichte(n) wie etwa über die Konserve oder die Wurstvergiftung, bis hin zu zeitgeschichtlichen Themen wie Nationalsozialismus, Arisierungen und Rückstellungen.

Seit 2006 ist sie wissenschaftliche Koordinatorin der Kommission für Provenienzforschung sowie Mitglied und seit 2008 stellvertretende Vorsitzende im Kunstrückgabebeirat des Bundes, der aufgrund des Kunstrückgabegesetzes eingerichtet wurde. Seit 2007 ist sie ORF-Publikumsrätin, seit 2016 – nominiert vom BM für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft – Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Hauses der Geschichte Österreich und seit 2017 Aufsichtsrätin der KUGES –Vorarlberger Kulturhäuser Betriebsgesellschaft mbH.

OTS vom 11.12.2017


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