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Date | 18.06.2009, 19.00 h
Venue | Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Vortrag von Nora Sternfeld (Wien) im Rahmen der Vortragsreihe "Bildung und Kunst - Die Versprechen des Ästhetischen und das Lebenslange Lernen".
Eine Kooperation der Akademie der bildenden Künste, dem Ring Österreichischer Bildungswerke und dem Verband Österreichischer Volkshochschulen. Konzept und Organisation: Agnieszka Dzierzbicka, Wolfgang Kellner, Klaus Ratschiller, Stefan Vater.

Seit den 1980ern lässt sich eine Konjunktur des Ästhetischen im Bildungskontext beobachten, die von unterschiedlichen Versprechen begleitet wird: vom Versprechen einer Versöhnung von Sinnlichkeit und Vernunft oder einer Überwindung von Entfremdung und Verdinglichung; vom Versprechen der Orientierung in einer ästhetisierten Lebenswelt, vom Versprechen des gelingenden interkulturellen Austauschs usw. In gesellschaftlichen Krisenlagen wird die angebliche Leistungsfähigkeit des Ästhetischen besonders bemüht. Im Rahmen des Jour fixe Bildungstheorie fragen wir anhand ausgewählter Beispiele der Kunst- und Kultur-vermittlung nach dem (künftigen) Stellenwert des Ästhetischen in der Weiterbildung bzw. im Rahmen von Strategien für lebenslanges Lernen.

Nora Sternfeld (Wien)
Bildung, Kunst, Politik: im Hinblick auf eine Veränderung der Gesellschaft.

Respondenz: Ingo Lauggas (Wien).
Gemeinsam haben politische Strategien in Kunst und Bildung der Moderne, dass sie es als Teil ihrer Freiheit verstehen konnten, sich gegen die bestehenden Verhältnisse zu entscheiden und sich in den Dienst einer Sache zu stellen. "Im Hinblick auf eine Veränderung der Gesellschaft" ergibt sich also eine politische und theoretische Schnittstelle von Kunst und Bildung. Der Vortrag untersucht diesen Nexus und fragt, wie eine zeitgenössische Kunstvermittlung gedacht werden kann, der es um eine Sache geht, für die es sich zu entscheiden gilt, ohne bereits vorwegnehmen zu können, was diese genau ist.

Bisherige Veranstaltungen:

Donnerstag 2. April, 19.00 Uhr
Christine Heil (Flensburg)
Kunst - Partizipation - Bildung: Von Handlungsräumen und künstlerischen Praktiken
Respondenz Eva Egermann (Wien)
Partizipatorische und intervenierende Praktiken der Kunst schaffen und erforschen Handlungsräume, vermitteln zwischen Alltagserfahrung und Kunst, produzieren Anschlüsse an Lebenswelten und Kulturen - und generieren vielfältige Lern- und Bildungsprozesse. Anhand ausgewählter Projekte werden Erkenntnisse und Erfahrungen im Feld von Kunst und Pädagogik thematisiert und es wird nach den Modellen und Utopien "produktiver Schnittstellen zwischen Kunst und Leben" gefragt, die im Rahmen dieser künstlerischen Praktiken entworfen werden.

Donnerstag 14. Mai, 19.00 Uhr
Gerhard Hermanky (Wien)
Der kulturelle und der künstlerische Lehrauftrag
Respondenz: Gerhard Bisovsky (Wien)
Der Vortrag befasst sich mit der kulturellen Ausdrucksfähigkeit als sogenannter Schlüsselkompetenz im Bildungskanon der Lebenslangen Lernstrategie. Ist dafür auch die entsprechende Kultur des Lernens vorhanden oder brauchen wir Zeit, um diese erst zu entwickeln? Mit Blick auf seine langjährige Erfahrung in der künstlerischen Volkshochschule  widmet sich der Vortragende diesem vielschichtigen Problem.

Donnerstag 28.Mai, 19.00 Uhr
Gert Selle (München)
Schöner Leben ohne zu Denken? Der ästhetisierte Alltag und seine Apotheosen im Design der Gegenwart.
Respondenz: Elfie Miklautz (Wien)
Versprechen des Ästhetischen mit dem Prinzip des lebenslangen Lernens in Verbindung zu bringen bedeutet im Feld der Alltagskulturen eine Verdoppelung der Realität: Wir alle lernen quasi automatisch ein Leben lang, uns in Produktkulturen mit ihren funktionalen und ästhetischen Anforderungen einzupassen. Heute käme es darauf an, die unbewusste Vereinnahmung zu erkennen und das unauflöslich enge Verhältnis, das sich zwischen uns und den beeindruckenden Produkten entwickelt hat, zu verstehen.

Gert Selle hat die zeitgenössische Kunstvermittlungsdebatte maßgeblich durch die Position beeinflusst, dass der Rezipient sich dem Kunstwerk ohne Lenkung durch eine Lehrperson nähern kann und nicht durch Auslegung, sondern durch individuelle Erfahrung in der Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk sich einen Zugang zu
diesem erschließt | Elfie Miklautz befasst sich u.a. mit den Bereichen Kulturtheorie und - soziologie, Material Culture Studies, Symboltheorien und den Creative Industries in Wien.

Workshop Bildungstheorie: Als Feedback-Veranstaltung zu den vier Vortragsabenden wird der dreistündige Workshop Bildungstheorie angeboten. (Anmeldung erforderlich). Informationen/Anmeldung: Ring Österreichischer Bildungswerke: Tel.: 01 533 88 83, http://msplhs15.bon.at/~admin87/ring/akt.html. Die Teilnahme an den Jour-fixe-Veranstaltungen und am Workshop ist als Seminar Bildungstheorie bei der WeiterBildungsAkademie Österreich (www.wba.or.at) akkreditierbar. Termin in Abstimmung mit den TeilnehmerInnen.