Akademie der bildenden Künste Wien
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Eröffnung und Preisverleihung | 26.11.2015, 19.00 h
Ausstellungsdauer | 27.11.2015 - 17.01.2016
Ort | Kunsthalle Wien Karlsplatz, Treitlstraße 2, 1040 Wien

Ein Projekt der Kunsthalle Wien in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien, der Akademie der bildenden Künste Wien und hs art service austria.

 

Anastasiya Yarovenko, Mimicry (Detail), 2015, Courtesy die Künstlerin, Foto: Richard Zazworka

 

Pressegespräch: Do, 26. November 2015, 10.00 h

Eröffnung: Do, Donnerstag, 26. November 2015, 19.00 h

Begrüßung: Gerald Bast, Rektor Universität für angewandte Kunst Wien, Eva Blimlinger, Rektorin Akademie der bildenden Künste Wien, Nicolaus Schafhausen, Direktor Kunsthalle Wien

Einführung: Lucas Gehrmann, Kurator
In Anwesenheit der Künstlerinnen.

Der Preis der Kunsthalle Wien ist der symbolische Knoten in einem Netz, das darauf abzielt, zeitgenössischer Kunst Sichtbarkeit zu verschaffen. Die Kunsthalle Wien als Ausstellungsinstitution der Stadt, die qua definitionem auf eine Verschränkung künstlerischer Praxis und ihrer theoretischen Reflexion setzt, kooperiert bereits seit 2002 mit der Universität für angewandte Kunst Wien. Um das Netz weiterzuknüpfen, wird die ursprüngliche Kooperation ab 2015 auf die Akademie der bildenden Künste Wien ausgedehnt. „Als Institution, die sich mit der jungen Szene der Stadt auseinandersetzt, ist es für uns immens wichtig, dass wir bei der jährlichen Vergabe des Preises mit beiden Kunstuniversitäten zusammenarbeiten“, betont Nicolaus Schafhausen, Direktor der Kunsthalle Wien.

Im Juni 2015 sichtete ein mehrköpfiges Juror/innenteam die Diplomarbeiten beider Universitäten und bestimmte Karina Mendreczky (Universität für angewandte Kunst Wien) und Anastasiya Yarovenko (Akademie der bildenden Künste Wien) als Preisträgerinnen.

Karina Mendreczky überträgt in ihrer Installation Thin Dream den transitorischen Aspekt einer fiktiven Landschaft in ein real-räumliches und zugleich ephemer wirkendes Bild aus Licht und Schatten, aus transparenten Naturversatzstücken und zeichnerischen Projektionen. Aus Acrylglasplatten geschnittene Baumsilhouetten tragen eingeritzte Binnenzeichnungen, die mittels kleiner Spots an die Rückwand des Settings projiziert werden und dort den Eindruck großformatiger Zeichnungen erzeugen. Thin Dream eröffnet seinen Betrachter/innen damit ein weites Spektrum an Themen und Assoziationsmöglichkeiten: „Frei nach Marcuse, der der Kunst eine andere Art von Realität zuwies, nämlich die Realität der Verfremdung, aus der alleine die Kunst Erkenntnisgewinn schöpft, stellt die junge Künstlerin eine ortlose, verfremdete Natur in Szene, um gerade durch diese poetische Inszenierung die Realität von Natur als Traumlandschaft intellektuell und emotional ins Wanken zu bringen“, sagt der Rektor der Angewandten Gerald Bast. Die eingesetzten technischen Mittel, die teilweise der Druckgrafik, teilweise der Bühnenbeleuchtung entspringen, verweisen darauf, dass Natur und deren Erfahrung nicht reproduzierbar sind, gleichwohl Natur als das vermeintlich Unberührte immer wieder als Projektionsfläche dient. Die Künstlerin reflektiert mit ihrer Arbeit aber auch auf ihr stetes Pendeln zwischen Ungarn und Österreich, das neben den Fragen nach der eigenen Verortung auch politisch-sozial bedingte Szenarien virulent macht: „In den letzten vier, fünf Jahren habe ich nur Leute getroffen, die ihre Heimat verlassen haben und die hier nicht wirklich Fuß fassen können“, sagt Karina Mendrezcky. „Ich wollte daher auch einen Ort schaffen, der mit dieser Problematik zu tun hat.“

Anastasiya Yarovenko, die in der Ukraine aufgewachsen ist, beschäftigt sich mit der Beziehung des Körpers zu gesellschaftlichen Strukturen und Verhaltensweisen, zu Raum und Umgebung. In ihrer Installation Mimicry versucht sie eine „Auswahl von Objekten zu erstellen, die für sich selbst keinen definitiven Zustand repräsentieren, die aber das Potenzial haben, mit ihren Betrachtern und ihrem Umfeld zu interagieren“. Diese Objekte bestehen einerseits aus transportablen, möbelartigen Elementen und andererseits aus gänzlich a-funktional wirkenden, an die Wand gelehnten oder von der Decke hängenden schwarzen Skulpturen. Alles zusammen lässt sich in eine einzige tragbare Transportkiste verpacken und somit von einem (Wohn-)Ort zum anderen verfrachten. Für Anastasiya Yarovenko bedeutet „Raum“ prinzipiell das Potenzial zur Wiedergabe und Verknüpfung erschiedener Aspekte von Realität, indem er als Behältnis von Situationen, materiellen Gesten und „kollektiven Bildern“ interpretierbar ist. Zur Akzentuierung solcher Inhalte bedient sich die Künstlerin u.a. des Rasters als formales Mittel, um sowohl die Oberfläche der Gegenstände, das Innere des Raums als auch soziale Kontexte erfassbar zu machen. Dieses niemals stringent geometrisch angelegte Raster spiegelt zugleich die ambivalente Situation unserer Zeit wider, in der gesellschaftliche Normen, Strukturen und Muster abwechslungsweise de-, re- und neukonstruiert werden. „Mit dieser konzeptionellen und sehr sensibel auf aktuelle politische Gegebenheiten reagierenden Arbeit ist Anastasiya Yarovenko eine ausgezeichnete erste Repräsentantin der Akademie bei dieser Kooperation“, unterstreicht die Rektorin der Bildenden Eva Blimlinger.

Kurzbios der Preisträgerinnen
Anastasiya Yarovenko (* 1983 in Tula/RU) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Amelie von Wulffen, Silke Otto-Knapp, Henning Bohl und Kirsi Mikkola (Diplom). 2015 war sie Teilnehmerin der School of Kyiv-Biennale 2015 und der 6th Moscow Biennale of Contemporary Art.
Karina Mendreczky (* 1988 in Budapest) studierte Grafik und Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Sigbert Schenk und Jan Svenungsson (Diplom). 2014/2015 machte sie den BA für Print & Time-Based Media am Wimbledon College of Arts in London. Seit 2013 Ausstellungsbeteiligungen in Österreich und UK. Preis der Kunsthalle Wien /Jury

Der Preis der Kunsthalle Wien wurde 2002 in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien ins Leben gerufen und seither zwölf Mal verliehen. 2015 wird er erstmals an je eine/n Absolvent/in beider Wiener Kunstuniversitäten vergeben. Der Preis beinhaltet eine Ausstellung in der Kunsthalle Wien Karlsplatz sowie ein Preisgeld von je 3.000 Euro. Zur Ausstellung erscheinen zwei Kataloge mit Künstlerinnen-Interviews und Textbeiträgen von Jurymitgliedern im Verlag Sternberg Press, Berlin.

Die Jury 2015 bestand aus: Nicolaus Schafhausen und Lucas Gehrmann (beide Kunsthalle Wien), die an beiden Auswahlverfahren teilnahmen, sowie Rektor Gerald Bast und Bärbel Vischer an der Universität für angewandte Kunst Wien und Mona Hahn, Erwin Bohatsch sowie Hemma Schmutz an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Kurator: Lucas Gehrmann

Begleitprogramm:

Artist Talk: Do 3. Dezember 2015, 19.00 h
Karina Mendreczky und Anastasiya Yarovenko im Gespräch mit Lucas Gehrmann

Kuratorenführung: Do., 14. Jänner 2016, 19.00 h
#Preis #KunsthalleWien #WienKultur


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