Akademie der bildenden Künste Wien
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Ausstellungsdauer | 17.12.2020 - 25.04.2021
Ort | Kunsthalle Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien

Eine Ausstellung in der Kunsthalle Wien kuratiert von Diedrich Diederichsen und Oier Etxeberria. In Kooperation mit dem Tabakalera International Centre for Contemporary Culture, Donostia/San Sebastián und der Akademie der bildenden Künste Wien.

 

Robert Adrian X, Computer Clerk, Canadian Pacific Railway (Car Accounting), aus der Serie 24 Jobs, 1979, Courtesy mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien. © Bildrecht Wien, 2020

 

Künstler*innen: Robert Adrian X • Agentur • Ana de Almeida, Alicja Rogalska & Vanja Smiljanić • Eleanor Antin • Cory Arcangel • Elena Asins • Paolo Cirio • Coleman Collins • Salvador Dalí & Philippe Halsman • Hanne Darboven • Jon Mikel Euba • Michael Hakimi • Douglas Huebler • Gema Intxausti • Mike Kelley • Ferdinand Kriwet • Agnieszka Kurant • Sharon Lockhart • Mario Navarro • Adrian Piper • Kameelah Janan Rasheed • Lili Reynaud-Dewar • Heinrich Riebesehl • Pedro G. Romero • Constanze Ruhm • Jörg Schlick • Camila Sposati • Axel Stockburger • Kathrin Stumreich • Isidoro Valcárcel Medina • Tanja Widmann • Oswald Wiener

Kuratoren: Diedrich Diederichsen und Oier Etxeberria

Cybernetics of the Poor nimmt die Beziehung zwischen Kunst und Kybernetik und ihre historischen wie gegenwärtigen Schnittpunkte in den Blick. Kybernetik ist ein seit den späten 1940er-Jahren kursierender Begriff für sich selbst regelnde Systeme, die messen und antizipieren und auf veränderte Zustände intervenierend reagieren. Zunächst vor allem in Verwaltung, Planung, Kriminologie und früher Ökologie relevant, hat sich im digitalen Kapitalismus die Kybernetik als ökonomischer Faktor (Stichwort: Big Data) etabliert. In dieser kybernetischen Totalität muss die Kunst auf diesen neuen Stand der Dinge reagieren: als eine Kybernetik der Armen.

In der Ausstellung werden Arbeiten präsentiert, in denen Kunst ihre Machtlosigkeit – Armut – gegenüber der kybernetischen Maschine zum Ausgangspunkt von Gegenentwürfen macht. Zu sehen sind außerdem historische wie zeitgenössische Positionen, die an Kybernetik als partizipative, spielerische Praxis glaubten oder bereits eine Gegenkybernetik entwarfen. Wieviel „Gegenmacht“ (Thomas Pynchon) steckt in einer Kunst als Kybernetik der Armen?

Die erste Ausgabe von Cybernetics of the Poor wurde im Frühjahr und Sommer 2020 im Tabakalera International Centre for Contemporary Culture, Donostia/San Sebastián (Spanien) gezeigt und trug den Untertitel Tutorials, Exercises and Scores. Mit „Spielen, Partituren und Übungen“ benannten die beiden Kuratoren Diedrich Diederichsen und Oier Etxeberria drei Genres, in denen sie entweder antikybernetische oder Kybernetik nutzende künstlerische Strategien ausgemacht haben. Für den zweiten Teil der Ausstellung in Wien stehen – neben ausgewählten Beispielen dieser Genres – auch Kampagnen, Kontrollversuche und Kontrollvereitelungen und vor allem die ökonomische Kybernetik des Kunstmarkts im Mittelpunkt.

Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm, vor Ort in der Ausstellung ebenso wie online ergänzt — geplant sind u.a. Aktivierungen des Ausstellungsraums, Interventionen durch die Teilnehmer*innen des Seminars „Cybernetics of the Poor“ (eine Lehrveranstaltung des Programms Master in Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien), ein Symposium sowie Führungen durch die Ausstellung.


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