Akademie der bildenden Künste Wien

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Datum | 15.12.2011, 19.00 h
Ort | Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien, M20

Vortrag im Rahmen von "Troubling Research. Performing Knowledge in the Arts", eine Ausstellung als Teil des transdiziplinären Forschungsprojekts, gefördert vom WWTF / Art(s)&Sciences-Call; 2009 (Vortrag in Englisch). Begrüssung durch Andrea B. Braidt, Vizerektorin für Kunst | Forschung.

 

© K. Stadler

 

"Das Center for Contemporary Art (CCA) - Tbilisi könnte als ein Beispiel gelesen werden, dass Künstler in der Lage sind, relativ komplexe Initiativen zu betreiben und zu verwalten und damit auf die soziale Architektur Einfluß zu nehmen. Aber das Hauptaugenmerk in der Betrachtung dieses Projekts sollte auf das Potenzial gelegt werden, dass Künstler sich in allen Feldern der Gesellschaft beteiligen. Kunst kann sich prinzipiell mit allem befassen und alles umgeformt dem Kunstkontext einverleiben. Jeder ist kreativ, aber der Beruf des Künstlers ist Kreativität - hat also nicht diese professionelle Kreativität das Potenzial zur Veränderung gesellschaftlicher Setzungen?"

Seit 2000 hat der georgische Künstler, Kurator und Aktivist Wato Tsereteli gemeinsam mit einer (generationell, diziplinär) heterogenen Gruppe von Kulturarbeiter_innen mehrere unabhängige diskursive und edukative Settings in Form einer langfristigen sozialen Performance etabliert. Alle diese strukturellen Setzungen waren legal, aber unakkreditiert.

Im Herbst 2010 startete mit dem Center for Contemporary Art (CCA) Tbilisi eine neue Initiative in diesem Kontext. Diese unabhängige Institution ist "alternativer" als die Off-Spaces der Region, insofern als in Georgien als einem post-sozialistischem Staat für den Raum zwischen staatlichen Institutionen und den einzelnen Bürger_innen praktisch keine gesellschaftlichen Modelle existieren. Kurz, es gibt den Staat und den Underground.

Der Vortrag wird eine Präsentation der Entstehungsgeschichte und Aktivitäten des CCA in Richtung eines Ausblicks auf das in Planung befindliche Projekt "Offside Effect" erweitern, in dem das "Informal Master Program" des Centers, ein langfristiges Ausbildungsmodul, in den Kontext internationaler Modelle von Kunstausbildung gestellt wird, die sich im Gegensatz zu staatlichen Normierungsbestrebungen artikulieren.

Wato Tsereteli
ist Künstler, Fotograf, Kurator und "creative administraotr". Er hat in Tbilisi Film studiert und die Abteilung für Fotografie der Akademie der Bildenden Künste in Antwerpen / Belgien mit einem MA abgeschlossen. Seine künstlerische Arbeiten sind 2/3/4-dimensionale Objekte mit stark strukturierter räumlicher Organisation. Wato Tsereteli hat das Caucasian Center of Cultural Development (Media Art Farm / Insitute of Photography and New Media) sowie die Cumbo Group, einen selbstorganisierten Kunstraum, initiiert, und war Kurator bzw. Teilnehmer zahlreicher Kunstausstellungen in- und außerhalb Georgiens, z.B. APPENDIX oder die Biennalen Venedig 2009 und 2011. Zuletzt rief er das erste georgische Center for Contemporary Art ins Leben, das als Ausbildungs-, Research- und Ausstellungsplattform für Künstler und im Kunstbereich Tätige fungiert. (http://www.cca.ge/)


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