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Mit Carola Dertnig in der Perfomance der Disruption als A New Nothing von Helmut Ploebst

Wien, Karfreitag 2020: „Lesemarathon“. „Über zehn Stunden lesen 120 Prominente ,Die Pest‘.“ [1] Die Berliner Zeitung Der Tagesspiegel zeigte sich beeindruckt von diesem Beweis für die Kondition des österreichischen Kulturlebens. Den Marathon habe sie sich zum Teil angehört und dann doch lieber Albert Camus’ Buch selbst gelesen, sagt Carola Dertnig während eines Telefonats, das die Grundlage für diesen Text bildet. „,Die Pest‘“, heißt es auf der Website des ZDF, „ist der Roman der Stunde.“ [2] Der letzte Absatz darin lautet so:

„Während Rieux den Freudenschreien lauschte, die aus der Stadt empordrangen, erinnerte er sich (…) daran, daß diese Fröhlichkeit ständig bedroht war. Denn er wußte, was dieser frohen Menge unbekannt war und was in den Büchern zu lesen steht: daß der Pestbazillus niemals ausstirbt oder verschwindet, sondern jahrzehntelang in den Möbeln und der Wäsche schlummern kann, daß er in den Zimmern, den Kellern, den Koffern, den Taschentüchern und den Bündeln alter Papiere geduldig wartet und daß vielleicht der Tag kommen wird, an dem die Pest zum Unglück und zur Belehrung der Menschen ihre Ratten wecken und erneut aussenden wird, damit sie in einer glücklichen Stadt sterben.“ [3]

Der Arzt Bernard Rieux ist die Erzählerfigur in dem Buch, das von einer Epidemie (lat. pestis bedeutet ansteckende Krankheit, Seuche, aber auch Unheil und Verderben) handelt, die in der algerischen Stadt Oran wütet. Der Ort ist real, die Handlung fiktiv, und die Krankheit wird als Metapher gelesen. Das Bakterium Yersinia pestis überlebt in Tieren und gefrorenen Pestleichen, nicht aber, wie Doktor Rieux „den Büchern“ entnimmt, „jahrzehntelang“ im engeren Lebensraum. [4] Sobald allerdings die Wäsche, Zimmer, Papiere et cetera als Metaphern für die Hüllen, Umgebung, Produktion des Subjekts gelesen werden und die Pestilenz als Allegorie für Ideologie verstanden wird, mutiert dieser gelehrte Irrtum zur Charakterisierung politischer Seuchen.

Das gilt auch für unsere Gegenwart: Die rassistische NS-Ideologie etwa hat jahrzehntelang überdauert, ist längst wieder geweckt, verbreitet sich rasant über das Internet und kostet Menschenleben wie unter vielen anderen die von Heather Heyer (2017) Walter Lübcke (2019) oder George Floyd (2020). Auch auf dieser Ebene – und nicht nur als Allegorie für Covid-19 – ist Die Pest wieder neu zu lesen.

a room with a view in the financial district

Das Thema Lektüre fällt sofort ins Gewicht, wenn Carola Dertnig im Zusammenhang mit der Epidemie Covid-19 über die Inhalte von Kunstwerken spricht. „Künstlerische Arbeiten, die man erarbeitet oder geplant hat“, sagt sie mit Bezug auf einschneidende gesellschaftliche Ereignisse, „erhalten eine neue Bedeutung, eine neue Sichtweise oder eine Übersetzung in etwas anderes.“ Die Covid-Pandemie erinnert sie daran, dass sie im Jahr 2000 eine Residency und daher ein Atelier im New Yorker Word Trade Center hatte. Dort entstanden im Juni 2001 ein Kurzvideo mit dem Titel a room with a view in the financial district und eine Serie von Fotos, die verlassene Räume pleitegegangener Dotcom-Firmen in einem der Türme zeigen.

Drei Monate später, nach 9/11, war New York keine „glückliche Stadt“ mehr. So ist es auch 2020 wieder. Bis inklusive 6. Juni waren in New York City 21.296 Covid-19-Tote zu verzeichnen. [5] Infolge der Terrorattacken auf das WTC starben insgesamt 2753 Menschen. [6] Die Seuche hat innerhalb von drei Monaten beinahe acht Mal so viele Menschenleben gefordert wie der Anschlag von 2001. Aus dieser Perspektive erscheint Covid-19 wie ein Angriff in Zeitlupe. US-Präsident Donald Trump meinte noch am 26. Februar während eines Pressebriefings: „Es ist in etwa wie die normale Grippe, gegen die wir Impfungen haben. Und im Prinzip werden wir dafür ziemlich schnell eine Grippeimpfung bekommen.“ [7] Gerade diese Bemerkung ist interessant, weil die Verharmlosung der Krankheit nicht nur von einem erratischen Präsidenten der „Supermacht“ USA betrieben wurde, sondern zu dieser Zeit gang und gäbe war.

Am Tag vor Trumps zynischem Statement wurden in Österreich die ersten „Corona“-Infektionen registriert. Noch Anfang März steckten sich zahlreiche Teilnehmerınnen eines Ärztekongresses in Zürs an und verbreiteten Covid-19 anschließend auch in Krankenhäusern. Auch die Wochenzeitung Falter verpackte ihre Aufklärung in sedierende weltanschauliche Befindlichkeitsrhetorik. [8] Diesen Effekt der Verdrängung stellt Camus im ersten Kapitel von „Die Pest“ so treffend dar, als ob er bei Covid-19 mitgeschrieben hätte. Erst nach den ersten Pestopfern, heißt es da, „begann die Angst und mit ihr das Nachdenken“. [9]

a new nothing

Kontextualisierende Rückblicke auf den bisherigen Verlauf der Pandemie leiten deren Historisierung ein. Ein Prozess, der noch fortwirkt, ist in Teilen schon wieder verschüttet. Man muss nun bereits nachlesen, um zu verstehen, wie die früheren Phasen der „Corona“-Rezeption verlaufen sind – ein Beleg dafür, dass Lektüren über Ereignisdynamiken auch innerhalb kürzerer Zeiträume als „archäologische“ Prozesse zu verstehen sind. Carola Dertnig verweist auf ihre Ausstellung a new nothing“, die bis zum 20. Juni 2020 in der Galerie Crone, Wien, zu sehen ist. In dieser findet sich ein Rekurs auf eine frühere Schau in der Landesgalerie Niederösterreich: Donauspuren (ab 19. Oktober 2019 bis zur pandemiebedingten Schließung des Hauses im März 2020).

Darin zeigte Dertnig ihre künstlerische Auseinandersetzung mit archäologischen Objekten aus dem Mittelalter, die 2016 beim Aushub für den neuen Bau des Ausstellungsgebäudes in Krems zutage kamen: Überreste einer zwischen 1250 und 1350 errichteten Hafenanlage. Unter einer sechs Meter tiefen Schicht aus Flussschotter wurden Pfähle, Klammern, Nägel, ein Ruder und ein Tonkrug gefunden.

Der Blick in die Tiefe der Zeit: Wie mag der Hafen wohl 1304, im Jahr der großen Dürre, ausgesehen haben, als man zu Fuß durch das Flussbett der Donau spazieren konnte? Die Chronik berichtet weiter, dass es 1312 Ketzerverfolgungen in Krems gab, 1349 erreichte die Pest Niederösterreich, und 1348/49 fanden Judenpogrome statt. Vor diesem Hintergrund ist Carola Dertnig künstlerisch in ihr Thema vorgedrungen. Sie hat aus den mittelalterlichen Nägeln eine Übersetzung ins Medium der Zeichnung und weiter in die grafische Darstellung von Musik unternommen (Bilderserie Singing Nails), deren Notationen in einem dritten Schritt bei a new nothing von einer jungen Steptänzerin (Sophie Rose Fink) interpretiert hätte werden sollen. Alte Nägel als Partitur, ein tanzendes Kind und die Schritte der Ausstellungsbesucherınnen führen über die Brücke von John Cages Lecture on Nothing zu einem verkehrten „nothing new“ in Form eines in dunklem Raum leuchtenden Neonschriftzugs „a new nothing“.

Den Verweis auf Cage erlaubt Dertnig selbst. [10] In seiner „Lecture on Something“ lässt Cage – „something and nothing are not opposed to each other“ – den Gegensatz zwischen etwas und nichts fallen, um sagen zu können: „(…) it is of utmost importance to not make a thing but rather to make nothing“. [11]

Infektion 1: nichts als etwas, das wird: von „peut-être“ zur Disruption

Ganz in diesem Sinn ist nichts natürlich etwas, sonst hätten wir ja keinen Begriff davon. Der Begriff allein allerdings ist als Signifikant noch kein Signifikat, also auf der Objektebene immer noch nichts.  Aber in seiner Präzisierung als „ein neues Nichts“ stellt ein Nichts tatsächlich als ein Werdendes eine Öffnung in die im Dunkeln liegende – bei Dertnigs dunklem Raum vergegenwärtigte – Zukunft her. Bei Camus liegt diese Vergegenwärtigung im (hier sei der Schluss des Schlusses von Die Pest nach dem französischen Original zitiert) im Vielleicht: „(…) peut-être, le jour viendrait, où, pour le malheur et l’enseignement des hommes, la peste réveillerait ses rats et les enverrait mourir dans une cité heureuse.“ [12]

Ein „neues Nichts“ ist also schon jetzt etwas, wenn es als künftig, als „Kann-sein“ (wörtlich: „peut-être“) gedacht wird. Vor der Pandemie war Dertnigs Raum definitiv anders lesbar als nun in der aus damaliger Sicht künftigen Gegenwart von Covid-19. Denn die Vorstellung von der Zukunft hat sich seit Mitte März 2020 verändert, und damit mutieren auch die Ideen über Veränderung. Die Forderung „zurück zur Normalität“ etwa wurde vor der Pandemie nicht gestellt, weil „Disruption“ zur weltgestaltenden Industrie- und Kulturnorm geworden ist.[13] Als Camus seinen Roman 1942 in Paris zu schreiben begann, tat er das in einer politisch disruptiven Zeit, als NS-Deutschland Frankreich besetzt hatte [14]: Die Kolonialmacht Frankreich – Algerien stand von 1830 bis 1962 unter französischer Herrschaft – war nun ihrerseits kolonisiert.

Im 20. Jahrhundert wurde die Disruption in zwei Etappen zur Norm: erst im kriegerischen Sinn (1914–1945), danach – und bis heute – im ökonomischen. Die „Seuche“ des alten Kolonialismus, die Albert Camus so leidenschaftlich bekämpfte, dass er für diesen Kampf auch den Ausschluss aus der Kommunistischen Partei in Kauf nahm, war mit Frankreichs Befreiung 1944 nicht aus der Welt. Daher folgte auf den Zweiten Weltkrieg gleich ein dritter, der etwas irreführend als „kalt“ bezeichnet wird.

Der Kalte Krieg brachte jenen Paradigmenwechsel, der unsere Gegenwart bestimmt. Seine „Big Player“ waren die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten von Amerika, die um Einflusssphären außerhalb ihrer eigenen Staatsgrenzen kämpften. Europa wurde in zwei „Blöcke“ geteilt und erfuhr diesen Krieg als Nichtkrieg oder – um das geläufige Clausewitz-Zitat umzudrehen – als Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. [15] Der Kalte Krieg war kein kultureller Konflikt, sondern einer zwischen zwei unterschiedlichen soziotechnokratischen Systemen. Doch in der modernistischen „Normalität“ der wirtschaftlichen „Nachkriegs“-Prosperität bei gleichzeitigem Rüstungswettlauf und durchaus „heißen“ Stellvertreterkriegen [16] wurde bis 1989 die Ambivalenz „Krieg im Frieden“ gelernt.

Virus 2: Krieg im Frieden auf dem Flug zu 9/11

Dass sich 1989 der „Ostblock“ auflöste, ist die spektakuläre Seite dieses Jahres. Das vermeintliche Ende des Kalten Krieges überstrahlte allerdings etwas, das der Zukunft ein richtig neues Nichts einbringen sollte: die Erfindung des World Wide Web am CERN durch Tim Berners-Lee zusammen mit Robert Cailliau. Das WWW gründet auf dem Erbe der Industriellen Revolution mit ihrem jeglichen kulturellen Aspekt relativierenden Technik-Fetischismus. Zu den neuen Antagonisten wurden Technokratie und Kulturalismus. Daher hatte mit 1989 samt der folgenden „Globalisierung“ auch die Teilung des Globus kein Ende.

Von hier führt zu Carola Dertnigs a room with a view in the financial district (2001) ein Weg zurück, der zu einem herleitenden Exkurs einlädt: Aus dem kaltheißen Ost-West-Antagonismus entwich das Virus eines Nord-Süd-Konflikts, dessen Übertragung durch die – von den Kunstmärkten in Goldgräberstimmung mitgetragene – ökonomische Globalisierung (die nichts anderes ist als ein Metakolonialismus) förderte. Schon 1979 hatte die Islamische Revolution im Iran einen Aufstand gegen den westlichen Imperialismus initiiert: Der von den USA gehaltene Schah musste gehen, es folgte eine klerikale Diktatur. In demselben Jahr [17] intervenierte die UdSSR in Afghanistan und musste 1989 als Verlierer wieder abziehen. Der kulturalistische Konflikt verstärkte sich unterschwellig seit 1990, als der irakische Diktator Saddam Hussein den Zweiten Golfkrieg auslöste, in den sich 1991 eine internationale Koalition unter der Führung der USA einschaltete.

Während Europa im Taumel nach 1989 an seiner Vereinigung zu arbeiten begann, brach 1991 der kulturalistisch unterlegte, nationalistische Jugoslawische Bürgerkrieg aus, der die Politik in den Staaten der künftigen EU überforderte – ähnlich wie die globalisierende Wirtschaftswelt keine wirksame Strategie des Umgangs mit dem islamistischen Aufstand gegen den „Westen“ fand. Die Eighties waren vom Aufstieg des Neoliberalismus getragen gewesen, zugleich vom Rückzug der politischen Linken ins Feld von „Kunst & Kultur“ und einen ökonomieaffinen Lifestyle-Hedonismus, aber auch geprägt durch den Reaktorunfall von Tschernobyl (1986) – und dem Kampf gegen Aids [18] ab 1981.

Die Moderne von Disziplin und Strafe (Michel Foucault, Surveiller et punir, 1975) wurde abgelöst durch eine nachmoderne Kontrollgesellschaft (Gilles Deleuze, Post-scriptum sur les sociétés de contrôle, 1990), die als „flüssige Moderne“ (Zymunt Bauman, 2000) ins neue Jahrtausend sickerte. Aus der Disziplinierung durch Zwänge ist die Norm der Selbstdisziplinierung geworden: „Viele junge Leute verlangen seltsamerweise, ,motiviert‘ zu werden, sie verlangen nach neuen Ausbildungs-Workshops und nach permanenter Weiterbildung (…).“ [19] Byung-Chul Han findet dafür einen schärferen Ausdruck: „Jeder ist heute ein selbstausbeutender Arbeiter seines eigenen Unternehmens.“[20] Das Verlangen, in die herrschende Norm eingepasst zu werden, hat zu einer Gesellschaft der Fitness (der Begriff bedeutet hier Angepasstheit) im Sinn von Herbert Spencer [21] geführt, deren Sozialdarwinismus sich in den Ritualen von Selbstdarstellungen normativer Selbstausbeuterınnen widerspiegelt.

Again Audience im smart-panoptischen Neoliberalismus

In dieser gesellschaftlichen Atmosphäre zeigt Carola Dertnigs Projekt Raum mit Blick in den Finanzdistrikt symbolisch den Zustand eines neuen Nichts am Vorabend einer politischen Verwerfung, die den fundamentalistisch-liberalen in einen smart-panoptischen Neoliberalismus verwandeln sollte. Der Tag dieser Verwerfung war der 9. September 2001. Wie aus dem Nichts schienen jene Flugzeuge zu kommen, die von den beiden Kirchtürmen des globalistischen Kapitalismus und in der Folge von Pressefreiheit und Privatsphäre nichts als Trümmer übrigließen. Als drei Jahre später Facebook gegründet wurde, befanden sich die USA samt ihrer „Koalition der Willigen“ bereits im über Fake News legitimierten Irakkrieg.

Facebook perfektionierte durch seine Strategie des Kommunikationskonsumismus die private Globalisierung und lancierte eine privatwirtschaftliche Überwachungsindustrie, inflationierte und amputierte das Sozialleben, bildete die Basis für Desinformation und politische Manipulation, förderte den Wiederaufstieg des Rechtradikalismus und verhalf Politikern wie Donald Trump und Jair Bolsonaro mit zu ihren Wahlsiegen.

Dertnigs room with a view in the financial district zeigt leere Büros, aus der Pleite der damaligen Dotcoms der Blick nach draußen, enge Fenster von düsteren Kavernen einer vampirischen Kaste, die ab und zu Künstlerınnen in ihre Nähe lässt, um zu testen, inwieweit sie sich anstecken oder aussaugen lassen. Die Wirkkraft des digitalen militärisch-industriellen Komplexes ist heute, 19 Jahre nach 9/11 und inmitten einer Pandemie, größer denn je. Seit dem Fall der Türme hat dieser Machtblock aus einigen wenigen Unternehmen (darunter Alphabet, Amazon, Apple, Facebook, Palantir, Tesla) ein Konzept der Künstlichen Intelligenz entwickelt, das die Kontrolle ihrer „User“ genannten Abhängiggemachten perfektionieren soll.

In dieser Situation entwickelt sich aktuell ein zweiter Kalter Krieg, erst ausgehend von Russlands Reaktion auf die westlichen Expansionsbestrebungen und in der Folge ausgehend von der kommunistisch-kapitalistischen Hybriddiktatur China.  Das chinesische Regime mit seinem „praktischen“ Sozialkreditsystem und die demontierte Demokratie der USA werden einander ähnlicher – unabhängig davon, ob Trump über seine rassistische, autoritäre und willkürliche Performance fallen wird oder nicht.

Mit ihrer transportablen Rednerınnenbühne Again Audience (2012) hat Carola Dertnig in Bezug auf eine nicht realisierte Arbeit von Alexander Rodtschenko von 1922 etwas gebaut, das auf die freie Rede zielt, in den analogen öffentlichen Raum gedacht ist und auf die Sozialbewegungen der Moderne verweist. Nun, während der Covid-19-Krise, gehen in zahlreichen Ländern Demonstrantınnen auf die Straße, um gegen den Mord an dem Afroamerikaner George Floyd in den USA und gegen die Pest des Rassismus im Allgemeinen zu protestieren. Again Audience – auf dieser Ebene der komplexen Verhältnisse im Global Village.

Fußnoten:

[1] „Berühmter Seuchenroman. Lesemarathon mit Albert Camus’ ,Die Pest‘“: Der Tagesspiegel (hier von online: https://www.tagesspiegel.de/kultur/beruehmter-seuchenroman-lesemarathon-mit-albert-camus-die-pest/25732556.html, 10.4.2020; zuletzt eingesehen 2.6.2020).

[2] https://www.zdf.de/kultur/musik-und-theater/die-pest-01-100.html (zuletzt eingesehen 5.6.2020).

[3] Camus, Albert: Die Pest. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt (rororo) 1961, S. 182.

[4] Vgl. u.a. Rose, Laura J.; Donlan, Rodney; Banerjee, Shailen N.; Arduino, Matthew J.: „Survival of Yersinia Pestis on Environmental Surfaces“. In: Applied and Environmental Microbiology, Vol. 69, No. 4, 2003, p. 2166-2171.

[5] Quelle: https://www.nytimes.com/interactive/2020/nyregion/new-york-city-coronavirus-cases.html (zuletzt eingesehen 7.6.2020).

[6] Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/World_Trade_Center#Terroranschl%C3%A4ge_am_11._September_2001 (zuletzt eingesehen 4.6.2020).

[7] Zit. von https://www.tt.com/artikel/30727999/immer-schon-gewusst-15-trump-zitate-ueber-die-corona-krise (Tiroler Tageszeitung Online, 11.4.20230; zuletzt eingesehen 2.6.2020).

[8] Vgl. Falter, 4.3.2020: „Panik! Das Coronavirus verändert die Welt. Geschichte einer Panikattacke auf die Gesellschaft“, S. 12ff.

[9] Camus, Albert: Ibid., S. 16.

[10] In einem Video-Interview auf der Website von artmagazine, vgl. http://www.artmagazine.cc/content111068.html (12.3.2020; zuletzt eingesehen 4.6.2020).

[11] Cage, John: Silence. Lectures and Writings. Middletown: Wesleyan University Press, 1992 (Nachdruck, d. 1. Auflage v. 1961), S. 129. Die bekanntere „Lecture on Nothing“, auf die Dertnig offenbar anspielt,  ist in demselben Band enthalten, auf S. 109ff.

[12] Camus, Albert: Le Peste. Paris: Éditions Gallimard 1947, S. 247.

[13] Isolde Charim fand dazu die Formulierung: „Normalität scheint nur noch ein Tanz auf dem Vulkan zu sein.“ In: „Corona: Der Einbruch in die Normalität“, Falter, 4.3.2020, S. 9.

[14] Jean-Paul Sartre schrieb zu dieser Zeit an seinem philosophischen Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“.

[15] Vgl. das Originalzitat („Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“) u.a. in Clausewitz, Carl von: Vom Kriege. Hinterlassenes Werk. Bd. 1. Berlin: Ferd. Dümmler’s Verlagsbuchhandlung 1867, S. 22.

[16] Zu den bekanntesten Stellvertreterkriegen zählen der Koreakrieg (1950-53), der Vietnamkrieg (1964-75) und der Afghanistankrieg (1979-89).

[17] Der Historiker Frank Bösch beleuchtet die einschneidenden Ereignisse dieses Jahres in einer fundierten Analyse. Vgl. Bösch, Frank: Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann. München: C.H. Beck 2019.

[18] Im Zusammenhang mit Covid-19 wird kaum über Aids gesprochen; 2019 wurde die weltweite Anzahl von HIV-positiven Menschen auf rund 37,9 Millionen geschätzt, in diesem Jahr steckten sich täglich 4650 Menschen mit dem HIV-Virus an, und seit Ausbruch von Aids sind 35 Millionen an Aids gestorben. Eine Auseinandersetzung mit dieser Krankheit findet kaum noch statt, sie gehört sozusagen zur „Normalität“. Quelle für das Zahlenmaterial: https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsames_Programm_der_Vereinten_Nationen_f%C3%BCr_HIV/Aids (zuletzt eingesehen 6.6.2020).

[19] Deleuze, Gilles: „Postskriptum über die Kontrollgesellschaften“. In: Ders.: Unterhandlungen 1972-1990. Frankfurt/Main: Suhrkamp 1993, S. 262.

[20] Han, Byung-Chul: Psychopolitik. Neoliberalismus und die neuen Machttechniken. Frankfurt/Main, S. Fischer 2014, S. 14.

[21] Vgl. Spencer, Herbert: The Principles of Biology. London: Williams and Norgate, 1864. § 164f, S. 444f.


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