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INTK

Beitrag von Dubravka Jembrih-Simbürger, Staff Scientist am Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst

Man liest es vielerorts. Hilft Alkohol (trinken) gegen Corona? Schützt Alkohol trinken vor Ansteckung? Dazu werden viele Hypothesen in den Medien aufgestellt. Aus der Sicht einer Naturwissenschafterin ist es im wahrsten Sinne eine „Schnapsidee“. Es beeinflusst vielleicht die Wahrnehmung der Realität in der Corona Situation, aber dem Virus selbst kommt man so nicht auf die Spur. Alkohol macht gesellig, distanzlos und hat tausend Gesichter, ja auch als einer der vielen Inhaltstoffe in Desinfektionsmitteln, als Prävention.

Und wie immer, es kommt auf die Konzentration an; 70%iger Alkohol soll das COVID-19 Virus, das laut der Gesellschaft für Virologie e.V. zu einer behüllten Virusart gehört, inaktivieren. Und hier können es auch mehrere sein: Ethanol, Propanol, Isopropanol usw. Beim COVID-19 Virus besteht die Virushülle aus einer Lipid-Doppelmembran, die als eine Art Fettschicht betrachtet werden kann. In dieser Membran sind Proteine eingebaut.

Eine Fettschicht heißt Alkohol und Seifen willkommen. D.h. Alkohol und Seifen sind in der Lage, nicht nur unser Befinden und unsere Hygiene zu beeinflussen, sondern auch die Lipidschicht der Virushülle zu zerstören, das Virus somit zu inaktivieren und seine Verbreitung zu unterbinden. Fettlösende Substanzen wie Seifen und Alkohole finden also hier ihren berechtigten Einsatz. Ihre Wirkung beruht auf dem polarem Ende und dem unpolaren Gerüst des Moleküls. Bei einem Waschvorgang oder Desinfektion zeigt das polare Ende des Seifenmoleküls oder Alkohols zum polaren Medium, sprich zum umgebenden Wasser, während sich das unpolare Teil des Seifenmoleküls zum unpolaren Teil des Fettes (Lipids) dreht und auf diese Art und Weise die Fettlösung ermöglicht. Dies schädigt bzw. zerstört die Virushülle.

Also doch, Alkohol hilft gegen Corona – aber nur bei äußerer Anwendung.


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