Akademie der bildenden Künste Wien
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Akademiegebäude am Schillerplatz
Eingang Schillerplatz
© Helmut Wimmer

 

Nachdem das 150 Jahre alte Gebäude, 1872–1877 nach Plänen des Architekten Theophil Hansen erbaut, in die Jahre gekommen war und auch baulich nicht mehr den Anforderungen des Kunstunibetriebs genügte, ließ es die BIG als Bauherr und Liegenschaftseigentümer sanieren und restaurieren. Zahlreiche Bausünden aus früheren Jahrzehnten wurden behoben und gleichzeitig wurde mehr Platz geschaffen. In enger Zusammenarbeit mit der Akademie der bildenden Künste Wien, dem Bundesdenkmalamt und dem Wissenschaftsministerium wurde aus dem historischen Akademiegebäude wieder ein moderner Standort für eine Kunstuniversität.

Auf 17.800 m² Nettoraumfläche erstreckt sich der original Theophil Hansen-Bau über sieben Geschosse und fünf Zwischengeschosse. Mehr als 600 Fenster, endlose Gänge, zahlreiche Studiensäle und Ateliers wurden unter strengstem Denkmalschutz dreieinhalb Jahre saniert und restauriert. Die Arbeiten stehen kurz vor Abschluss, bevor am 30. Juni das Gebäude wieder an die Akademie übergeben wird. Die Gesamtinvestition betrug rund 70 Mio. Euro brutto inkl. Einrichtung. Die Generalplanung übernahm eine ARGE aus Ablinger, Vedral & Partner und Silberpfeil Architekten. Die umfassendste bauliche Maßnahme war die Errichtung eines unterirdischen Depots für die Bestände des Kupferstichkabinetts, das samt Studiensaal 520 m² umfasst und die 100.000 Druckgrafiken, 40.000 Zeichnungen, 22.000 Fotografien der Sammlung beherbergen wird. Für das Depot wurde die historische Stiege in den Keller verlängert. Der Studiensaal ist über Oberlichten mit Tageslicht versorgt.

In der Aula wurden das Deckengemälde von Anselm Feuerbach, 500 m² Original-Terrazzoboden, Stuckmarmor und verschiedene andere historische Oberflächen restauriert. Die Aula wurde außerdem als Veranstaltungslocation genehmigt und wird auch für Ausstellungen und Kunstprojekte genutzt.

Im Laufe der Bauarbeiten wurden Entdeckungen von historischer Bedeutung gemacht. Es stellte sich heraus, dass in mehreren Sälen die zwischenzeitlich mehrfach weiß übertünchten Wände bunt bemalt waren. Im Anatomiesaal wurde die bauzeitliche Wandbemalung komplett wiederhergestellt. Es handelt sich um illusionistische, aufgemalte Säulen und Balustraden in Blau- und Rottönen, die den Raum optisch erweitern.

In der Bibliothek war die größte Aufgabe die Möbelrestaurierung. Die Ausstattung der Bibliothek ist noch zu einem großen Teil im Original erhalten und steht ebenfalls unter strengem Denkmalschutz. Die Möbel wurden von auf historische Objekte spezialisierten TischlerInnen saniert, bauzeitliche aufgemalte Verzierungen wurden rekonstruiert und wiederhergestellt. Jetzt können die 200.000 Bücher der Akademiebibliothek wieder einziehen. Die Gänge mit ihren bauzeitlichen Wandmalereien und historischen Stiegenhäuser wurden restauriert.

Insgesamt wurden 5.300 m² Wand- und Deckenflächen und 8.200 m² Holzböden saniert. Die Malereien wurden in Detailarbeit rekonstruiert und restauriert. 33 Gewerke, davon acht auf Restaurierung spezialisiert, arbeiteten zusammen. Die Gebäudefassade mit den Originalfenstern wurde umfassend und – wie alles andere im Haus – in enger Absprache mit dem Bundesdenkmalamt saniert. Gerade die Fenster waren in sehr schlechtem Zustand und mussten aufwändig und denkmalschutzgerecht instandgesetzt werden. Restauriert wurden auch die charakteristischen Terrakottafiguren rund um das Gebäude und die Fresken mit allegorischen Darstellungen, die sich an der zum Getreidemarkt orientierten Seite des Gebäudes befinden.

Der sommerlichen Überhitzung wird im historischen Gebäude mit motorbetriebenem Sonnenschutz, Isolierglas, Sonnenschutzbeschichtungen, Entlüftungssystemen und Wärmedämmungen entgegengewirkt. Das Haus wurde über den Eingang in der Makartgasse barrierefrei erschlossen.


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