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Wien, 13.11.2020

Die Rektor_innen der österreichischen Kunstuniversitäten nehmen die kolportierten Vorschläge des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung zur geplanten UG-Novelle mit großer Sorge zur Kenntnis. Sie drücken hiermit ihre Irritation darüber aus, bis zum heutigen Zeitpunkt in keine Fachdiskussionen eingebunden worden zu sein. Die uns nur indirekt zugetragenen Änderungen wären substanziell – sie verletzen die Autonomie der Universitäten und widersprechen demokratischen Prinzipien. Zugleich werden sie in einer Phase zu implementieren versucht, in der die Universitäten unter äußerstem Druck stehen, der schwierigen Corona-Situation gerecht zu werden.Zugleich werden sie in einer Phase zu implementieren versucht, in der die Universitäten unter äußerstem Druck stehen, der schwierigen Corona-Situation gerecht zu werden.

Die Änderungen suggerieren eine Stärkung der Rektorate, während sie tatsächlich das bewährte Gleichgewicht der universitären Leitungsgremien Rektorat, Senat und Universitätsrat gefährden. Durch die Stärkung der Universitätsräte vergrößern sie die Möglichkeit eines direkten politischen Einflusses auf die Universitäten, während das zentrale Selbstverwaltungsorgan der Universitäten, der Senat, wesentlich geschwächt werden würde.

Die Möglichkeit der freien Studiengestaltung ist ein hohes Gut. Eine Gesetzesänderung müsste vor allem die Möglichkeit fördern, dass Studierende unabhängig von ihrer sozialen Situation studieren können – auch mit Familie und Erwerbsarbeit. Die angedeuteten geplanten Zwangsexmatrikulationen bewirken das Gegenteil: Aus universitärem wie gesellschaftspolitischem Interesse ist es den Rektor_innen der Kunstuniversitäten ein Anliegen, dass Studierenden in der aktuellen Krisensituation nicht unvorbereitet auf einen überlasteten Arbeitsmarkt gedrängt werden.

Als Rektor_innen der österreichischen Kunstuniversitäten fordern wir, die Gesetzesnovelle zum Universitätsgesetz auf eine Zeit zu verschieben, die eine umfassende und faktengestützte Debatte ermöglicht. Wir stellen uns ausdrücklich gegen eine Schwächung der Senate und fordern eine Beibehaltung realistischer Möglichkeiten zur freien Studiengestaltung.

Gezeichnet die Rektor_innen

Gerald Bast, Rektor, Universität für angewandte Kunst Wien,

Elisabeth Gutjahr, Rektorin, Universität Mozarteum Salzburg,

Johan Frederik Hartle, Rektor, Akademie der bildenden Künste Wien,

Brigitte Hütter, Rektorin, Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz,

Georg Schulz, Rektor, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz und

Ulrike Sych, Rektorin, mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

im Namen ihrer Rektorate.


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