Akademie der bildenden Künste Wien

Die Akademie erhält ein neues visuelles Erscheinungsbild. Dazu wird auch unsere Website technisch überarbeitet, weiterentwickelt und schrittweise angepasst. Wir bedanken uns für die Geduld unserer Besucher_innen. Weitere Infos zum Corporate Design finden Sie auf der Microsite.

Zur Microsite

Skip to content. Skip to navigation.
IBK

Die vierköpfige Jury, bestehend aus Madeleine Amsler, Katharina Brandl, Kira Kirsch und Petra Poelzl, hat die 1991 in Hallein geborene Choreografin, Tänzerin und bildende Künstlerin Sara Lanner mit dem H13 Niederoesterreich Preis für Performance ausgezeichnet. Sara Lanner studiert Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien.

 

Sara Lanner, Foto © Elsa Okazaki

 

„Sara Lanners Projekt MINE befasst sich mit grundlegenden Fragen unserer Beziehung zur Welt: Mining, auf Deutsch am ehesten mit „Bergbau“ übersetzbar, begegnet uns in der alltagssprachlichen Verwendung vielerorts. Beim Data-Mining werden Informationen gewonnen, Kryptowährungen müssen „gemined“ werden und nicht zuletzt in unserem Verhältnis zu unserer organischen und anorganischen Umwelt, bauen wir ab, schürfen oder extrahieren Rohstoffe. Sara Lanners Performance eignet sich die – für unsere Gegenwart höchst relevanten – Bedeutungswelten des Bergbaus sowohl metaphorisch als auch durch konkrete Materialstudien an.“ (Auszug aus dem Jurystatement)

MINEist ein Performanceprojekt zwischen Choreografie und bildender Kunst, das vom Bergbau und dessen globalen gesellschaftspolitischen Zusammenhängen handelt. „Bergbau“ wird dabei im konkreten und im übertragenen Sinn verstanden. Zentral in der Arbeit ist derBegriff des „mining“, der einerseits als Prozess zur Gewinnung von Rohstoffen, andererseits als Momentum zur Entstehung von Gedanken und Erinnerungen beleuchtet wird. MINEist sowohl Ausstellung als auch Performance, Choreografie als auch soziologische Studie, die dem Publikum den Kreislauf heutiger Extraktionsprozesse vergegenwärtigt und die westliche Gesellschaft als Endverbraucherin einer fortschrittlich gemeinten Kultur hinterfragt. Das Projekt erzählt von ökologischer Verschwendung, Umwälzung und Aneignung und thematisiert die gewaltvolle Veränderung der Erdoberfläche durch den Menschen für den Gewinn von Rohstoffen. Die Praxis des „mining“ wird so zu einem Knotenpunkt der Arbeit, an dem unterschiedliche gesellschaftliche Stränge zusammenlaufen: Wertschöpfung, Moral und Macht.

Sara Lanners Performances finden in Ausstellungsräumen, auf Bühnen sowie an interdisziplinären und öffentlichen Orten statt. Sie ist daran interessiert, performative und choreografische Zugänge zu verbinden und dadurch die bildende Kunst und den zeitgenössischen Tanz gleichermaßen zu erweitern. 2020 erhielt sie den Ö1-Publikumspreis im Rahmen der Ö1-Talentebörse im Leopold Museum Wien, wo sie auch ihre prämierte Performance Mother Tongue präsentierte. Die Performance Volume (mit Jasmin Hoffer und Liv Schellander, 2019) sowie die Solo-Performance Guess What(2018) wurden u.a. am Imagetanz Festival im brut Wien gezeigt. 2021 wirkte Sara Lanner an Fanni Futterknechts Performanceprojekt Power to the Unspoken_Echoes of Resistance mit, das im Rahmen der Jubiläumsreihe Sweet Sixteendes Kunstraum Niederoesterreichgestaltet wurde.Sara Lanner studierte Zeitgenössischen Tanz und Tanzpädagogik an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz und Bildende Kunst und Performative Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Neben ihrer Arbeit als Performancekünstlerin unterrichtet sie und hält Workshops in Zeitgenössischem Tanz, Partnering, Modern Dance, Choreografie und Komposition. Von 2015-2018 war sie außerdem als Tutorin an der Medizinischen Universität Wien im Rahmen einer interdisziplinären Lehrveranstaltung zu Anamnesegesprächen mit Patient:innen tätig.


Permalink