Red threads, loose ends, another sculpture is possible
Ein Symposium in der Kurzbauergasse mit Enrico David, Agnes Meyer-Brandis, Iris Touliatou und Trisha Donnelly, organisiert von Gabriele Edlbauer.
Wie zeitgenössische Skulptur entsteht, wie über sie gesprochen und wie sie interpretiert werden kann, sowie die Frage, wie sich die Komplexität ihrer materiellen, situativen, räumlichen und thematischen Bezüge erfassen lässt, bilden häufig nur den Ausgangspunkt der zahlreichen Diskussionen, die in den einzelnen Fachbereichen der Akademie der bildenden Künste Wien geführt werden. Dieses Symposium entstand aus dem Bemühen, einige dieser diskursiven Fäden zusammenzuführen und sie nicht nur innerhalb der Strukturen der Akademie, sondern auch für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen Jede_r Vortragende wurde von einem anderen Fachbereich eingeladen, wodurch die Vielfalt der vertretenen Perspektiven hervorgehoben wird.
Programm
11 h
Enrico David
Eingeladen vom Fachbereich Kunst und Raum | Objekt, Prof. Julian Göthe
Das facettenreiche künstlerische Schaffen von Enrico David (geb. 1966 in Ancona, Italien) spiegelt die kontinuierliche Auseinandersetzung des Künstlers mit der anthropoiden Form und dem Ausdruckspotenzial von Material wider. Über drei Jahrzehnte hinweg hat David ein Werk geschaffen, das sich mit der Übersetzung und Transformation von Körper, Identität und Persona auseinandersetzt. Seine interdisziplinäre Praxis steht im Dialog mit der Sprache der Dramatisierung und des Theaters und schöpft aus Quellen, die von visuellen Fragmenten über literarische und filmische Bezüge bis hin zu persönlichen Erinnerungen reichen, während sie durch einen explorativen Umgang mit Material und Form Anklänge an die angewandte Kunst aufgreift. „Das Moderne, das Archaische, das Ontologische erscheinen mir als die großen Leitfäden, durch die wir versuchen, unsere winzige, unbedeutende Zeitlichkeit zu planen und funktionsfähig zu machen. Wir versuchen, Ordnung in allem zu finden, was uns zur Vorstellung bleibt, und bewegen uns blindlings in dem, was unserer Meinung nach einen Hauch von Hoffnung verkörpern könnte. Die Vorstellungskraft ist das Sprungbrett, das uns über den unangebrachten Gebrauch von Konventionen hinauskatapultiert, hin zu ungewöhnlichen Harmonien, neuen Formen der Schönheit. Wer könnte das schon wissen?“
Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, darunter „I Am Back Tomorrow“ im Castello di Rivoli (2025), „The Soul Drains the Hand“ im White Cube Paris (2025), „Destroyed Men Come and Go“ im KW Institute for Contemporary Art (2023) sowie in großen Werkschauen wie „Gradations of Slow Release“ im Hirshhorn Museum and Sculpture Garden (2019) und im Museum of Contemporary Art Chicago (2018).
13 h
Agnes Meyer-Brandis
Eingeladen vom Fachbereich Kunst und Intervention | Umfeld, Prof.in Judith Huemer
Agnes Meyer-Brandis (DE) ist eine in Berlin lebende Künstlerin, ausgebildet in Bildhauerei und Neuen Medien. Ihre Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie, Fiktion und Imagination. Nach einer Ausbildung in Mineralogie studierte sie an den Kunstakademien in Maastricht und Düsseldorf sowie an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie gründete das Research Raft FFUR, ein fiktives „Institut für Kunst & Subjektive Wissenschaft“, das bewusst „Fragen stellt, aber keine Antworten gibt“ in Bereichen wie Klimaforschung, Umweltwissenschaften, Meteorologie sowie synthetischer und künstlerischer Biologie. Meyer-Brandis’ Arbeiten wurden weltweit gezeigt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter zwei Prix Ars Electronica Awards of Distinction und der Europäische Kairos-Preis. www.ffur.de onetreeid.de/blog
14 h
Open Kitchen
Lunch Event der Holz- & Keramikwerkstatt
Im Sommersemester 2026 wurde im Rahmen des Kurses „Holz 2“ die „Laube“ im Hof der Kurzbauergasse saniert und renoviert. Außerdem wurde eine mobile Küche gebaut und dort untergebracht. Diese Küche soll im Hof oder auch andernorts gemeinsame Aktivitäten, Events oder einfach nur Zusammentreffen in der Akademie ermöglichen. Sie ist also ein Ort und ein Werkzeug um Gemeinschaft herzustellen, zu stärken und aufrechtzuerhalten.
Deshalb ist es schön, sie auch für das Mittagessen des Bildhauereisymposiums zu aktivieren und eine Minestrone zu servieren. Das Event wird also bei gutem Wetter draußen im Hof stattfinden. Bei schlechtem Wetter kann es aber auch problemlos nach drinnen verlegt werden, da die Küche mobil ist.
15:30 h
Iris Touliatou
Eingeladen vom Fachbereich Kunst und Raum | Raumstrategien, Prof.in Iman Issa
Durch subtile Umverteilungen von Objekten, Ökonomien, menschlichen Beziehungen und Produktionsprozessen untersucht Iris Touliatou (geb. in Athen, Griechenland) die Beziehungen zwischen sozialen Strukturen und Handlungsweisen. Dabei wirft sie Fragen nach den Bedingungen künstlerischer Produktion und den institutionellen Rahmungen auf, innerhalb derer diese sich vollzieht.
Zuletzt hatte sie Einzelausstellungen bei MMXX, Mailand (2026); im Kunstverein München, München (2025); in der National Hellenic Research Foundation / NEON City Project, Athen (2024); bei Peer, London; bei fluent, Santander; in der Kunsthalle Basel, Basel (2023); sowie im Grazer Kunstverein, Graz (2022).
Häufig reagieren ihre Arbeiten auf den jeweiligen Ort und Kontext ihrer Ausstellung. Sie setzen sich mit Infrastrukturen, Affekten und Verflechtungen auf intimer wie systemischer Ebene auseinander, ohne ein Ergebnis festzuschreiben oder vorwegzunehmen.
17:30 h
Trisha Donnelly
Eingeladen vom Fachbereich Kunst und Raum | Installation, Prof.in Nora Schultz
Idee und Organisation: Gabriele Edlbauer
Organisatorische Unterstützung und Projektkoordination: Johannes Hoffmann, Katharina Köhle, Kristin Weissenberger, Michael Part, Noële Ody, Roland Kollnitz, Tobias Pilz, Yein Lee & Zahra Mirza
Grafikdesign: Vika Prokopaviciute