Kunst und Intervention | Konzept
In dieser Zeit großer Veränderungen und Paradigmenwechsel, in der kulturelle Beziehungen hochgradig aufgeladen sind und starke konservative Kräfte gegen die Veränderungen reagieren, ist es notwendig, sich auf verschiedene Arten der Wahrnehmung und Produktion von Narrativen zu konzentrieren. Der Schwerpunkt meines Unterrichts in der Klasse „Kunst und Intervention | Konzept“ liegt – wie auch in meiner künstlerischen Arbeit – auf der Förderung kritischen und differenzierten Denkens. Nicht nur für uns als Schöpfer, sondern auch für den Betrachter durch das Kunstwerk. Da ich glaube, dass wir dieses kreative kritische Denken während des Schaffens entwickeln, und da ich glaube, dass Lernen ein kollektiver Prozess ist, betrachte ich die Prozesse des Schaffens als Momente des Lehrens und Lernens für alle Beteiligten.
Im Fachbereich Kunst und Intervention | Konzept entwickeln wir individuelle und kollektive Praktiken, die darauf abzielen, neue Narrative zu produzieren, um in das Normative einzugreifen. Die Formen, die dies annehmen kann, sind vielfältig: von Filmemachen und Performances über Schreiben, Veröffentlichen, Drucken, bis hin zu Malerei, Objektkunst usw. Der Fokus liegt darauf, wie ein Kunstwerk politisch sein kann oder wie wir durch ein solches Werk sozusagen „das Drehbuch umschreiben“ können. Wir verfolgen einen reflektierenden Ansatz in Bezug auf Methode, Produktion und Betrachtung, um eine künstlerische Praxis zu entwickeln. Forschung spielt dabei eine große Rolle – sie wird konsequent durch Produktion und Zusammenarbeit praktiziert. Aktuelle gesellschaftspolitische Prozesse und die Strukturen, die uns prägen und behindern, sind der Motor für jeden Teil der Arbeit. Die Methoden und die Ethik des Schaffens sind ebenso wichtig wie die Fähigkeiten, die zur Produktion der oben genannten Formen erforderlich sind.
Wir lernen miteinander durch gemeinsames Lesen, Betrachten und Diskutieren mit der ganzen Klasse, wobei der Schwerpunkt auf dekolonialen, queeren feministischen und Black Studies sowie gegen-dominanten Stimmen in Kunst, Kultur und Politik liegt. Die individuellen Arbeiten werden im Studio entwickelt, und wir lernen, Feedback zu artikulieren und die Arbeiten durch kollektive Prozesse wie Kleingruppentreffen und Wissensaustausch voranzubringen.
wendelien van oldenborgh - Jan 2026
- Name
- Mag.art. Petja Dimitrova
- Telefon
- + 43 (1) 58816 - 7315
- p.dimitrova@akbild.ac.at
- Name
- Doz. Mag. Eduard Freudmann
- e.freudmann@akbild.ac.at