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Bester Wille

Datum
Uhrzeit
Termin Label
Lecture-Performance
Organisationseinheiten
Künstlerisches Lehramt
Ort, Adresse (1)
Schillerplatz 3
Ort, PLZ und/oder Ort (1)
1010 Wien
Ort, Raum (1)
Aula

Eine Lecture-Performance von INGLAM, organisiert von Elke Krasny, Kunst und Bildung.

Nora: Der Boden der Aula der Akademie der bildenden Künste Wien ist rundum von einem Hakenkreuz-Ornament eingefasst.
Anja: Warum müssen wir hier beim besten Willen Hakenkreuze erkennen?
Julia: Wir finden die Ornamentik im Bodenmosaik der Opéra Palais Garnier in Paris und im Numismatischen Museum in Athen. Doch eine Problematisierung dieser Motivik des 19. Jahrhunderts wird schnell abgewehrt, denn ein Blick auf die Datierung lässt Betrachter:innen aufatmen: Die Symbole stammen ja nicht aus den Jahren 1933-1945 sondern sind von 1875, 1877 und 1879.
Anja: Dem Symbol voreilig Antisemitismus vorzuwerfen wäre also falsch? Auf ihnen könne keine Schuld lasten. Oder?
Nora: Mit dieser Performance gehen wir dem Aufkommen des Motivs in Europa im ausgehenden 19. Jahrhundert nach: Woher kommen all die Hakenkreuz-Ornamente? Was bedeuten sie? Und wie kamen die Nazis auf die Verwendung dieses Zeichens?

INGLAM ist eine Band für Lecture Performances, gegründet 2022 an der HFBK Hamburg. Als kunstvermittlerische Forschung setzt sie sich via gesprochenem Wort, projiziertem Bewegtbild und Soundcollagen mit künstlerischen, politischen und theoretischen Fragen auseinander.
Das Akronym INGLAM steht für »Inglourious Art Mediators« und nimmt Bezug auf Quentin Tarantinos Film »Inglourious Basterds« (2012). INGLAM versteht sich in diesem Sinne als antifaschistisches Statement: begann doch alles bei INGLAM mit Radiospots, die Propaganda mit dem Slogan »Fight Antisemitism and Racism together« machen wollten. Zugleich ist INGLAM Glitzer und Disko. Nicht ohne gleichzeitige Reflexion über Arbeitsbedingungen und Abwertungsdiskurse zeigt INGLAM, wie glamourös kunstvermittlerische und kunstpädagogische Selbstbehauptung sein kann. Wir umarmen den Glamour ebenso wie die unglamourösen Aufgaben im Schatten des institutionellen Lichts, die wir als Freiräume für die Kunstvermittlung und Kunstpädagogik nutzen.
INGLAM sind Anja Steidinger, Nora Sternfeld und Julia Stolba