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Einladung zur Defensio von Bahareh Zamani Hargalani

Datum
Uhrzeit
Termin Label
Defensio
Organisationseinheiten
Kunst- und Kulturwissenschaften
Ort, Adresse (1)
Schillerplatz 3
Ort, PLZ und/oder Ort (1)
1010 Wien
Ort, Raum (1)
M13a

Das Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien lädt herzlich zur Defensio von Bahareh Zamani Hargalanis Dissertation "Mapping Otherness: Eine postkoloniale Kritik von Subjektivierungsprozessen im Westen und Nicht-Westen" ein.

Mitglieder des Prüfungssenats sind: PhD. Dipl.-Des. Janine Jembere (Vorsitzende_r), Univ.-Prof. Dr.phil. Ruth Sonderegger (1. Betreuer_in), und Prof. Dr. H.Y.M. Yolande Jansen (externe_r Gutachter_in, University of Amsterdam).

Die Defensio wird in Raum M13a am Schillerplatz 3, 1010 Wien stattfinden.

Abstract

Diese Dissertation entwickelt den Begriff des subcutaneous activism, um Formen politi-scher Handlungsmacht zu fassen, die unterhalb der im westlichen politischen Denken pri-vilegierten Sichtbarkeit wirken. Anstatt Politik primär mit Bruch, Protest oder institutioneller Veränderung zu identifizieren, versteht sie Ausdauer – getragen von Ritual, Erinnerung, verkörperter Praxis und ethischer Bindung – als eigenständige Form des Widerstands. Im Rückgriff auf Michel Foucaults Konzept der "politischen Spiritualität", weitergedacht mit Dariush Shayegan und Ranajit Guha, zeigt die Arbeit die Spannung zwischen ethischer Transformation und materieller Begrenzung auf: Während Foucault die ethische Kraft der Revolte betont, verweisen Shayegan und Guha auf epistemische Brüche, ideologische Vereinnahmung und die Vielschichtigkeit subalterner Handlungsmacht. In dieser Perspek-tive erscheint die Iranische Revolution nicht nur als ideologisches oder emanzipatorisches Projekt, sondern als Ausdruck spiritueller Traditionen, die Subjektivität unter Herrschaft stabilisieren. Widerstand wird so als fortdauernde, historisch eingebettete Praxis des Blei-bens und der Sinnstiftung neu gefasst.

Kurz-Biographie

Bahareh Zamani ist eine interdisziplinäre Forscherin an der Schnittstelle von postkolonialer Theorie und Kulturwissenschaften. Ihre Forschung beschäftigt sich mit Prozessen der Subjektbildung, Wissensproduktion und Macht, mit besonderem Fokus auf Widerstand und situierte Formen des Aktivismus in unterschiedlichen kulturellen Kontexten. An der Akademie der bildenden Künste Wien lehrte sie Seminare zu Gender, Säkularismus und postkolonialer Theorie. Beiträge von ihr erschienen unter anderem in Krisis und bei Promedia. Zudem ist sie am Forschungsprojekt Archiv des Zuhörens beteiligt, dessen Ergebnisse im Oktober 2026 in Buchform veröffentlicht werden.