Skip to main content

Einladung zur Defensio von Cathérine Lehnerer

Datum
Uhrzeit
Termin Label
Defensio
Organisationseinheiten
Bildende Kunst
Ort, Adresse (1)
Schillerplatz 3
Ort, PLZ und/oder Ort (1)
1010 Wien
Ort, Raum (1)
Anatomiesaal

Das Institut für bildende Kunst der Akademie der bildenden Künste Wien lädt herzlich zur Defensio von Cathérine Lehnerers Dissertation "Philosophische Fragen zu neuen Gestaltungsmöglichkeiten der Partizipation in Bildungsprozessen" ein.

Mitglieder des Prüfungssenats sind: Univ. Prof. Dr. Carolin Bohlmann (Vorsitz),  Univ.-Prof. Dr.Phil. Marina Grzinic Mauhler (1. Betreuer_in), Univ.-Prof. Dr. Sylvia Kesper-Biermann (externe_r Gutachter_in).

Die Defensio wird in deutscher Sprache und im Anatomiesaal der Akademie stattfinden.

Abstract

Die vorliegende Dissertation mit dem Titel "Philosophische Fragen zu neuen Gestaltungsmöglichkeiten der Partizipation in Bildungsprozessen" untersucht, wie der autobiografische Comic als kreatives Medium neue Wege der Partizipation in Bildungsprozessen eröffnen kann. Diese transdisziplinäre Arbeit verbindet theoretische Ansätze aus der kritischen Pädagogik, der queer-feministischen Theorie sowie der radikaldemokratischen Bildungsphilosophie, um innovative Formen des Lernens und Lehrens zu erproben. Im Mittelpunkt steht dabei die kritische Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und Ausschlussmechanismen, die in traditionellen Bildungssystemen wirksam sind. 

Ein weiterer Schwerpunkt der Dissertation liegt in der Analyse autobiografischer Comics, die sich mit Themen wie Ausschluss, Partizipation und Widerstand befassen. Diese Werke eröffnen neue Perspektiven auf Bildungsprozesse, indem sie persönliche Erlebnisse mit gesellschaftlichen Fragestellungen verknüpfen. Die Verbindung von Kunst und Bildung fördert dabei nicht nur die kritische Reflexion, sondern ermöglicht es den Lernenden, eigene Geschichten zu erzählen und sich als aktive Gestalter*innen ihres Bildungsweges zu begreifen.

Zu diesem Zweck wurde ein experimentelles Workshopformat entwickelt, das bestehende Hierarchien im Bildungsbereich hinterfragt und einen Raum für dialogisches Lernen schafft. Die Teilnehmenden werden dazu angeregt, ihre Bildungsprozesse aktiv mitzugestalten und dadurch ihre emanzipativen Fähigkeiten auszubauen.

Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass sowohl Lehrende als auch Lernende durch den bewussten Einsatz kreativer Medien wie des autobiografischen Comics einen wichtigen Beitrag zu einer demokratischen, partizipativen und inklusiven Bildungskultur leisten können. Diese Form der demokratischen Bildung ist essenziell für eine Gesellschaft, die auf Emanzipation, Teilhabe und Gleichberechtigung basiert.

Schlüsselwörter: Partizipation, Bildung, autobiografischer Comic, kritische Pädagogik, demokratische Bildung, Emanzipation, Ausschluss, Widerstand, dialogisches Lernen, radikaldemokratische Theorie

Kurz-Biographie

Cathérine Lehnerer verbindet als Lehrerin, Doktorandin und Comickünstlerin Theorie und Praxis in den Bereichen ästhetische Philosophie, Pädagogik und bildende Kunst. Nach ihrem Lehramtsstudium an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg/Erlangen blickt sie auf eine über zehnjährige Erfahrung im Lehrberuf zurück, in der sie partizipative Comicworkshops konzipiert und durchführt.

Seit 2017 betreibt sie ihr Doktoratsstudium der Philosophie an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ihre Dissertation erforscht die wechselseitigen Prozesse zwischen Philosophie, Pädagogik und Comickunst. Zusätzliche akademische Lehrerfahrung gewann sie 2021 durch das Lektorinnenprogramm an der Akademie. Als Comickünstlerin ist sie im Wiener Atelier Moos aktiv. Sie entwickelte zahlreiche partizipative Formate wie Sit and Listen (2020), Drawing Gender (2021) und Drawing Diaspora (2024).