Einladung zur Defensio von Miguel González Cabezas
Das Institut für bildende Kunst der Akademie der bildenden Künste Wien lädt herzlich zur Defensio von Miguel González Cabezas' Dissertation "Vielfältigkeit in der Singularität. Ambivalenz und Demokratie in der gegenwärtigen globalen kapitalistischen Welt" ein.
Mitglieder des Prüfungssenats sind: Univ.-Prof. Dr. Carolin Bohlmann (Vorsitz), Univ.-Prof. Dr.Phil. Marina Grzinic Mauhler (1. Betreuer_in), Prof. Dr. Birgit Sauer (externe_r Gutachter_in).
Die Defensio wird in englischer Sprache im Raum M20 der Akademie stattfinden.
Abstract
Diese Studie untersucht die historische und zeitgenössische Ko-Konstitution von Nationalstaaten, Rassifizierung und Kapitalismus und analysiert, wie sich diese Strukturen gemeinsam entwickelt haben und gegenseitig beeinflussen. Die Untersuchung gliedert sich in zwei Hauptteile: Der erste Teil verfolgt die historische Entstehung von rassischen Unterschieden und Kolonialismus als Grundlage für die globale Entwicklung des Kapitalismus und stützt sich dabei maßgeblich auf die Tradition des schwarzen Marxismus und die nekropolitische Theorie. Sie betont die Rasse als strukturelle Komponente des Kapitalismus, insbesondere durch Zwangsarbeit, rassifizierte Überschussbevölkerungen und die kontinuierliche Reproduktion rassistischer Hierarchien. Der zweite Teil untersucht, wie diese Dynamiken unter dem Neoliberalismus fortbestehen und sich anpassen. Er untersucht die Transformation des Staates zu einem sogenannten „Anti-Staats Staat“ – einer Formation, die Sozialleistungen minimiert und gleichzeitig repressive und sicherheitspolitische Mechanismen stärkt. Dieser Wandel erleichtert die globale kapitalistische Ausbeutung und verstärkt nationalistisch-rassistische Staatslogiken, die sowohl im europäischen als auch im globalen Süden besonders deutlich sichtbar sind. Migration wird als zentraler Ort dieser Spannungen behandelt, wobei Migranten sowohl als unverzichtbar für die kapitalistische Akkumulation angesehen werden als auch Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt sind. Die Studie schließt mit dem Vorschlag, den Zusammenhang zwischen Rasse, Staat und Kapital als zentral für das Verständnis zeitgenössischer politischer Ordnungen zu betrachten.
Schlüsselbegriffe: Nationalstaat, schwarzen Marxismus, „Anti-Staats Staat “, globaler Kapitalismus, kapitalistische Akkumulation
Kurz-Biographie
Miguel González Cabezas (1992, Alcalá de Henares, Spanien) ist Künstler und Forscher. Er schloss 2018 sein Masterstudium in Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien ab. Zuvor absolvierte er ein Bachelorstudium der Bildenden Kunst an der Universität Salamanca, das er mit Auszeichnung abschloss. Er nahm an internationalen Konferenzen und Ausstellungen teil.
Darüber hinaus wirkte er an den Publikationen Border Thinking. Disassembling Histories of Racialized Violence (hrsg. von Marina Gržinić, Sternberg Press, 2018) sowie Intersections of Conviviality: Voices from Communities (hrsg. von Marina Gržinić u. a., Cambridge Scholars Publishing, 2025) mit.
In seiner Arbeit untersucht er die widersprüchlichen Dynamiken des globalen Neoliberalismus, rassialisierte Einschließungsmechanismen als Formen materieller und ideologischer Ausgrenzung sowie die Idee des Anti-Staates als staatliche Form der Umsetzung des neoliberalen Projekts.
Weitere Informationen: miguelgonzalezcabezas.com