Werner Busch: Carstens und Koch. Die Zerstörung des zentralperspektivischen Raumes und die Rolle der Französischen Revolution
Asmus Jakob Carstens bleibt, was Themenwahl und Umrissstil angeht, Klassizist und doch treibt er beides über Grenzen hinaus. Geschuldet ist das seinem Freiheitsstreben unter dem Einfluss der Französischen Revolution, das nach subjektivem Ausdruck sucht. So fühlt er sich gegenüber Perspektiv- und Anatomieregeln nicht mehr verpflichtet. Während Carstens den Freiheitsgedanken primär auf sein künstlerisches Streben bezieht, ist Joseph Anton Koch direkt sozialen und politischen Gedanken der Revolution verpflichtet. Auf unterschiedliche Weise hebeln beide ein klassisches Raumkonzept in der Kunst aus.
Werner Busch studierte Kunstgeschichte in Tübingen, Freiburg, Wien und London und promovierte 1973 über William Hogarth. Von 1974 bis 1981 war er wissenschaftlicher Assistent in Bonn, wo er sich 1980 mit einer Arbeit zur Kunst des 19. Jahrhunderts habilitierte. Von 1981 bis 1988 Professur in Bochum, 1983 bis 1985 Leitung des Funkkolleg Kunst, von 1988 bis 2010 Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der FU Berlin. Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Von 2003 bis 2009 Leitung des Sonderforschungsbereichs „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“. Schwerpunkte: Europäische Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts, Grafikgeschichte, Kunst und Wissenschaft, Kunsttheorie. Letzte Buchveröffentlichungen: Die Künstleranekdote 1760–1960 (2020); Caspar David Friedrich (2021); Romantisches Kalkül (2023); Leben im Exil (2025).
Vortrag in deutscher Sprache
Eintritt frei
Anmeldung erbeten unter kunstsammlungen@akbild.ac.at