Einladung zur Defensio von Sophie Lingg
Das Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien lädt herzlich zur Defensio von Sophie Linggs Dissertation "Shitstorms, Selbstausbeutung, Shadowbans. Social Media als Arbeitsplatz queer-feministischer Künstler*innen" ein.
Mitglieder des Prüfungssenats sind: Univ.-Prof. Dr. Carolin Bohlmann (Vorsitz), Univ.-Prof. Mag. PhD. Elke Krasny (1. Betreuer_in), Univ.-Prof. Dr. Jan G. Grünwald (externe_r Gutachter_in).
Die Defensio findet in deutscher Sprache online über Zoom statt. Zoom-Link: https://akbild-ac-at.zoom.us/j/3837117023
Abstract
Das Dissertationsprojekt Shitstorms, Selbstausbeutung, Shadowbans. Social Media als Arbeitsplatz queer-feministischer Künstler*innen" setzt sich mit den Arbeitsverhältnissen von queer-feministischen Künstler*innen auf Social Media auseinander. Basierend auf Interviews mit den Künstler*innen Anahita Neghabat, Julischka Stengele, Natalie Assmann, Sophia Süßmilch, Stefanie Sargnagel sowie Alina Lupu zum künstlerischen Arbeiten auf Social Media, erfasst die Dissertation alltäglich vorkommende Formen von Diskriminierung und genderbasierter Gewalt und ordnet diese nicht nur als individuell erfahrene, sondern auch als strukturelle und folglich epistemische Formen von Gewalt in die zeitgenössische kunsttheoretische, kuratorische und kunstvermittelnde Diskussion ein. Wie dieses Dissertationsprojekt anhand von vier in englischer und deutscher Sprache verfassten Artikeln zeigt, tritt genderbasierte Gewalt und Belästigung, ausgeübt durch Individuen, Gruppen und ebenfalls in Form von automatisierter Diskriminierung durch die Plattformen und deren Algorithmen, so auch als Shitstorms und Shadowbans auf. Die Dissertation verfolgt das Ziel, Sichtbarmachung und Analyse der Diskriminierung und Gewalt, die queer-feministische Künstler*innen erfahren, durch Social-Media-Theorie, Medientheorie, Feministische Theorie zu Öffentlichkeit, Gewalt und Sorge einzuordnen – und dabei beim Transfer der Interviews in die Forschung und Vermittlung so wenig wie möglich Gewalt zu reproduzieren –, sowie Social Media als problembehafteten künstlerischen Arbeitsplatz verständlich zu machen, den es als solchen zu thematisieren gilt.
Kurz-Biographie
Die Forschung von Sophie Lingg (sie/ihr) beschäftigt sich mit Digitalität und Social Media als Raum für künstlerisches Arbeiten und Kunstvermittlung. Seit 2019 ist sie am Fachbereich Kunst und Pädagogik der Akademie der bildenden Künste Wien tätig. Sie ist Mitherausgeberin des Buches "Radicalizing Care: Feminist and Queer Activism in Curating" (London: Sternberg Press, 2021) sowie von "Feminist Infrastructural Critique. Life-Affirming Practices Against Capital" (FKW Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur Nr. 74, 2024). Sophie war Teil des Erasmus+-Forschungsprojekts "Digital Didactics in Art Education" (didae.eu).