Einladung zur Defensio von Alexandra Tatar
Das Institut für bildende Kunst der Akademie der bildenden Künste Wien lädt herzlich zur Defensio von Alexandra Tatars Dissertation "Das teleportierte Subjekt im postsozialistischen Rumänien – Neubewertung der Möglichkeit osteuropäischer Subjekte am Schnittpunkt von globaler Medien- und Regionalgeschichte: Das Beispiel der handgemachten Satellitenschüsseln" ein.
Mitglieder des Prüfungssenats sind: Univ. Prof. Dr. Phil. Ruth Sonderegger (Vorsitz), Univ.-Prof. Dr.Phil. Marina Grzinic Mauhler (1. Betreuer_in), Univ. Prof. MMag. Dr. Clemens Apprich (externe_r Gutachter_in, Universität für Angewandte Kunst Wien).
Die Defensio wird in englischer Sprache im Anatomiesaal der Akademie stattfinden.
Abstract
Die Dissertation untersucht das ehemalige osteuropäische Subjekt im Postsozialismus aus dem Blickwinkel der DIY-Satellitentechnokultur. Das Konzept Osteuropas wird aus der Perspektive der Dekolonialisierungstheorie betrachtet, die eine Kritik der Moderne bietet. Ich untersuche das sozialistische Erbe anhand der Technologie in Form einer Satellitenschüssel, deren Implikationen eine Neukalibrierung für das Verständnis des Subjekts ermöglichen.
Satellitenfernsehen als Sprössling des Space Race hat den telematischen globalen Raum eröffnet. Direkter Satellitenempfang wurde in Westeuropa in den 1980ern entwickelt und ermöglichte in den 1990ern, zeitgleich mit der Wende, die großflächige Einführung. Obwohl die Reichweite der Satelliten keine Grenzen kannte und den Empfang in ganz Osteuropa ermöglichte, verstärkte dies paradoxerweise die Kluft zwischen Ost und West. Forschungen zum grenzüberschreitenden Satellitenfernsehen während des Kalten Krieges bleiben begrenzt und befassen sich selten mit der Medieninfrastruktur. Basierend auf Archivquellen, Elektronikmagazinen und Oral History, rekonstruiert die Arbeit die materielle Evidenz handgefertigter Satelliteninstallationen. Verankert in interdisziplinären Ansätzen wie postsozialistische und kritische Infrastruktur, analysiere ich die Reibung zwischen dem DIY-Medienphänomen und dem Technokapitalismus und untersuche dessen Auswirkungen auf die Konstruktion von Subjektivität im Postsozialismus.
Kurz-Biographie
Alexandra Tatar ist eine Forscherin und bildende Künstlerin, die in Wien ansässig ist. Ihre Doktorarbeit an der Akademie der bildenden Künste Wien, die von Univ.-Prof. Dr. Phil Marina Gržinić betreut wird, befasst sich mit der Bildung postsozialistischer Subjektivitäten und konzentriert sich auf Graswurzelbewegungen in der Technologie während des Sozialismus. Tatars Forschung über Subjektivität und über Systeme und Interdependenzen, die den Raum "Mittel- und Osteuropa" historisch geprägt haben, baut auf früheren Arbeiten auf, in denen sie sich mit dem Einfluss der visuellen Kultur auf die Identitätskonstruktion beschäftigt hat. Ihre Arbeit wurde u.a. im MNAC National Museum of Contemporary Art Bukarest (RO), FLUCA - Austrian Cultural Pavilion Plovdiv (BG), VBKÖ (AT) und bei der Vienna Art Week ausgestellt und ihre Videoarbeit wurde auf internationalen Filmfestivals gezeigt.