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Entkolonialisierung der Schulbücher für bildende Kunst

Projektleitung:
Gisella Vismara (IKL)

Projektdauer:
3 Jahre

Gefördert von:
FWF | ESPRIT (10.55776/ESP1823525)

FWF | ESPRIT
geleitet von Gisella Vismara, Institut für das künstlerische Lehramt
Projektlaufzeit: 1.9.2026 – 31.8.2029

Welche Geschichten über die Kunst lernen Schüler_innen in der Schule? In vielen westlichen Ländern konzentrieren sich Lehrbücher der Kunstgeschichte nach wie vor hauptsächlich auf westliche Künstler_innen und Traditionen, wobei künstlerische Praktiken aus anderen Teilen der Welt oft unterrepräsentiert sind oder gänzlich fehlen. Diese Narrative beeinflussen maßgeblich, wie junge Menschen Kunst, Kultur und Weltgeschichte verstehen. Dieses Forschungsprojekt untersucht die Darstellung der Kunstgeschichte in Lehrbüchern, die derzeit an italienischen Mittelschulen verwendet werden. Durch die Analyse von Werken, die zwischen 2018 und 2025 veröffentlicht wurden, analysiert die Studie, welche kulturellen Perspektiven einbezogen werden und welche weitgehend unsichtbar bleiben.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie eurozentrische Sichtweisen die Erzählungen über moderne und zeitgenössische Kunst prägen und wie Kolonialgeschichten die Auswahl von Kunstwerken weiterhin beeinflussen können. Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, zu untersuchen, wie diese Schulbücher „dekolonisiert“ werden können, indem Kunstgeschichte als ein globales, vernetztes Feld dargestellt wird, das von vielfältigen kulturellen Traditionen geprägt ist, statt von einer rein westlich orientierten Perspektive. Die Forschung geht der Frage nach, wie Lehrende, Wissenschaftler:innen und Verlage verborgene Formen des Ausschlusses identifizieren können und wie alternative Narrative Schüler_innen dazu ermutigen könnten, kritischer über visuelle Kultur nachzudenken.

Durch die Kombination von Ansätzen aus der Kunstgeschichte, den Visual Culture Studies und der intersektionalen Forschung sowie inspiriert von den Ideen des Pädagogen Paulo Freire untersucht das Projekt, wie Bildungsmaterialien Dialog und kritische Reflexion fördern können. Durch die Analyse und den Vergleich bestehender Lehrbücher und historischer Quellen wird die Studie neue Unterrichtsmaterialien entwickeln, die Kunstwerke mit ihren sozialen und historischen Kontexten verknüpfen. Letztlich zielt das Projekt darauf ab, Pädagog_innen und Verlage bei der Entwicklung inklusiverer und reflexiverer Ansätze für die Vermittlung von Kunstgeschichte zu unterstützen.