Die Akademie trauert um Boris Marte (1964–2026)
Die Nachricht, dass Boris Marte am 4. Oktober 2026 verstorben ist, erfüllt uns mit großer Trauer. Boris Marte war der Akademie über viele Jahre eng verbunden. Bereits von 2008 bis 2013 war er Mitglied des Universitätsrats, 2018 wurde er erneut in den Universitätsrat bestellt. Im April 2021 übernahm er den Vorsitz, den er bis zum Ende der Funktionsperiode 2023 innehatte. In dieser Zeit prägte er die Arbeit des Universitätsrats mit großem Engagement, Weitblick und besonderem Einsatz für Kunst, Kultur und gesellschaftliche Verantwortung.
Als Kulturmanager und langjähriger Geschäftsführer der ERSTE Stiftung setzte sich Boris Marte in vielfältiger Weise für Kunst, Bildung und eine offene, demokratische Gesellschaft ein. Sein Wirken war geprägt von der Überzeugung, dass Kultur und Bildung Räume für gesellschaftlichen Austausch und Veränderung schaffen. Auch an der Akademie war sein Verständnis für künstlerische und wissenschaftliche Arbeit sowie die gesellschaftliche Verantwortung einer Universität stets spürbar.
Die Akademie verliert mit Boris Marte einen engagierten Wegbegleiter. Wir werden seine Offenheit, seine kluge und verbindende Art sowie sein großes Engagement für Kunst, Bildung und Gesellschaft in dankbarer Erinnerung behalten.
Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie und allen Angehörigen. Wir wünschen ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit.
Johan Hartle, Ingeborg Erhart, Werner Skvara
Rektorat der Akademie der bildenden Künste Wien
Der Tod von Boris Marte berührt mich, wie viele Kolleg_innen, sehr. Boris Marte hat sich als Mitglied und als Vorsitzender des Universitätsrats in besonderer Weise für die Akademie engagiert. Darüber hinaus hat er als Vorstandsvorsitzender der Erste Stiftung und als kulturpolitischer Netzwerker Bemerkenswertes für die Kultur der Stadt Wien getan, etwa indem er wesentlich dazu beigetragen hat, das Rachel Whiteread-Mahnmal am Judenplatz zu realisieren und die Rede an Europa, die fünfmal ebendort stattfinden konnte.
Als energischen Kämpfer habe ich Boris Marte auch für seine eigene Familie erlebt. Mit viel Verve und Nachdruck hat er die Erforschung und Bekämpfung der seltenen Krankheit ermöglicht, von der seine Kinder betroffen sind. Vielleicht wäre es bald zu einem lang ersehnten Durchbruch gekommen, den Boris noch hätte erleben können. Die Bereitschaft, hier jeden Weg zu gehen und der Wille, die Dinge um keinen Preis zu akzeptieren und bis zuletzt gegen sie anzukämpfen, haben mir besonders imponiert. Diese Eigenschaften machen die Tatsache, dass Boris seine eigene Krankheit zuletzt nicht besiegen konnte, noch tragischer.
Ich wünsche seiner Familie, seiner Frau und seinen Kindern, seinen Freunden und Angehörigen viel Kraft.
Johan Hartle
I am truly saddened to hear of the much too premature passing of Boris. I had the opportunity to have some very interesting conversations and exchanges with him about art and the future of Eastern Europe. He was a vivid mind and a great person to have dynamic and thought-provoking conversations with.
Shockingly, he has passed away. I send my deepest condolences to his loved ones, as well as to the numerous colleagues who worked so closely with him.
With deepest sympathy,
Univ. Prof. Dr. Marina Grzinic
Lieber Boris,
Du hast so vieles zusammengefügt, für den wertvollen Moment und auf Dauer.
Vor über einem Vierteljahrhundert hast Du in politisch heißen Zeiten die erste produktive Phase zur Reform der KZ-Gedenkstätte Mauthausen begleitet. Du hast Beteiligte an einem Tisch versammelt, wo lebenslange Freundschaften geknüpft wurden.
„So schön, dich wiederzusehen“ war die letzte Nachricht.
Ja. Gilt weiterhin.
Zu wenige Momente, Hoffnung auf die Ewigkeit.
Christine Schindler
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes