Skip to main content

honoris causa 2026

Datum
–
Termin Label
Tagung
Organisationseinheiten
Akademie
Ort, Adresse (1)
Schillerplatz 3
Ort, PLZ und/oder Ort (1)
1010 Wien
Ort, Raum (1)
Sitzungssaal

Die Akademie der bildenden Künste Wien bemüht sich seit 2023 mit der Tagungsreihe honoris causa um die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit in Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Die diesjährige Tagung wird mit Jan Machaceks Performance Axelmanns Fall in der Aula eröffnet. Am Tag darauf findet die Tagung ganztätig statt, Themen sind unter anderem faschistische Kunst- und Literaturgeschichte, Absolventinnen der Meisterschule für Architektur (1930–1950) und der Tiergarten im Prater, auf dessen Gelände heute das Bildhauereigebäude der Akademie steht.

Programm:

Do, 19.11.2026 

18 h: Aula

Premiere: Jan Machacek: Axelmanns Fall 
Eine Performance zu Alexander Popp, Rektor der Akademie von 1941–1945

Medienkünstler Jan Machacek beschäftigt sich in dieser Performance – einer raumgreifenden audio-visuellen Montage aus historischer Forschung, familiärer Erzählung und literarischer Annäherung – mit seinem Urgroßvater, dem Architekten Alexander Popp. Dieser realisierte in den 1930er-Jahren mit Peter Behrens die Linzer Tabakfabrik, ein Bau, der viel Aufmerksamkeit erregte. Doch erst 1938, mit dem „Anschluss“, trat Popp, der ein frühes illegales Mitglied der NSDAP war, von der zweiten Reihe ins Rampenlicht. Er wurde Rektor der Akademie der bildenden Künste und erhielt zahlreiche Aufträge für den Bau von Rüstungsbetrieben.

80 Jahre später begibt sich Machacek auf die Suche nach den Leerstellen im Familiengedächtnis. Sie betreffen ihn selbst. Er hat an der Akademie studiert, ohne etwas über das Wirken seines Urgroßvaters an diesem Haus zu wissen.

19:30 h: Sitzungssaal

Publikumsgespräch mit den beteiligten Künstler_innen
Jan Machacek (Medien, Text, Performance, Realisation), Sabine Marte (Musik, Performance, Realisation), Oliver Stotz (Musik, Programmierung, Performance, Realisation), Lina Morawetz (Text), Heidi Schatzl (inhaltliche Beratung), Gin Müller (dramaturgische Beratung)

Moderation: Birgit Peter

Begrüßung: Johan Hartle, Rektor der Akademie der bildenden Künste Wien

Freitag, 20.11.2026
Ort: Sitzungssaal, Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien

9:30 h: Welcome und Einleitung

9:45–10:30 h: Heidi Schatzl: Alexander Popp, der Nazi-Architekt, um den man nicht herumkommt.

Im Zuge meiner Beratung von Jan Machacek zu Axelmanns Fall muss ich eines festhalten: Ich habe nie zu Alexander Popp gezielt geforscht; alles, was ich über ihn weiß, hat sich mir im Zuge meiner Feldforschung „Vom Leben in den Hitlerbauten“ (2009) als auch durch unbekannte Fundstücke während der Recherche aufgedrängt. Alexander Popp brachte es mit seiner Mitarbeit bei Peter Behrens an der Linzer Tabakfabrik nur zu architektonischer Meisterleistung; seine politische Legitimation erlangte das Mitglied der verbotenen NSDAP vielmehr durch den Sturz der Wiener Secession. Das Symbol für Kunst und Kultur, das vom jüdischen Magnaten Karl Wittgenstein finanziert worden war, brachte Popp als deren Präsident von 1936 bis 1938 institutionell zu Fall. 

10:30–10:45 h: Pause

10:45–12:45 h: Friederike Sigler, Birgit Peter, Eva Waibel: Akademische Praktiken völkisch-faschistischer Ästhetik

Moderation: Vida Bakondy

Mit dem Literaturwissenschaftler Heinz Kindermann und dem Kunsthistoriker Karl Ginhart finden sich gleich zwei Wissenschaftler, die in der 1. Republik an der Akademie der bildenden Künste an der Herausbildung völkischer und faschistischer Disziplinen mitwirkten. Wir möchten zeigen, wie sich völkische Narrative und faschistische Praktiken in ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten abzeichneten, diskutieren, wie eine völkisch-faschistische Wissenschaft gestaltet ist und fragen, inwieweit sie im Postnazismus nachwirkte.

12:45–14 h: Mittagspause

14–15 h: Angelika Schnell, Antje Lehn mit Studierenden des IKA: Meisterschule für Architektur. Biografische und gesellschaftliche Verflechtungen von Absolventinnen im Zeitraum 1930–1950.

Einblicke in das Recherche- und Studienprojekt “Is She an Architect? A Letter to History”.

15–15:15 h: Pause

15:15–16 h: Ruth Sonderegger, Jakob Krameritsch: Thiergarten im Prater

Das Gebäude für die Bildhauereiklassen der Akademie steht auf dem Gelände des ehemaligen „Thiergartens am Schüttl“, einem Zoo im Prater, der sich im späten 19. Jahrhundert als bürgerlich-modernes Gegenstück zur kaiserlichen Menagerie in Schönbrunn zu etablieren versuchte. Ab 1896 spezialisierte sich dieses Unternehmen auf die Schaustellungen von rassialisierten, exotisierten und infantilisierten Menschengruppen in einem bis dahin einzigartigen Ausmaß in Europa. Aufgabe der Menschengruppen war es, Rückständigkeit zu performen. Diese von epistemischer Gewalt durchzogenen human displays dienten der Stabilisierung kolonialer Hierarchien. Nichts im öffentlichen Raum erinnert an diese Edutainmentspektakel, die einen Kulminationspunkt österreichischer Kolonialgeschichte darstellen.

16 h: Abschlussdiskussion

19 h: Aula

Jan Machacek: Axelmanns Fall 

Weiterführende Links:

Weggestaltung. Zum Umgang mit problematischen Ehrenmälern, 2026
https://www.akbild.ac.at/de/institute/kunst-und-kulturwissenschaften/veranstaltungen/konferenzen/2026/weggestaltung-zum-umgang-mit-problematischen-ehrenmaelern 

honoris causa 2025
https://www.akbild.ac.at/de/universitaet/veranstaltungen/konferenzen/2025/honoris-causa-2025 

honoris causa 2024
https://www.akbild.ac.at/de/universitaet/veranstaltungen/konferenzen/2024/honoris-causa-geschichtspolitisches-erinnern-an-der-akademie 

honoris causa 2023
https://www.akbild.ac.at/de/universitaet/veranstaltungen/konferenzen/2023/honoris-causa-geschichtspolitiken-an-kunst-universitaeten 

Ergänzungen und Eingriffe. Zur Geschichte der Akademie der bildenden Künste Wien 1930–1960.
https://www.akbild.ac.at/de/news/2025/out-now-em-ergaenzungen-und-eingriffe-zur-geschichte-der-akademie-der-bildenden-kuenste-wien-1930-1960-em

„Es können sich Mindsets ändern, wenn man Räume verändert“. Interview zur „Weggestaltung“ der Müllner-Skulptur in der Aula. Dezember 2025. Online unter:
https://www.akbild.ac.at/de/news/2025/interview-zur-weggestaltung-der-muellner-skulptur-in-der-aula 

Interview mit Jan Machacek zur Performance Axelmanns Fall:
https://www.les-nouveaux-riches.com/performance-axelmanns-fall/ 

Veranstaltungsort

Die Veranstaltung findet am Hauptstandort der Akademie der bildenden Künste Wien mit der Anschrift Schillerplatz 3, 1010 Wien statt. Die Anreise ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich (siehe Barrierefreiheit bei den Wiener Linien). Bei Anreise mit dem Auto stehen im Innenhof (Zufahrt über Eingang Markartgasse) zwei gekennzeichnete Behindertenparkplätze zur Verfügung.

Das Hauptgebäude der Akademie am Schillerplatz verfügt über zwei Haupteingänge, die unterschiedliche Bedürfnisse der körperlichen Behinderung abdecken.

Eingang Schillerplatz:

  • Für Personen mit Sehbehinderung: ein taktiles Leitsystem führt vom Gehsteig über die rechte Seite der historischen Stiege zur Portierloge (im Erdgeschoss)
  • Für Personen mit Gehbehinderung: die historische Stiege ist mit zusätzlichen Handläufen ausgestattet.
  • Für Personen mit Mobilitätseinschränkung: Ein Wegweiser führt vom Eingang Schillerplatz zum barrierefreien Eingang Makartgasse.

Eingang Makartgasse: 

  • Für Personen mit Mobilitätseinschränkung: Über eine Gegensprechanlage (Stele links) wird der Portier erreicht, der das automatische Tor öffnen kann.
  • In der Durchfahrt erreicht man über eine Rampe auf der linken Seite die große automatische Eingangstür, die sich mit einem Taster rechts der Tür öffnen lässt.
  • Von dort (Souterrain) erreicht man den Lift für die Erschließung der weiteren Stockwerke. Der Portier befindet sich im Erdgeschoss.
  • Öffnungszeiten Eingang Makartgasse: von 8 bis 20 h.

Der Veranstaltungsraum "Sitzungssaal" (E 1) befindet sich im Erdgeschoss. Bei Zutritt über den Eingang Schillerplatz ist der Raum im Gebäude ebenerdig erreichbar. Bei Zutritt über den Eingang Markartgasse ist der Lift vom Souterrain ins Erdgeschoß zu nutzen. Der Lift ist mit rollstuhlgerechtem Bedienelemente ausgestattet. Das Gebäude verfügt über ein (taktiles) Leitsystem.

Barrierefreie Toiletten befinden sich im Erdgeschoss wie in jedem anderen Stockwerk des Gebäudes. Die Toiletten sind ohne Eurokey zugänglich.

Um im Brandfall alle Rettungsmaßnahmen setzen zu können, ist eine Anmeldung von Rollstuhlfahrer_innen beim Portier erwünscht (entweder über die Gegensprechanlage beim Eingang Makartgasse oder direkt bei der Portierloge beim Eingang Schillerplatz).

Wir möchten möglichst vielen Personen eine einfache und angenehme Teilnahme an der Veranstaltung ermöglichen. Sollte individuelle Unterstützung während der Veranstaltung hinsichtlich barrierefreier Anforderungen benötigt werden, bitten wir um Kontaktaufnahme per E-Mail an ma.huber@akbild.ac.at oder telefonisch unter +43 1 588 16 1001. Ihre Ansprechpartnerin ist Martina Huber.

Foto- und Filmaufnahmen

Mit der Teilnahme an dieser Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass möglicherweise Foto- und Filmaufnahmen von Ihrer Person erstellt werden. Diese Aufnahmen können in verschiedenen Medien zum Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit und zu Dokumentationszwecken Verwendung finden. Hierfür steht keine finanzielle Abgeltung zu. Die Verarbeitung der Aufnahme basiert auf berechtigten Interessen der Akademie der bildenden Künste Wien (Art 6 (1) f DSGVO iVm § 12 DSG). Sollten Sie keine Foto- und Filmaufnahmen von Ihrer Person wünschen, bitten wir um Mitteilung, sodass keine Aufnahmen von Ihnen erstellt werden.