Forschungscluster Digitale Kulturen
Der Forschungscluster Digitale Kulturen bündelt und fördert inhaltliche Forschungsinteressen – sowohl diskursiver als auch praktischer Art – um den disziplinenübergreifenden Dialog zum Thema der digitalen Kulturen an der Akademie zu verankern und sichtbar zu machen.
Der Forschungscluster Digitale Kulturen entwickelt, unterstützt und begleitet Forschungsanträge und Forschungsprojekte. Internationale und an der Akademie tätige Künstler_innen und Forscher_innen werden miteinander vernetzt und der Inhalt ihrer Forschungstätigkeit wird vermittelt.
Kooperationen mit externen Partnerinstitutionen werden entwickelt und durchgeführt.
Der Forschungscluster Digitale Kulturen veranstaltet regelmäßige Vernetzungstreffen sowie Workshops und Vorträge.
Der Cluster orientiert sich derzeit an folgenden Bündeln von Leitfragen:
- Wie werden Aspekte digitaler Innovationen in ästhetischen Praktiken aufgegriffen, thematisiert und in den Blick gestellt? Welche Herausforderungen ergeben sich durch die zunehmende digitale Verfasstheit ästhetischer Praktiken?
- Welche Perspektiven eröffnen sich durch ästhetische und theoretische Praktiken der Kritik unter den Bedingungen digitaler Medien? Welche neuen Sichtweisen auf gegenwärtige technologische Innovationen und deren Diskursivierung werden durch künstlerische Praktiken eröffnet?
- Wie verändern zeitgenössische ästhetische Praktiken die Perspektive auf die Vergangenheit? Welche historiografischen Implikationen zeichnen die Kunst der Gegenwart aus? Und inwiefern verändert sich dadurch auch der Blick in die Zukunft?
Über die Mitarbeiter_innen des Forschungscluster Digitale Kulturen:
Katerina Krtilova (sie/ihr) ist Philosophin und Medientheoretikerin mit den Schwerpunkten Medienphilosophie, europäische Medientheorie, Ästhetik sowie die Beziehungen zwischen Reflexivität, Performativität und Materialität in der Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie promovierte an der Bauhaus-Universität Weimar mit einer Dissertation über Vilém Flussers Medienphilosophie und war als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Medienanthropologie in Weimar sowie am Institut für Kritische Theorie / Forschungsschwerpunkt Ästhetik der Zürcher Hochschule der Künste tätig, wo sie zudem das Promotionsprogramm „Epistemologie ästhetischer Praktiken“ am Collegium Helveticum in Zürich koordinierte. Sie initiierte das von der DFG geförderte Forschungsprojekt „Positionen und Perspektiven der deutschen und tschechischen Medienphilosophie“ (2013/2014) und war Mitkoordinatorin des Internationalen Netzwerks für Medienphilosophie (2015–2017). Ihre Publikationen befassen sich mit Fragen der Medialität, ästhetischen Praktiken und Technologie sowie mit dem Verhältnis zwischen Theorie und Praxis und den philosophischen Herausforderungen der digitalen Kultur. In ihren jüngsten Arbeiten untersucht sie die Schnittstellen von Medientheorie, religiösen Praktiken und dem Unberechenbaren. Sie ist Mitglied der Redaktion des Internationalen Jahrbuch für Medienphilosophie und Medienästhetik.
Axel Stockburger (er/ihm) ist Künstler und assoziierter Professor für Kunst- und Kulturtheorie an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Er wurde 1974 geboren und studierte Visuelle Medienkunst bei Peter Weibel an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Wien. In seinem PhD an der University of the Arts in London untersuchte er die Räumlichkeit digitaler Spiele im Kontext der zeitgenössischen Kunst. Im Jahr 2018 schloss er seine Habilitation über die Paradigmenwechsel bei Kanonisierungsprozessen in digitalen Kulturen ab. Seine künstlerische und theoretische Praxis verfolgt die durch digitale Technologien hervorgerufenen Paradigmenwechsel in der kulturellen Produktion und Rezeption – von globalen Fankulturen und Cosplay über digitale Spiele bis hin zu Fragen der Kanonisierung und Kanonkritik in der zeitgenössischen Kunst. Seine Videos und Installationen werden international ausgestellt. Seit 2006 arbeitet Stockburger im Fachbereich für Kunst und Zeit | Medien der Akademie und betreut Diplomand_innen und Dissertant_innen Er ist Mitglied der Forschungsgruppe Technopolitics und seit 2020 Vorstandsmitglied der Vereinigung bildender Künstler_innen Wiener Secession.