Pilze in Museen und Sammlungen: ein neuartiges, sensitives, KI-gestütztes Sensorsystem zur Früherkennung von Pilzbefall
ÖAW | Heritage Science Austria 2.0
geleitet von Katja Sterflinger, Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst
Projektlaufzeit: 1.4.2026 – 31.3.2029
Pilzbefall ist eine der größten Gefahren für Kunst- und Kulturgut in Museen, Sammlungen und Archive. Pilze schädigen Materialien durch Zersetzung, Korrosion und ästhetische Veränderungen und stellen ein Gesundheitsrisiko für Museumsmitarbeiter und Besucher dar. Es wird prognostiziert, dass der Pilzbefall in den kommenden Jahrzehnten in Regionen über dem 50. Breitengrad aufgrund von mehr Niederschlägen und höheren Temperaturen als Folge des Klimawandels erheblich zunehmen wird. Verschärft wird die Situation durch die dringende Forderung an die Museen, klimafreundlicher zu werden und weniger Energie für die Klimatisierung zu verbrauchen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die rechtzeitige Erkennung von Pilzbefall zunehmend an Bedeutung. Es besteht Bedarf an einer einfachen, zuverlässigen und hochempfindlichen Methode zur Früherkennung von Schimmelpilzwachstum in Museen, Sammlungen und Depots. Daher planen wir ein neuartiges Metallsensorsystem mit "künstlicher Intelligenz" zu entwickeln, um den Geruch (flüchtige organische Verbindungen) zu detektieren, den Schimmelpilze während ihres Wachstums produzieren. Diese Technologie könnte eine "Echtzeit"-Bestimmung der flüchtigen Schimmelpilzemissionen als Marker für das Pilzwachstum ermöglichen und Rückschlüsse auf die Art des Schimmels und sogar auf die Art des befallenen Materials zulassen. In diesem Projekt ist geplant, ein einfach zu installierendes und kostengünstiges System mit hoher Empfindlichkeit für den Einsatz in Museen und Sammlungen anzupassen und zu optimieren. Die Forschung wird in Zusammenarbeit mit Partnermuseen in Österreich durchgeführt, mit dem Ziel, das System für alle interessierten Sammlungen des Kulturerbes verfügbar zu machen.