soma poetic strategies (ein Stimm–Tanz–Schreib-Workshop an den Rändern des Hörens)
Ein Workshop mit Veza Fernández, organisiert vom FWF-Projekt Die Performance der Kritik: KI, körperliche Intelligenz und posthumanistische Ästhetik (Leitung: Lisa Moravec, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften), in Zusammenarbeit mit dem Tanzquartier Wien.
In diesem Workshop teilt Veza Fernandez eine Reihe unsichtbarer Instrumente, die aus dem Körper herauswachsen und uns mit den Grenzen dessen verbinden, was wir kaum noch hören oder verstehen können. Diese Instrumente sind Durchgänge, Membrane, Ströme, Resonanzräume, die aktiviert werden, indem wir erspüren, wie sie aus verschiedenen Knochen und Organen innerhalb des Körpers und zwischen unseren Körpern herauswachsen. Sie manifestieren sich, indem wir sie imaginieren, während wir sie verkörpern.
Sie ermöglichen es, sich den feinsten, leisesten, entferntesten Klängen anzunähern, ebenso wie den Vorstellungen davon, was diese sein könnten. Tanz, Text, und Gesang werden hier zu einem sich ständig verwandelnden Körper, der zwischen Instrument-Werden, dem Wahrnehmen zuvor unbemerkter klanglicher Informationen und dem Erlernen, wie dieses Instrument gespielt werden kann, als Mediator agiert.
In einer Zeit, in der Aufmerksamkeit zersplittert ist, in der Technologien Wahrnehmung dehnen und verdichten, und dabei die Illusion totalen Zugangs erzeugen, während sie zugleich die Tiefe der Begegnung ausdünnen, wirken diese verkörperten Instrumente anders. Sie beschleunigen Verbindung nicht; stattdessen verkomplizieren sie diese. Sie bestehen auf Opazität, auf Unterbrechung, auf Unstetigkeit. Sie kultivieren sie eine Echoethik: eine Praxis des Sich-in-Beziehung-Setzens durch Resonanz statt durch Erfassung, durch Einstimmung statt durch Extraktion. Eine Ethik, die Distanz, Verzerrung, und Verzögerung anerkennt. Die nicht nur auf Klarheit hört, sondern auf Textur, auf Interferenzen, auf die Weisen, in denen Körper registrieren, was sich nicht vollständig teilen lässt.
Zu begreifen, dass wir tanzen, schreiben, singen, und uns entwicklen können, um zu hören, und um über das Hören und seine Poetiken nachzudenken, während wir hören. Nicht, um das Instrument zu beherrschen, sondern um zuzulassen, dass das Instrument die Gewissheit der Hörenden auflöst.
Aufgrund begrenzter Teilnehmerzahl, bitten wir Interessierte uns eine E-Mail mit 2–3 Sätzen zu senden, in der die Motivation für die Teilnahme kurz erläutert wird: l.moravec@akbild.ac.at