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Das entwendete Meisterwerk. Bilder als Zeitmaschinen.

Datum
Uhrzeit
Termin Label
Eröffnung
Organisationseinheiten
Gemäldegalerie
Ort, Adresse (1)
Schillerplatz 3, OG1
Ort, PLZ und/oder Ort (1)
1010 Wien
Sabine Folie, Direktorin der Kunstsammlungen, lädt Sie zusammen mit ihrem Team herzlich zur Eröffnung der Ausstellung Das entwendete Meisterwerk. Bilder als Zeitmaschinen in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien ein.

Begrüßung: Johan F. Hartle, Rektor
Zur Ausstellung: Sabine Folie, Direktorin, Kuratorin der Ausstellung

Bild, oder…
Vortrag: Willem Oorebeek, Künstler
8.4.2022, 16.30 h
In his talk Bild, oder…, Willem Oorebeek describes the field in which we see the mechanisms of re-presentation, the choices and the formal procedures, that, as a whole constitute our knowledge- and daily information system, still – all through the work of the printer and the press.
(in English)

Nebensächliches im Zentrum
Vortrag: Ulrike Grossarth, Künstlerin
8.4.2022, 18 h
Mit Modellen, Rechercheergebnissen und Formalisierungen im Bereich jenseits einer durch die Zahl Null markierten Grenze oder eines Übergangs spricht Ulrike Grossarth über einen Formenkanon, den sie im Zwischenraum der in klassischen Kulturtechniken praktizierten Gabelung von subjektiver Wahrnehmung und objektiven Tatsachen entwickelt hat.(in Deutsch)

Die Ausstellung stellt der gängigen Praxis der Schausammlung ein Modell gegenüber, das die historischen Kunstsammlungen der Akademie – Gemäldegalerie, Kupferstichkabinett und Glyptothek – mit zeitgenössischen Werken in Konversation treten lässt. Sie schöpft aus dem Reichtum der drei Sammlungen und greift dabei nur eine Auswahl der vielen möglichen Bildprogramme, Typologien und allegorischen Formeln heraus, um sie mit anderen Werken aus anderen Zeiten lose zu verweben.

Die Ausstellung unternimmt einen Parcours auf Umwegen und Abzweigungen durch die Kunstgeschichte seit dem 15. Jahrhundert bis heute, wie sie sich in den Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste abbildet. Dabei beschäftigt sie sich mit den Bildtheorien des 17. Jahrhunderts, wie jener von Samuel van Hoogstraten, genauso wie mit medientheoretischen Überlegungen der Gegenwart als Folge von technologischem Wandel und dessen Niederschlag in der Generierung von Bildern – nämlich der Frage, was das Bild als Medium leisten kann und soll.

Neben diesen Themenstellungen beschäftigt sich die Ausstellung mit der Metapher und der territorialpolitischen Darstellung des Seestückes – des Schiffs und des Meeres. Schwellenzeiten zwischen höfischen und bürgerlichen Gesellschaftskonzepten, die Implikationen einer Proto-Industrialisierung für Klassenverhältnisse und Lebensumstände spielen ebenso eine Rolle wie, damit verbunden, Kippfiguren der Ausgrenzung und Standessatiren. Der Akt und das Marienbild kommen ins Spiel, die Pole des Dionysischen und Apollinischen sowie die gotische Transzendenz.

Typologien, fluide Übergänge von Subjektkonstitutionen werden auf einer Bühne voller überraschender Übereinstimmungen und radikaler Gegenüberstellungen im Sinne eines Sehens in „Familienähnlichkeiten“ und Korrespondenzen sowie Verbindungen bei aller historischen Konditionierung zur Anschauung und Diskussion gestellt.

Der Titel der Ausstellung verdankt sich einer Engführung der Detektivgeschichte The Purloined Letter von E. A. Poe über einen entwendeten Brief, der nicht gesehen wird, weil er so offensichtlich da liegt, mit der Novelle Das unbekannte Meisterwerk ( Le Chef-d’oeuvre inconnu) von Honoré de Balzac, in der es um die Imagination und die Grenzen der Darstellbarkeit geht: „Der Auftrag der Kunst besteht nicht darin, die Natur nachzuahmen, sondern sie auszudrücken!“, sagt der alte Meister Frenhofer in der Novelle. Zudem kommen in der Novelle Protagonisten vor wie Peter Paul Rubens, Nicolas Poussin oder François Porbus, die allesamt in der Sammlung der Gemäldegalerie eine Rolle spielen. In beiden Geschichten geht es, wenn auch im gegenläufigen Sinn von exzessiver Nachahmung und Scheitern im Darstellen, um die Fragestellungen von Repräsentation, Aneignung, Mimesis und (optischer) Täuschung sowie um jene nach der Definition von „Meisterschaft“ in Bezug auf die Erfassung von Wirklichkeit.

Willem van Aelst, Ludolf Backhuysen, Cornelis Bega, Hieronymus Bosch, Sandro Botticelli, Dirk Bouts, Richard Brakenburgh, Jan Brueghel d.Ä., Jacques Callot, Daniel Chodowiecki, Joos van Cleve, Lucas Cranach d.Ä., Gaspard de Crayer, Albert Paris Gütersloh, Samuel van Hoogstraten, Jan van Huysum, Johann Baptist von Lampi d.J, Meister der Katharinenlegende, Martin van Meytens, Philips Angel van Middelburg, Adriaen van Ostade, Rembrandt, Peter Paul Rubens, Jakob van Ruisdael, Rachel Ruysch, Roelant Savery, David Teniers d. J., Anna Dorothea Therbusch, Wigerus Virtringa, Simone de Vlieger

und weitere zahlreiche historische Arbeiten aus allen drei Sammlungen sowie zeitgenössische Werke von Martin Beck, Anna-Sophie Berger/Teak Ramos, Marcel Broodthaers, Lili Dujourie, VALIE EXPORT, Rodney Graham, Ulrike Grossarth, Marcello Maloberti, Willem Oorebeek, Jeroen de Rijke/Willem de Rooij, Klaus Scherübel, Allan Sekula, Paul Sietsema, Laurence Sturla

Kuratorin: Sabine Folie

Infos > www.kunstsammlungenakademie.at


Keine Anmeldung erforderlich, kostenlos.
Ein 2,5G-Nachweis und das Tragen einer FFP2-Maske sind erforderlich.