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Anca Benera und Arnold Estefán vertreten Rumänien auf der 61. Biennale in Venedig

Black Seas – Scores for the Sonic Eye
Romanian Pavilion | La Biennale di Venezia 2026
9.5 - 22.11.2026

Anca Benera studiert an der Akademie der bildenden Künste Wien im PhD in Practice und hat 2022 den Birgit Jürgenssen Preis erhalten. Sie bespielt heuer mit ihrem Partner Arnold Estefán den Rumänischen Pavillon auf der Biennale in Venedig mit der Ausstellung Black Seas – Scores for the Sonic Eye.

Black Seas – Scores for the Sonic Eye wurde für den rumänischen Pavillon entwickelt und präsentiert sich als vielschichtige Installation, in der Klang, bewegtes Bild, Skulptur und wissenschaftliches Material ein gemeinsames Forschungsfeld bilden. Durch die Aktivierung akustischer und geologischer Aspekte bieten die Künstler eine Lesart des Schwarzen Meeres, die durch ozeanografische Prozesse, Infrastrukturen der Rohstoffgewinnung und die sich überschneidenden Geschichten von Imperien und Handelsrouten vermittelt wird, die es mit dem Mittelmeerraum und darüber hinaus verbinden.

Das Schwarze Meer als Motiv, Metapher und Beziehungssystem: Der Pavillon basiert auf langjähriger Forschung zum Schwarzen Meer als ökologischem Becken und geopolitischer Grenze, in der Geschichte buchstäblich unter Wasser liegt. Das Schwarze Meer wird oft als ein von Grenzen definiertes, halbumschlossenes Meer beschrieben, ist aber dennoch eng mit umfassenderen ökologischen, geopolitischen und wirtschaftlichen Systemen verbunden. Das Meer fungiert als geschichteter Körper, in dem Oberflächenwasser von sauerstoffarmen Tiefen – einem der größten seiner Art weltweit – getrennt ist, wo Zersetzungsprozesse sich verlangsamen und das Meer zum Archiv wird.

Benera und Estefan präsentieren eine Installation, in der Video, Klang und skulpturale Elemente mit dem Meer in Einklang stehen, in das Donau, Don und Dnepr münden – gewaltige Flusssysteme, die Sedimente und Erinnerungen aus ganz Europa transportieren und Europas verflochtene Kolonial- und Politikgeschichte mit sich tragen. Diese Strömungen erstrecken sich bis zum Mittelmeer und zur Adria und verorten das Meer in umfassenderen Systemen von Zirkulation, Migration und Austausch, die es historisch sowohl mit Venedig als auch mit den Routen zwischen Asien und Europa verbanden. In seinen sauerstoffarmen Tiefen bleiben Spuren von Imperium, Ausbeutung, Vertreibung und ökologischem Wandel bestehen und wirken auf die materielle und politische Gegenwart ein.

Anca Benera und Arnold Estefán arbeiten seit 2012 als Künstler_innenduo zusammen und leben und arbeiten in Wien. Ihre künstlerische Praxis umfasst Multimedia-Installationen, Skulpturen und Zeichnungen und erforscht die Schnittstellen von Geschichte, Umwelt und Ressourcenpolitik. In ihren jüngsten Arbeiten untersuchen sie, wie militärische Vorstellungen Landschaften, Klimazonen und Gemeinschaften prägen und wie vergangene Konflikte weiterhin unsere Lebensräume und unsere gemeinsame Zukunft beeinflussen. Ihre Werke wurden in Museen und auf Biennalen ausgestellt, darunter die Manifesta 15 in Barcelona (2024), die Kyiv Biennale (2025, 2023, 2015), die Kunsthalle Mainz (2025), das Matsudo International Science Art Festival in Tokio (2025), der Creative Time Summit in New York (2024), die 1. Klima Biennale in Wien (2024), Art Encounters in Timișoara, Rumänien (2024 – Einzelausstellung) und der Neue Berliner Kunstverein in Berlin (2023 – Einzelausstellung). Whitechapel Gallery, London (2022); Museum Tinguely, Basel (2022); Migros Museum, Zürich (2021); Ludwig Museum, Budapest (2021); Talbot Rice Gallery, Edinburgh (2021); 39. EVA International – Irlands Biennale (2020).

Die von Corina Oprea und Diana Marincu kuratierte Ausstellung ist vom 9. Mai bis 22. November 2026 sowohl im rumänischen Pavillon in den Giardini della Biennale als auch in der Neuen Galerie des Rumänischen Instituts für Kultur und Geisteswissenschaftliche Forschung (Palazzo Correr) in Cannaregio zu sehen.