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Birgit-Jürgenssen-Preisträgerin 2026: So Young Park

Den mit 5.000 Euro dotierten Birgit-Jürgenssen-Preis 2026 erhält die Künstlerin So Young Park. Wir gratulieren sehr herzlich!
Die Preisverleihung und Präsentation findet am Dienstag, 21. April 2026 um 18h in der Aula der Akademie der bildenden Künste Wien am Schillerplatz 3 statt. 

Die Jury würdigt die neue Preisträgerin des Birgit Jürgenssen Preis, So Young Park, für eine künstlerische Praxis, die von einem poetischen Ansatz ausgehend performative Feinheit und skulpturale Präzision verbindet. In ihren Arbeiten setzt sie Körper und Objekte in neue, sorgfältig komponierte Relationen und versteht Skulptur als etwas Prozessuales, das erst durch Handlung, Berührung und zeitliche Dauer aktiviert wird. Dabei werden auch die Zuschauer_innen einbezogen, deren Wahrnehmung und körperliche Präsenz den Arbeiten eine zusätzliche Dimension verleihen.

Zentral ist in So Young Parks Werk das Verständnis von Emotion als Bewegung – als ein Gefüge von Erinnerungsfragmenten, das sich im performativen Moment immer wieder neu ordnet. Metallene Strukturen, textile Elemente und klangliche Setzungen wirken wie Spuren vergangener Begegnungen; sie verweisen auf Erinnerung als etwas, das nicht bewahrt, sondern im Akt des Wiederholens und Überschreibens fortwährend rekonstruiert wird.

Die opulente und zugleich feingliedrige Materialität ihrer Arbeiten unterstreicht diese Dynamik. Die skulpturalen Elemente ihrer Settings erscheinen nicht bloß als Requisiten, sondern als eigenständige Akteur_innen, die Handlung ermöglichen und Widerstand leisten. So Young Park reflektiert konsequent das Verhältnis zwischen Körper und Objekt. Darin erkennt die Jury eine Weiterführung zentraler Fragestellungen im Werk von Birgit Jürgenssen: die Auseinandersetzung mit dem Körper, mit Rollenbildern und materiellen Zuschreibungen. Daraus entwickelt So Young Park eine eigenständige künstlerische Sprache.

So Young Park (*1997) ist eine in Wien lebende koreanische Künstlerin, die an der Schnittstelle von performativer Installation und Live-Performance arbeitet. Ihre künstlerische Praxis erforscht den Zwischenzustand von Leben und Tod und dekonstruiert die Begriffe von Leben und Tod. Indem sie die in ihrem eigenen Körper eingeschriebenen Erinnerungen nachzeichnet, erlebt Park die Zeit, die ihr Körper miterlebt und durchlebt hat, erneut und spürt, wie Anwesenheit und Abwesenheit koexistieren. Dieser verkörperte Akt des Erinnerns bildet den Kern ihrer Methodik und ermöglicht es ihr, sowohl die Lebendigkeit der Gegenwart als auch die Zerbrechlichkeit der Existenz zu erfahren.