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Verwobene Ökologien: Künstlerische Praktiken und Pädagogiken für das Lernen mit dem Mehr-als-Menschlichen

Dissertantin:
Nicola Jakob-Feiks

Dissertationsbetreuerin:
Elke Krasny

Projektstart:
01.10.2023

Doktoratsstudium:
Doktoratsstudium der Philosophie

Dissertationsprojekt
von Nicola Jakob-Feiks, Institut für das künstlerische Lehramt
Projektstart: 01.10.2023

Abstract

Angesichts der zunehmend verwobenen ökologischen, sozialen und politischen Krisen unserer Zeit untersuchen die folgenden Forschungsfragen das transformative Potenzial künstlerischer und kunstpädagogischer Praktiken. Sie verbindet das gemeinsame Anliegen, die Rolle von Kunst und Bildung neu zu denken, um einen kulturellen Wandel weg von extraktivistischen, anthropozentrischen und neoliberalen Denkweisen hin zu relationalen, fürsorgebasierten und multispeziesbezogenen Formen des Zusammenlebens zu fördern. Im Zentrum steht die Frage, wie künstlerisches Lernen alternative Weisen des Denkens, Fühlens und Handelns hervorbringen kann – durch Verlangsamung, Verkörperung, affektive Relationalität und ein Lernen mit, nicht lediglich über, mehr-als-menschliche Welten. Zusammengenommen zielen diese Fragen darauf ab, Strategien, Perspektiven und Praktiken zu identifizieren, die kritisches Verlernen, ökologisches Zugehörigkeitsgefühl und geteilte Verantwortung ermöglichen – insbesondere durch feministische, posthumanistische und dekoloniale Ansätze innerhalb der Kunstpädagogik. Diese Dissertation ist als kumulative Dissertation angelegt und besteht aus drei miteinander verbundenen Artikeln. Artikel 1 legt die konzeptionelle Grundlage der Arbeit, indem er gegenwärtige gesellschaftliche und ökologische Krisen analysiert und theoretische Perspektiven – insbesondere feministische, posthumanistische und dekoloniale Ansätze – herausarbeitet, die kritische Rahmen für die Entwicklung einer Pädagogik verflochtener Ökologien bieten. Artikel 2 untersucht die theoretische und methodische Entwicklung einer Pädagogik verflochtener Ökologien ausgehend von kollektiven künstlerischen Praktiken, die als kunstpädagogischer Ansatz zur Förderung von Interdependenz und ökologischer Verantwortung verstanden werden. Artikel 3 überführt diese Erkenntnisse in die kunstpädagogische Praxis und rückt verkörperte, fürsorgliche und mehr-als-menschliche Begegnungen in den Vordergrund.

Kurzbiografie

Nicola Jakob-Feiks ist Kunstpädagogin, Forscherin und Künstlerin. Sie studierte Bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien mit Schwerpunkt auf Film, Videoinstallation und Performance und setzte ihr Studium später im Bereich Kunstpädagogik fort. Nach fünf Jahren Tätigkeit als Kunst- und Designlehrerin an einer höheren Schule begann sie an der Akademie zu lehren, wo sie bis heute unterrichtet. Derzeit arbeitet sie an der Pädagogische Hochschule Wien und promoviert an der Akademie der bildenden Künste Wien unter der Betreuung von Elke Krasny. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Kunst und Nachhaltigkeit aus queer-feministischen, dekolonialen und
posthumanen Perspektiven. Jakob-Feiks fokussiert kollaborative künstlerische Praktiken und deren transformatives Potenzial in der Kunstvermittlung und Kunstpädagogik und ist Mitglied des Kollektivs Ecology of Care.