Skip to main content

Hanne Loreck: Das Sibyllinische zwischen Mythos und Aktualität – Ana Torfs’ Bildteppiche

Datum
Uhrzeit
Termin Label
Vortragsreihe Lektionen / Lessons
Organisationseinheiten
Gemäldegalerie
Ort, Adresse (1)
Schillerplatz 3
Ort, PLZ und/oder Ort (1)
1010 Wien
Ort, Raum (1)
Sitzungssaal

Ana Torfs (*1963) assoziiert in ihrer Serie von Bildteppichen The Day You Where Thinking About the Sibyl While You Were Picking Autumn Leaves (2020–2025) ihr persönliches Erleben der Corona-Pandemie mit den antiken sibyllinischen Prophezeiungen. Der Vortrag nimmt in den Blick, auf welche Weise die belgische Künstlerin Elemente der mythischen Dystopie mit der aktuellen ökologischen Krise verknüpft. Grundiert von zeithistorischer Berichterstattung wird der Blick auf literarische Bezüge – Mary Shelley (1797–1851) und Charles Dickens (1812–1870) – gelenkt, um dabei politische Aspekte in der Verbindung wort- und bildsprachlicher Modi von Überlieferung und Übersetzung herauszuarbeiten. Ließe sich die Rolle des Poetischen mit derjenigen der Kette bei der Herstellung eines Gewebes bezeichnen (lat. texere, weben), so bildet eine Reflexion auf einige weitere künstlerische Positionen den Schuss. Zu Wort kommen neben anderen Arbeiten von Ana Torfs solche, die, gleich der Künstlerin im Fokus, ihre komplexen, oftmals forschend begriffenen Konzepte zu Themen wie Klimawandel, terrestrischer Ausbeutung, aber auch Erinnerung in Jacquard-Technik realisieren (u.a. Joana Hadjithomas | Khalil Joreige (beide *1969), Otobong Nkanga (*1974). Auch wenn heute Jacquard-Bildweberei digital programmiert wird, ist die Herkunft dieser von Anfang an kodierten Webart ebenfalls von Interesse.

Vortrag in deutscher Sprache

Hanne Loreck, Dr. phil., studierte Visuelle Kommunikation, Kunstwissenschaft, Philosophie und Germanistik und ist seit 2004 Professorin für Kunst- und Kulturwissenschaft, gender studies an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, deren Vizepräsidentin sie von 2006  bis 2019 war. Sie publiziert zu aktuellen Kunstpositionen, zur Kunst- und Mediengeschichte des 20. Jahrhunderts, zu Modephänomenen und zur Kulturtheorie mit einem Fokus auf Subjekttheorie und auf Fragen von Sichtbarkeit, Bildlichkeit und Oberflächen. Camouflage. Zur Kunst- und Kulturgeschichte des Tarnens erscheint in Kürze.

Eintritt frei

Öffnungszeiten
täglich außer Montag
10–18 h

T +43 1 588 16 2201
kunstsammlungen@akbild.ac.at

www.kunstsammlungenakademie.at
www.facebook.com
www.instagram.com