Skip to main content

Outside of what I can see, framed within my window

Datum
Termin Label
Ausstellung
Organisationseinheiten
Akademie
Ort, Adresse (1)
Schillerplatz 3
Ort, PLZ und/oder Ort (1)
1010 Wien
Ort, Raum (1)
Universitätsbibliothek (Lesesaal, M7)

Ausstellungseröffnung
Freitag, 29. Mai 2026, 19 h

Das Ausstellungsprojekt wurde von Nataša Ilić und Ivet Ćurlín (WHW) gemeinsam mit den Studierenden ihres zweijährigen Studiengangs an der Akademie der bildenden Künste Wien und in enger Zusammenarbeit mit der Kontakt Sammung entwickelt.

Die Ausstellung „Outside of what I can see, framed within my window“ entlehnt ihren Titel dem weitläufigen, sprachlich experimentellen Roman von Alexander Hamon „The World and All That It Holds“ (2023), der den Leser auf eine hundertjährige Reise durch Zeit und Kontinente mitnimmt, die in Sarajevo und Wien beginnt und in Shanghai endet und Themen wie Liebe, Freundschaft, Solidarität, Krieg, Migration und unerschütterliche Hoffnung behandelt. Sie präsentiert vier Künstlerinnen, deren Arbeiten sich mit Vorstellungen von Zugehörigkeit und der Erfahrung der europäischen Diaspora auseinandersetzen: Alma Bektaš (geb. 1992 in Bosnien und Herzegowina, lebt in Wien), Lana Čmajčanin (geb. 1983 in Sarajevo, lebt in Wien), Mila Panić (geb. 1991 in Brčko, lebt in Berlin) und Selma Selman (geb. 1991 in Bihać, lebt in Amsterdam und Berlin).

Der Fokus auf die Erfahrung der Diaspora befasst sich nicht nur mit der aktiven Rolle des Westens in den Wirren der Jugoslawienkriege, in deren Nachwehen alle vier Künstlerinnen aufwuchsen und ihre künstlerische Praxis entwickelten, sondern beleuchtet auch Themen und Fragen aus einer weiter zurückliegenden österreichischen Vergangenheit und lenkt gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf deren aktuelle geopolitische Verflechtungen. Bosnien und Herzegowina war die einzige offizielle Kolonie Österreich-Ungarns: 1878 besetzt, 1908 annektiert und weniger als ein Jahrzehnt später, am Ende des Ersten Weltkriegs, wieder verloren – ein Krieg, durch den das Reich, wie nicht ganz unerwartet, auch sich selbst verlor. Heute liegt Bosnien im Herzen der Balkanroute, einem Weg, auf dem Migrant_innen durch Europa ziehen, um Asyl zu suchen – ausgelöst durch die Kriege in Syrien und im Irak – Konflikte, die seit 2012 aktiv sind und sich höchstwahrscheinlich noch verschärfen. Der Blick auf Bosnien und Herzegowina als Grenzland Europas bietet eine einzigartige Perspektive auf die historische und gegenwärtige Konstrukt von „Weißsein“ und die damit verbundenen Strategien der Inklusion und Exklusion.

Die präsentierten Künstlerinnen setzen sich aktiv, ja sogar konfrontativ mit diasporischen Erfahrungen auseinander und beleuchten die miteinander verwobenen und ungleichen Geschichten, die unsere Gegenwart prägen. Im Gegensatz zum weit gefassten und ausgrenzenden Ansatz (jeder) nationalen Geschichtsschreibung beschäftigt sich die Ausstellung mit der Frage, wie Geschichte zu einer einzigen Erzählung des Nation-Building verdreht wird und was dabei alles ausgelöscht, übertüncht oder gerechtfertigt wird. „Outside of what I can see, framed within my window“ untersucht Vorstellungen von Relationalität als einen Weg, verschiedene Arten gegenseitiger Abhängigkeiten und Verantwortlichkeiten für die Zukunft zu ermöglichen. 

Programm

You Have No Idea
Performance von Selma Selman
Freitag, 29.
Mai 2026, 18 h, Schillerplatz (1010 Wien)

Ausstellungseröffnung
Freitag, 29. Mai 2026, 19 h, Bibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien (Schillerplatz 3, 1010 Wien)

Jokes
Stand-up-Comedy von Mila Panić
Montag, 1.
Juni 2026, 19 h, Bibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien (Schillerplatz 3, 1010 Wien)

Outside of what I can see, framed within my window…
Filmprogramm
Dienstag, 2. Juni 2026, 18 h, Blickle Kino (Arsenalstraße 1, 1030 Wien)
Kuratiert von Hana Ćurak und Asija Ismailovski

Die von der ERSTE Stiftung geförderte zweijährige Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste Wien dient der Förderung von Bildungsprogrammen, die Wissen über Theorie und Praxis der Kunst im ehemaligen Osteuropa zugänglich machen. Die Unterstützung durch die ERSTE Stiftung erfolgt anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Kontakt Sammlung.

Öffnungszeiten der Ausstellung
1 –12. Juni 2026
Mo–Mi 10–18 h
Fr 10–16 h

Der Eintritt ist frei!
Keine Anmeldung erforderlich.