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Die Politik des Balkons in der zeitgenössischen Kunst

Projektleitung:
Eylem Ertürk

Projektdauer:
2 Jahre

Gefördert von:
ÖAW

ÖAW | DOC
geleitet von Eylem Ertürk, Institut für Kunst und Kulturwissenschaft
Projektlaufzeit: 1.12.2022 – 30.11.2024

Das Dissertationsprojekt “Die Politik des Balkons in der zeitgenössischen Kunst” untersucht Kunstpraktiken, die sich mit politischen Geschichten im öffentlichen Raum befassen. Es konzentriert sich auf den Balkon als Ort der öffentlichen Ansprache und als Repräsentationsraum der Macht, als Grenzraum zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bereich, zwischen “oben” und “unten”. Es untersucht die politische Bedeutung des Balkons durch die visuelle und performative Analyse von zwei wiederkehrenden Aktionen: Balkonansprachen von politischen Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts und zeitgenössische Kunstpraktiken auf oder über dem Balkon. Die politische Aktion der Balkonansprachen, ihre Performativität und räumlichen Dimensionen sind in Fotos und Filmen visuell festgehalten und in verschiedenen Medien verbreitet. Auf der Grundlage dieser Materialen werden in dieser Arbeit die repräsentativen Elemente politischer Ansprachen untersucht. Das Projekt dekonstruiert die Bilder von Balkonansprachen, um verschiedene Aspekte der politischen Repräsentation durch Elemente der Architektur, der Performance von Körpern und der Versammlung im öffentlichen Raum zu untersuchen. Es versucht die Symbole und Dynamiken bei der Schaffung eines repräsentativen Raums der Macht aufzuzeigen und Möglichkeiten vorzuschlagen, dieses Wissen in künstlerischen Strategien zu nutzen. Der Balkon ist ein umstrittenes Thema, ein kritischer Ort, ein Bild und eine Aussage in der zeitgenössischen Kunst durch Fotografien, Videoarbeiten, Zeichnungen, Performances, Installationen, Interventionen, Ausstellungen usw. Durch die Analyse eines breiten Spektrums zeitgenössischer Kunstwerke in Bezug auf ihren politischen und sozialen Kontext wird die Arbeit einen kritischen Blick auf die künstlerischen Strategien im Umgang mit einem Raum der politischen Macht werfen. Wie kann die Kunst auf soziale Fragen im öffentlichen Raum reagieren, ohne die Performance und das Image der hegemonischen Macht zu reproduzieren? Wie kann sie sich einen kritischen Raum wieder aneignen, um Solidarität und Widerstand gegen die Macht zu schaffen? Die Forschung der Beziehungen zwischen Balkonansprachen, öffentlichem Raum und Kunstpraktiken bietet neue Perspektiven auf die öffentliche Funktion und die politische Philosophie des Balkons, und wird, so hoffe ich, zu Debatten über künstlerische Strategien beitragen, die sich mit Macht und Repräsentation im öffentlichen Raum befassen.