Neue Professorin für Architekturentwurf ab 17.2.: Imke Woelk
Wir heißen Imke Woelk (Univ.prof. § 99a Architekturentwurf am Institut für Kunst und Architektur) herzlich an der Akademie der bildenden Künste Wien willkommen!
Imke Woelk ist promovierte Architektin und Künstlerin. Zeichnung und Malerei begleiten sie seit ihrer Kindheit und bilden einen integralen Bestandteil ihrer Praxis. Sie nutzt diese Medien sowohl als methodisches Instrument räumlicher Forschung als auch als eigenständige Form künstlerischer Erkenntnis.
Woelk studierte Architektur an der Leibniz Universität Hannover, der Università Iuav di Venezia und der TU Braunschweig (Diplom 1993). Ergänzend absolvierte sie an der Harvard Graduate School of Design den Kurs The Architectural Imagination bei K. Michael Hays und Erika Naginski sowie ein Gaststudium der Fotografie an der HBK Braunschweig bei Michael Ruetz. 2010 promovierte sie an der TU Berlin bei Prof. Finn Geipel mit der Dissertation Der offene Raum – Der Gebrauchswert der Halle der Neuen Nationalgalerie Berlin von Ludwig Mies van der Rohe.
Das Jahresstipendium der Deutschen Akademie Rom, Villa Massimo, 2003 stellte einen maßgeblichen Bezugspunkt dar. Die dort entstandenen Arbeiten reflektieren die Beziehung von Landschaftsformationen, räumlichen Ordnungsprinzipien und künstlerischer Vorstellungskraft. Ihre Forschung verbindet architektonisches Denken mit einem dialogischen Ansatz, der auf ein vertieftes Verständnis von Raum, Struktur und Umwelt zielt. Ihre Arbeit widmet sich der konzeptionellen Neupositionierung des menschlichen Lebensraums im Anthropozän und entwickelt fundierte Ansätze für ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen. Dabei untersucht sie die Beziehungen von Raum, Natur und kulturellen Symbolen. Ihre Arbeiten oszillieren zwischen analytischer Präzision und poetischer Abstraktion. Kartografische Verfahren, räumliche Raster und landschaftliche Konstellationen schaffen Denkfelder, in denen sich das Verhältnis von Natur, Architektur und Gesellschaft neu verhandeln lässt.
Von 1993 bis 1996 arbeitete Woelk in den Büros von Massimiliano Fuksas in Rom und William Alsop in London. Seit 2006 führt sie gemeinsam mit dem Architekten Martin Cors das Berliner Büro IMKEWOELK + Partner und verantwortet Projekte von der Konzeption bis zur Fertigstellung. Internationale Aufmerksamkeit erhielt sie 2004 durch den internationalen Wettbewerb „400 000 Wohnungen“ der Katalanischen Architektenkammer (COAC), bei dem sie den ersten Preis erhielt. Ihre Arbeiten wurden weltweit ausgestellt, darunter eine Einzelausstellung zur Katsura-Villa in der Galerie Dittmar Berlin. Neben ihrer praktischen und künstlerischen Tätigkeit lehrte und forschte sie an der TU Berlin, der Metropolitan University of London, der Università Roma Tre und an der Duksung Women’s University in Seoul. Seit 2016 ist sie Mitglied des Beratungsausschusses Kunst für Architektur und Städtebau der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.
Die Arbeit an der Akademie der bildenden Künste Wien wird sich mit Architekturen auseinandersetzen, die auf die Bedingungen zeitgenössischer Unsicherheit mit räumlicher Präzision reagieren.