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Platz nehmen #5: Let's stick with the Unicorns – Ästhetische Auswirkungen von Pflege, Aufräumen und Wiederverwendung

Datum
Uhrzeit
Termin Label
Event
Organisationseinheiten
Akademie
Ortsbeschreibung
Schillerplatz
1010 Wien

Ein Projekt von Transformationsgruppe Akbild, Research Cluster Sustainability in the Arts und Akademie | Kunst | Öffentlichkeit, in Kooperation mit der Klima Biennale Wien.

Mit künstlerischen Interventionen von Studierenden, einem Vortrag und einer Diskussion von und mit der Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb, dem Construction Choir Collective und dem performativen Summer Showing des Fachbereichs Kunst und Intervention | Performance

Let's stick with the Unicorns
ist eine groß angelegte künstlerische Intervention am Schillerplatz, die den öffentlichen Raum als konkrete ökologische und soziale Situation untersucht. Im Zentrum steht die Frage, wie künstlerische Praxis in Zeiten ökologischer Krisen handlungsfähig bleibt. Transformation wird dabei nicht als Ziel oder als Zukunftsversprechen verstanden, sondern als gegenwärtige Praxis. Die künstlerischen Arbeiten nutzen vorhandene Materialien, Vegetation, Gebrauchsspuren und zeitliche Prozesse, um sich aktiv gegen bestehende kapitalistische Klimanarrative zu positionieren. Die künstlerischen Auseinandersetzungen sind temporär, reversibel und ortsspezifisch.

Durch den bewussten Umgang mit Ressourcen, das Zulassen von Veränderung, Abbau und Vergänglichkeit wird der Platz als dynamisches Gefüge erfahrbar. Let's stick with the Unicorns verweist auf eine Haltung aktiver Handlungsfähigkeit und Eigenverantwortung unter restriktiven Bedingungen und benennt die Notwendigkeit, trotz wissenschaftlich beschriebener Kipppunkte und irreversibler Prozesse nicht auf Distanz zu gehen oder in Zynismus zu verfallen.

Die Veranstaltung beginnt bereits zwei Tage vor dem Event ab 11.5. Diese ersten beiden Tage sind Lehrveranstaltungen und wechselnden Interventionen gewidmet, am dritten Tag öffnet sich das Projekt mit dem Format Platz nehmen #5 am 13.5. kollektiver Reflexion und lädt die Öffentlichkeit ein, am Programm aktiv teilzunehmen: In einem Vortrag spricht die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb über planetare Grenzen, gesellschaftliche Verantwortung und Handlungsspielräume. Das performative Summer Showing des Fachbereichs Kunst und Zeit I Performance und der Auftritt des Construction Choir Collective erweitern den künstlerisch-wissenschaftlichen Diskurs um körperliche, zeitliche und kollektive Dimensionen. Unterschiedliche Wissens- und Ausdrucksformen treten in ein Verhältnis zueinander, ohne hierarchisch geordnet zu werden.

In Let's stick with the Unicorns wird der Schillerplatz zu einem Ort, an dem ökologische Realität, künstlerische Praxis und gesellschaftliche Verantwortung nicht getrennt verhandelt werden, sondern gleichzeitig.

Konzeption: Transformationsgruppe Akbild
Steffi Alte,Kirsten Borchert, Veronika Dirnhofer, Theresa Eipeldauer, Zahra Mirza, Noele Ody, Rainer Prohaska, Tomash Schoiswohl, Ruby Sircar, Saskia Te Nicklin

Teilnehmer_innen: Juhyun Lee, Loreen Schmid, Istvan Antal, Katarina Michelitsch, Jee Hyun, Elizabet Son, Adam Hudec, Heidi Rosenberger, Flora Franke, Mariia Pylypenko & Boyun Park, Wenfei Zhao, Sophie Greistorfer, Zoe Glasenapp, Jeremias Rumpl, Nico Schleicher, Kweku Okokroko, Natália Zajačiková, Mathea Magdalena, Barboa Chen & Carla Bobadilla, Hanna Schimek, Roman Berleth & Rafael Hofmann, Stella Schwaiger, Vitus Mages, Hannah Parth, Luis Penn, Rasmus Rutsch, Renee Salome Tischer, Vik Bayer (Klasse für alle), Robin Food, Irene Lucas, Construction Choir Collective

Projektleitung: Claudia Kaiser, Akademie | Kunst | Öffentlichkeit

Programm

16 h
Softening the ground
Partizipative Zeichenperformance
Körper liegen auf dem Rücken, ein Blatt Papier auf dem Bauch. Unter ihnen der Boden, über ihnen der Himmel. Der Blick tastet den Raum, die Hand folgt. Zeichnen erscheint nicht als autonome Geste, sondern als Reaktion auf das, was den Körper umgibt und durchdringt. Die horizontale Lage verschiebt die Beziehung zur Welt: weniger Kontrolle, mehr Ausgesetztsein. Wahrnehmung und Handlung zeigen sich als eingebettet in Bedingungen, die wir nicht selbst bestimmen. So wird Zeichnen zu einer Praxis, in der Verflechtungen erfahrbar werden – zwischen Körper, Umwelt und Material. Wir werden miteinander oder wir werden gar nicht. (Donna J. Haraway)

16:30 h
Begrüßung: Johan F. Hartle, Rektor
Einführung: Konzeptions-Gruppe

16:45 h 
Was hat Klimaschutz mit Frieden zu tun?
Vortrag von Helga Kromp- Kolb mit anschließender Diskussion
Es gibt keine Nachhaltigkeit ohne Frieden und keinen Frieden ohne Nachhaltigkeit – so steht es in der Agenda 2030 der UNO. Anhand der Klimakrise wird dies diskutiert.
Helga Kromp-Kolb (geb. 1948 in Wien) ist eine österreichische Klimaforscherin und emeritierte Professorin für Meteorologie. Sie gehört zu den wichtigsten Stimmen für Klimaschutz im deutschsprachigen Raum und engagiert sich stark dafür, wissenschaftliche Erkenntnisse in Politik und Gesellschaft einzubringen.

18 h
Summer Showing
Performances
des Fachbereichs Kunst und Zeit I Performance
Zum Schwerpunkt soziale und materielle Nachhaltigkeit präsentiert das Summer Showing des Fachbereichs Kunst und Zeit | Performance Live-Performances und installativen Arbeiten. Ausgehend vom Schillerplatz als historisch gewachsenem Raum verbinden sich Gehen, Bewegung und Sound mit den vor Ort wirksamen Spannungen: Bäume, Pflanzen und Vögel treffen auf versiegelte Böden und verborgene, teils ungeklärte Geschichten. Im Zentrum stehen performative, kollaborative Austauschprozesse zwischen Menschen, Pflanzen, Raum und Materialien.

19:30 h
Construction Choir Collective
Konzert
Das Construction Choir Collective (CCC) holt die Chormusik aus den Konzertsälen heraus und macht sie für alle zugänglich – in öffentlichen Räumen, an unerwarteten Orten und in ungewöhnlichen Kontexten. Das Repertoire reicht von mittelalterlichen Madrigalen und Volksmusik bis hin zu zeitgenössischen experimentellen Werken. Das CCC ist ein mehrsprachiger Organismus, der sich durch jeden, der sich ihm anschließt, neu erfindet: ein künstlerisches Kollektiv unter der Leitung der Dirigent_innen Pavel Naydenov, Magdalena Hubauer und Johannes Steinmann.