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Gender & Space // Mykola Shandra: Soft Ammunition - Learning Power Through Play

Datum
Termin Label
Installation
Organisationseinheiten
Kunst und Architektur
Ort, Treffpunkt (1)
Akademiegebäude
Ort, Adresse (1)
Schillerplatz 3
Ort, PLZ und/oder Ort (1)
1010 Wien

Zu den Öffnungszeiten des Rundgangs 2026

Diese Installation untersucht, wie patriarchale Formen der Konfliktlösung – geprägt von Macht und Dominanz – durch kindliches Spiel verinnerlicht werden. Anhand improvisierter Objekte und räumlicher Erinnerung wird sichtbar, wie Macht erlernt wird, lange bevor sie explizit wird.

In patriarchalen Systemen wird Konflikt wiederholt über Machtdemonstrationen verhandelt – über Kontrolle, Dominanz und Durchsetzungsfähigkeit. Diese Logik erscheint selten als klare Anweisung. Vielmehr sickert sie in den Alltag ein und prägt, wie Körper lernen, sich zu bewegen, zu konkurrieren und sich zu behaupten.

In postkonfliktären und postautoritären Umgebungen fungieren kindliche Räume häufig als informelle Trainingsfelder für diese Logik. Durch Spiel, Wiederholung und Nachahmung werden Machtverhältnisse aufgenommen, lange bevor sie sprachlich gefasst werden können. Improvisierte Objekte – zusammengesetzt aus Wäscheklammern, Gummibändern, Stöcken und Fragmenten – bewegen sich in einem instabilen Zwischenraum zwischen Spielzeug und Waffe. Sie sind keine Darstellungen von Gewalt; eher ihre Probe, ihr Test, ihre frühe Kalibrierung.

Das in dieser Installation gezeigte Objekt entsteht direkt aus dieser Bedingung. Die transformierte Wäscheklammer ist bewusst klein gehalten, beinahe unscheinbar, und verweist darauf, dass die angesprochenen Mechanismen kein Spektakel benötigen, um wirksam zu sein. Sie zeigt, wie patriarchale Formen der Konfliktlösung – Kraft statt Fürsorge, Dominanz statt Aushandlung – sich in materielle Kultur und alltägliche Praxis einschreiben. Architektur und häuslicher Raum sind dabei keine neutralen Hintergründe; sie strukturieren leise Sichtbarkeit, Hierarchie und Nähe und beeinflussen, wer handelt und wer sich anpasst.

Geschlecht wird hier nicht als Identität verstanden, sondern als Training: Wer lernt zu zielen, wer lernt auszuhalten, wer handeln darf und wer sich einstellen soll. Indem diese Dynamiken über Raum und Objekt verfolgt werden, fragt die Arbeit danach, wie Patriarchat sich durch kindliche Erziehung, Spiel und Normalisierungen erhält, die so vertraut sind, dass sie oft unbemerkt bleiben.