EASY AND EASY
Lesungs-Performance von Kanako Tada, Fachbereich Kunst und Bild | Kontext.
Meine Sprache hat eine seltsame Form und wirkt außerhalb meiner Muttersprache ungenau. Ich stolpere ständig, scheitere daran, Wörter richtig auszusprechen und zu schreiben. Wenn man keine Form der Holometabole ist, kann ein Körper sich nicht in einen Muttersprachlerin verwandeln. Englisch spreche ich als Zweitsprache; ich bin wie eine Tennisspielerin, die Tennis mit einem Ping-Pong-Schläger spielt. Deutsch spreche ich als Drittsprache – POV: eine Flötistin, die versucht, Musik mit einem Abflussrohr zu machen. Sprachenlernen ist repetitiv, zeitaufwendig und schmerzhaft. Vor allem beim Sprechen und Schreiben wächst die Nervosität über Korrektheit, und das Übermaß an Übungen stapelt sich in meinem Kopf.
In meiner Lesungs-Performance Easy and Easy stelle ich mehrere kurze Texte über das Sprachenlernen vor – über seine Bitterkeit und seine Süße. Der Wortschatz ist reglementiert, doch Wissen zu erwerben, um über sich selbst sprechen zu können, ist ein soziales Bedürfnis, um außerhalb der Muttersprache dazuzugehören.Wie gewinnt eine Künstlerin als Sprachlernende die Kraft des Schaffens? Wenn alles Übung ist – sowohl innerhalb einer Sprachschule als auch außerhalb – wann kommt dann das Eigentliche? Punkt.