Kopfkino Abtreibung – Zur visuellen Kultur von Schwangerschaftsabbrüchen, langweiligem Fernsehen und dem Begehren nach „positiven Bildern“
Franzis Kabisch
Dissertationsstipendiat_in an der Akademie der bildenden Künste Wien | Abschluss-Stipendium des Doktoratszentrums 2026
Abstract
In meiner Promotion erforsche ich Darstellungen von Abtreibungen in deutschsprachigen Filmen und Serien mit einem Schwerpunkt auf macht- und repräsentationskritische Analysen. Dabei analysiere ich nicht nur, wie Abtreibungen selbst, sondern auch die Entscheidungsfindungen, die Konsequenzen eines Abbruchs und die (ungewollt) schwangeren Figuren inszeniert werden. Ich arbeite besonders dominante Bilder, Narrative und Figurenstereotype, aber auch auffällige Lücken, Andeutungen und Abwesenheiten heraus. Anhand eines Vergleichs zwischen den fiktionalen Darstellungen und gesellschaftspolitischen Diskursen frage ich, welche Relevanz der Einsatz von Sichtbarkeit bzw. Unsichtbarkeit in Filmen und Serien hat. Mit Bezug auf feministisch positionierte Studien der Visuellen Kultur stelle ich dabei ein vereinfachtes Verständnis von Sichtbarkeit infrage, analysiere die Notwendigkeit von Unsichtbarkeit und nehme den Wunsch nach „realistischen“ oder „positiven Bildern“ machtkritisch unter die Lupe.
Kurzbiografie
Franzis Kabisch ist Filmemacherin, künstlerische Forscherin und Autorin in Berlin und Wien. Seit mehreren Jahren forscht sie wissenschaftlich und künstlerisch zur visuellen Kultur von Abtreibungen, aktuell im Rahmen einer Promotion an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ihr Kurzfilm „getty abortions“ über die Darstellung von Abtreibungen in Medien lief auf über 60 Festivals weltweit und wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. auf den Festivals DOK Leipzig, Kurzfilmfestival Hamburg, Beirut Shorts oder Bogoshorts. Sie ist aktiv in diversen Pro-Choice-Netzwerken und Teil der queer-feministischen Filmgruppe „Lust & Krise“. Neben ihrer künstlerischen Arbeit lehrt sie an Universitäten, gibt Workshops oder schreibt für das Missy Magazine. www.franziskabisch.net