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Kulturpolitik der Aufklärung. Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg (1711–1794) und die Künste

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Buchpräsentation
Organisationseinheiten
Universitätsbibliothek
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1010 Wien
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Universitätsbibliothek (Lesesaal)

Eine Buchpräsentation mit Gernot Mayer, Max Kunze und Monika Knofler im Rahmen der Veranstaltungsreihe Wer A… sagt der A…kademiebibliothek

Programm

Cornelia Demmer, Laute: Karl Kohaut (1726–1784), Adagio – Menuett und Trio in G-Dur aus Ms. A-Egger
Monika Knofler, ehem. Direktorin Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien: Einführende Worte
Gernot Mayer: Kaunitz und die Musik
Cornelia Demmer: Christoph Willibald Gluck (1714─1787), Aria "Gli sguardi trattieni" aus der Oper "Orfeo ed Euridice" (Arrangement C. Demmer)
Monika Knofler im Gespräch mit dem Autor Gernot Mayer und Max Kunze, dem Herausgeber und Präsidenten der Winckelmann-Gesellschaft
Cornelia Demmer: Karl Kohaut (1726–1784), Allegro aus Sonata à Liuto solo in D-Dur

Staatskanzler Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg (1711–1794) zählte nicht nur zu den bedeutendsten Politikern Europas des 18. Jahrhunderts, sondern spielte bei der Gründung der Spezialschulen der Accademie in der Mahlerey und anderen freyen Künsten wie der Commerzial-Zeichnungs-Akademie 1758, der Kupferstecherakademie 1766 und der Erzverschneidungsschule 1767 eine maßgebende Rolle. Ebenso ging die Herausgabe der zweiten Auflage der Geschichte des Alterthums Johann Joachim Winckelmanns (1717–1768) durch die Akademie auf seine Initiative zurück. Durch die von ihm durchgeführte Zusammenfassung aller Schulen in die Akademie der Vereinigten bildenden Künste 1772 und deren Reorganisation stellt seine über 20 Jahre dauernde Amtsperiode als Protektor eine der bedeutendsten Phasen der Akademie dar.

Gernot Mayer hat in seiner Publikation erstmals Kaunitz‘ kulturpolitisches Wirken systematisch untersucht: Sein Engagement im Theaterwesen, seinen Einfluss auf das Baugeschehen, die Künstlerausbildung und die staatliche Kunstförderung sowie seine Bedeutung für die Etablierung der Institution Museum und das Fach Kunstgeschichte. Kaunitz‘ Agieren wird hierbei im europäischen Kontext verortet und als Fallbeispiel einer Kulturpolitik der Aufklärung präsentiert. Personelle Verflechtungen um Kaunitz werden ebenso analysiert, wie auch Motive, Inspirationsquellen und Mechanismen seiner Kulturpolitik untersucht. Der Autor schildert den täglichen Umgang mit Vertretern der Geistes- und Naturwissenschaften und der verschiedensten Kunstzweige wie Architektur, Malerei, Theater, Musik und Tanz. Nach dem Vorbild der von Kaunitz in Paris besuchten Salons fanden bei ihm fast täglich Zusammenkünfte statt, bei denen sich Künstler, Gelehrte und Reisende unabhängig von ihrer Standeszugehörigkeit trafen und wo vor allem über Kunst und Literatur gesprochen wurde. Gernot Mayer konnte erstmals auch die künstlerische Tätigkeit Kaunitz’ als Architekt und Städteplaner nachweisen. Nicht von Erfolg gekrönt waren seine langjährigen Bemühungen um die Gründung einer Akademie der schönen Künste und der schönen Wissenschaften, die aus budgetären Überlegungen des Hofes scheiterten.

Cornelia Demmer
Studien der Musikwissenschaft an den Universitäten in Wien und Basel und Historische Aufführungspraxis, Hauptfach Laute an der Hochschule für Musik und Theater München bei Evangelina Mascardi. 2021 Master of Arts in musikalischer Performance an der Schola Cantorum Basiliensis bei Peter Croton und Julian Behr. Seit 2019 Stipendiatin von Yehudi Menuhin Live Music Now. Cornelia Demmer gründete das Casulana Lute Consort (Lautenquartette des 17. Jahrhunderts) und das Radolt Ensemble (Spezialisierung auf Kammermusik mit obligater Laute). Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt von ihr ist der selbst-begleitende Sologesang zur Laute.
Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit als Solistin und Continuo-Spielerin, ist sie auch auf CD-Aufnahmen für die Label Naxos und Coviello Classics zu hören.
https://www.youtube.com/channel/UCUk--Y9Qs6e8RZA8FGtjzTg

Max Kunze
1964–1969 Studium der Klassischen Archäologie und Philologie in Berlin. Seit 1971 Direktor des Winckelmann-Museums in Stendal, seit 1990 deren Präsident. 1982–1993 Direktor der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin. 1992 Adjunct Professor am Institute of Fine Arts New York; 1998 Gastdozent der Universität von Antalya, Fellowship des Metropolitan Museums NY, von 2001–2009 Honorarprofessor der Universität Mannheim. Neben zahlreichen Publikationen war er an den Ausgrabungen der Akademie der Wissenschaften in Kriwna/Bulgarien (1969–1982) beteiligt und leitete von 1993–2012 das deutsche Team der Grabungen in Patara (heute Yenisehir) und Rhodiapolis in der Türkei.
http://www.max-kunze.de
https://www.winckelmann-gesellschaft.com

Monika Knofler
1967–1976 Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Psychologie in Innsbruck und München. Nach Bestandsaufnahmen beim Kulturkataster des Landes Tirol, von 1978–1982 Ausstellungskuratorin in der Albertina und von 1982─1995 Art Director von Unicef in Genf und NewYork. Von 1995–2012 Direktorin des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste Wien. Forschungsschwerpunkte: Kultur- und Sozialgeschichte Österreichs 18. Jh., Industriearchäologie, Architektur des 20. Jh., zeitgenössische Druckgraphik und Zeichnungen. Arbeitet an einer Publikation über die Geschichte der Akademie der bildenden Künste Wien und der Sammlungsgeschichte des Kupferstichkabinetts.

Gernot Mayer
Studium der Kunstgeschichte in Wien und Venedig. Derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Kunst der Frühen Neuzeit in Italien und Mitteleuropa. Seine Publikationen behandeln u. a. Phänomene des Kulturtransfers, die Geschichte des Sammlungswesen und Fragen der Auftraggeberschaft.
https://www.khi.uni-bonn.de/de/Institut/Personen/mag.-gernot-mayer

https://www.facebook.com/akademiebibliothek
https://www.instagram.com/ub.akbild/

Beschränkte Teilnehmer_innenzahl, Anmeldung erforderlich unter: r.lackner@akbild.ac.at
Bitte beachten Sie die 2,5G-Regel und die FFP2-Maskenpflicht. Mehr Information zu den an der Akademie geltenden Schutzmaßnahmen finden Sie hier: Covid-19-Leitfaden.

Die Veranstaltung ist ausgebucht.